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Minister Schneider: Schweinepest "nur eine Frage der Zeit"
Lokales 2 Min. 11.04.2019

Minister Schneider: Schweinepest "nur eine Frage der Zeit"

Landwirtschaftsminister Romain Schneider sprach im Interview über die drohende Schweinepest und die Kritik, die ihm vom Kärjenger Bürgermeister Michel Wolter über sein Vorgehen entgegenkam.

Minister Schneider: Schweinepest "nur eine Frage der Zeit"

Landwirtschaftsminister Romain Schneider sprach im Interview über die drohende Schweinepest und die Kritik, die ihm vom Kärjenger Bürgermeister Michel Wolter über sein Vorgehen entgegenkam.
Foto: Chris Karaba
Lokales 2 Min. 11.04.2019

Minister Schneider: Schweinepest "nur eine Frage der Zeit"

Sarah CAMES
Sarah CAMES
Landwirtschaftsminister Romain Scheider äußerte sich außerdem zu Vorwürfen von Käerjengs Bürgermeister, die Gemeinde wäre nicht über Maßnahmen aufgeklärt worden.

Ende März wurde an der luxemburgisch-belgischen Grenze ein acht Kilometer langer Zaun errichtet, um das Übergreifen der afrikanischen Schweinepest von Belgien nach Luxemburg zu verhindern. Infizierte Wildschweine sollen dadurch daran gehindert werden, sich auch in Luxemburg auszubreiten.


Der Schutzzaun gegen die Schweinepest soll rund 8 Kilometer lang werden.
Angeeckt
Angesichts der Schweinepest sollten sich alle Betroffenen jetzt zusammenraufen und Solidarität zeigen.

Michel Wolter, Bürgermeister von Käerjeng, sah sich durch die radikale Maßnahme überrollt und beschwerte sich öffentlich über die - seinen Aussagen zufolge - mangelnde Kommunikation seitens des Landwirtschaftsministeriums.

In einem Interview mit dem Radiosender 100,7 kam Landwirtschaftsminister Romain Schneider am Donnerstagmorgen zu Wort und bezog klare Stellung zu den Vorwürfen. Seit den kritischen Vorwürfen hätte er keinen direkten Kontakt zu Bürgermeister Wolter gehabt, er sei sich dessen Anschuldigungen allerdings klar bewusst. Man hätte angesichts der potenziell bedrohlichen Lage schnell agieren müssen, so Schneider. Es hätte auch im Vorfeld ausreichend Kommunikation und Koordination zwischen dem Ministerium, der Straßenbauverwaltung und der Gemeinde gegeben, auch wenn der Minister den Bürgermeister von Käerjeng nicht persönlich angerufen hätte, um ihm von der bevorstehenden Errichtung des Zauns zu berichten.

Romain Schneider, der selbst einmal Bürgermeister der Gemeinde Wiltz war, erklärte im Interview, wenn er in der gleichen Situation gewesen wäre, hätte er als Bürgermeister den "Telefonhörer in die Hand genommen" und den zuständigen Minister selbst angerufen, wenn es noch offene Fragen gegeben hätte.

Die afrikanische Schweinepest ist auf dem Anmarsch. Bisher sind Luxemburg und Frankreich verschont geblieben, aber in Belgien gab es bereits über 700 registrierte Fälle.
Die afrikanische Schweinepest ist auf dem Anmarsch. Bisher sind Luxemburg und Frankreich verschont geblieben, aber in Belgien gab es bereits über 700 registrierte Fälle.
Foto: DPA

Neben mangelnder Kommunikation warf Michel Wolter Minister Schneider ebenfalls vor, keine Genehmigung für den Zaunbau bei der Gemeinde angefragt zu haben. Dies hätte die Straßenbauverwaltung jetzt allerdings nachträglich gemacht und sie hätten auch bereits eine positive Antwort auf ihre Anfrage bekommen. Genau genommen sei jedoch noch nicht einmal eine nachträgliche Genehmigung nötig, da dem Ministerium durch ein Gesetz aus dem Jahre 1912 weiträumige Handlungsfreiräume in Fällen von Epidemien gegeben werden, so Schneider. Außerdem handele es sich ja auch nur um einen temporären Zaun, sagte der Landwirtschaftsminister im 100,7 Interview.


Die kranken Tiere sterben wenige Tage nach der Infizierung.
Das Virus an der Grenze
Das Wildschweinvirus hat in Belgien bereits mehr als 400 Tiere getötet. In Luxemburg setzt man weiter auf präventive Maßnahmen, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Auch wenn die Schweinepest nur etwa drei bis vier Kilometer pro Monat voranschreitet, sei eine Notfallsituation gegeben gewesen, als der erste Fall unmittelbar an der luxemburgischen Grenze auftrat. Solidarität sei gefordert, um die Schweinepest aus Luxemburg herauszuhalten.

Aktuell breitet sich die Schweinepest in Belgien vor allem Richtung Norden aus, sodass Vorkehrungen auch für den Norden Luxemburgs getroffen werden müssen. 719 Schweinepest-Fälle seien bei Wildschweinen in Belgien registriert, in Luxemburg und Frankreich wäre bisher jedoch noch kein einziger Fall bekannt. Dies grenze an ein Wunder, so Minister Romain Schneider: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein infiziertes Schwein den Weg nach Luxemburg findet".


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