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Minettswee: Ein Spaziergang durch luxemburgische Industriekultur
Lokales 3 Min. 10.02.2019

Minettswee: Ein Spaziergang durch luxemburgische Industriekultur

Auf den Spuren der Buggys heißt es auf dem Tetinger Minettswee.

Minettswee: Ein Spaziergang durch luxemburgische Industriekultur

Auf den Spuren der Buggys heißt es auf dem Tetinger Minettswee.
Foto: Chris Karaba
Lokales 3 Min. 10.02.2019

Minettswee: Ein Spaziergang durch luxemburgische Industriekultur

Luc EWEN
Luc EWEN
Noch ist er nicht offiziell eröffnet, doch darauf haben die Buggys und das Bremshäuschen, an denen er vorbeiführt, nicht gewartet. Sehen Sie jetzt bereits die markantesten Stationen des Tetinger Minettsweges auf unserer interaktiven Karte.

Der Schnee der vergangenen Tage sorgte im ganzen Land für eine wahre Winterwunderlandschaft. So drängte sich auch in der Südregion ein Waldspaziergang vielerorts förmlich auf. Grund genug, einmal die Strecke des geplanten Minettswee in Tetingen abzuschreiten, um exklusiv – im Vorfeld der Eröffnung, die im Laufe dieses Jahres stattfinden soll – den Wanderweg zu entdecken.

Sehen Sie auf unserer interaktiven Karte den Weg im Überblick, sowie einige Stationen, fotografiert von LW-Fotograf Chris Karaba.

Zeugen der industriellen Vergangenheit

Gut drei Stunden sollte man für den Spaziergang einplanen. Besonders bei Schnee oder Nässe ist gutes Schuhwerk zu empfehlen. Der Minettswee führt entlang zahlreicher Bauten, die Zeugnis von der industriellen Vergangenheit des Kayltals ablegen. Denn es war die Industrie, die diese einzigartige Kulturlandschaft im heutigen Naturreservat Haard schuf.

„Man kann in unseren Wäldern quasi keine 200 Meter laufen, ohne auf irgendwelche Überreste der früheren Industrie zu stoßen“, bringt es der Kayler Bürgermeister, John Lorent, auf den Punkt. Wie recht er damit hat, zeigt sich schnell beim Marsch durch den Wald. Der Weg führt zwischen Hügeln entlang. Die wenigsten davon haben einen natürlichen Ursprung.

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Einst wurde hier Schutt aus Minen und Tagebau abgelagert. Als sich dann nach und nach die Technik weiterentwickelte, wurde aus dem, was bis dahin Schutt war, plötzlich ein wertvoller Rohstoff. „Das war zum Beispiel der Fall, als das Thomas-Verfahren eingeführt wurde“, erklärt die Historikerin Laure Caregari, die an der Ausarbeitung des Minettswee beteiligt ist. So konnte der technische Fortschritt einst im wahrsten Sinne des Wortes Berge versetzen und – wie eingangs erwähnt, diese Kulturlandschaft formen.

Aber nicht nur im Wald sind Zeugnisse der industriellen Vergangenheit des Kayltals zu entdecken. So führt der Weg gleich zu Beginn am Tetinger Friedhof vorbei. Hier befindet sich ein Denkmal für Jean Schortgen. Er wurde als erster Arbeiter in die Chamber gewählt. Nach seinem unerwarteten Unfalltod gab es schnell Bestrebungen, ihm ein Monument zu errichten. Später wurden seine sterblichen Überreste umgebettet. Das Denkmal wurde zur Grabstelle. Weitere industrielle Sehenswürdigkeiten innerhalb der Ortschaft sind etwa die Schungfabrik, die derzeit um eine Galerie erweitert wird und die ehemalige Lampenfabrik.

Der Minettswee ist nicht der erste Wanderweg auf den Spuren der Lokalgeschichte durch die Gemeinde Kayl. Es gibt bereits einen „Kayler“ und einen „Tetinger“ Weg. Frei nach dem Motto: „Aller guten Dinge sind drei“, wird der Minettswee demnächst fertiggestellt und ausgeschildert sein. Mit der offiziellen Eröffnung wollen sich die Verantwortlichen allerdings noch etwas Zeit lassen. Die soll voraussichtlich im Frühjahr stattfinden.


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