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Minett Unesco Biosphere: Erste Projekte bekannt
Lokales 3 Min. 29.10.2020

Minett Unesco Biosphere: Erste Projekte bekannt

Die Minett-Unesco-Biosphäre soll auch identitätsstiftend sein. Unter anderem, indem sie das Industriekulturgut hervorhebt.

Minett Unesco Biosphere: Erste Projekte bekannt

Die Minett-Unesco-Biosphäre soll auch identitätsstiftend sein. Unter anderem, indem sie das Industriekulturgut hervorhebt.
Foto: Nicolas Anen
Lokales 3 Min. 29.10.2020

Minett Unesco Biosphere: Erste Projekte bekannt

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Am Mittwoch wurde die Minetteregion in das Unesco-Programm „Man and Biosphere“ aufgenommen. Am Donnerstag wurden nun erste Initiativen dazu angekündigt.

Die Minetteregion, die am Mittwoch in das prestigeträchtige Unesco-Programm „Man and Biosphere“ aufgenommen wurde, lässt sich feiern. Zumindest so weit es die sanitäre Lage aktuell zulässt. Eigentlich war für Donnerstag eine Veranstaltung mit gut 100 Gästen auf der Düdelinger Industriebrache vorgesehen. Daraus wurde ein kleineres Event im Kulturzentrum Opderschmelz, das im Internet übertragen wurde. Doch schmälerte dies kaum die Freude der Protagonisten, die diese Kandidatur vorangetrieben hatten.

Darunter Simone Beck, Präsidentin der nationalen Unesco-Kommission. Sie erklärte, dass die Minetteregion am Mittwoch gemeinsam mit 25 anderen Kandidaten in das Programm aufgenommen wurde. Was die Anzahl der weltweiten Biosphärenreservate auf 714 anwachsen lässt, die auf 129 Länder verteilt sind. 

Die Naturschutzgebiete, hier der Giele Botter, bilden die Kernzonen des Minett-Biospherenreservates.
Die Naturschutzgebiete, hier der Giele Botter, bilden die Kernzonen des Minett-Biospherenreservates.
Foto: Lex Kleren

Konkret besteht ein solches Reservat aus drei Zonen. Beim Minett-Biosphärenreservat, das sich auf dem Gebiet der elf ProSud-Gemeinden ausdehnt, bilden die Naturschutzgebiete der ehemaligen Tagebaugebiete die Kernzonen. Drumherum befinden sich die Pufferzonen. Sie sollen menschliche, negative Aktivität auf die Kernzonen abfedern. Und schließlich gibt es die Entwicklungszonen, wo sich Siedlungen und Aktivitätszonen befinden. 

„Das bedeutet nicht, dass jeder Bauer im Reservat zum Biobauer werden muss“, so Simone Beck. Aber es müssen Impulse gesetzt werden, um ein nachhaltiges Zusammenleben von Mensch und Natur zu fördern. 

Produkte made in Minett

Wie dies in der Praxis aussehen soll, erläuterte Gaëlle Tavernier vom Gemeindesyndikat ProSud. So sei zum Beispiel ein Programm zur Förderung von lokalen Produkten in Ausarbeitung. Dazu soll eine Umfrage bei 10.000 Haushalten durchgeführt werden. 

Ein zweites Projekt besteht darin, Biodiversitätstage zu organisieren. Dafür wird das Naturmusée einen Mitarbeiter zur Verfügung stellen. 

Zudem soll das pädagogische Angebot für Schulkinder erweitert werden. Dies ab 2021 und in Zusammenarbeit mit dem Umweltsyndikat Sicona, dem Centre Formida und dem Naturpark Our. 

Und schließlich werden Austauschmöglichkeiten unterstützt. Dafür werden sechs Erasmus-Stipendien zur Verfügung stehen. 

Die Einwohner des Südens sollen ihre Region mehr schätzen lernen. Auch dazu soll das Unesco-Programm dienen.
Die Einwohner des Südens sollen ihre Region mehr schätzen lernen. Auch dazu soll das Unesco-Programm dienen.
Foto: Anouk Antony

Um diese Arbeit zu stemmen, wird das ProSud, welches das Biosphärenprogramm leiten wird, ausgebaut. ProSud-Präsidentin Anouk Boever-Thill (CSV) sprach von der Einstellung eines Managers und eines Kommunikationsbeauftragten. 

Ehemalige Industriegebäude, hier die Gebläsehalle auf der Lentille Terres Rouges, sollen valorisiert werden.
Ehemalige Industriegebäude, hier die Gebläsehalle auf der Lentille Terres Rouges, sollen valorisiert werden.
Foto: Lex Kleren

Die Minett-Unesco-Biosphäre soll aber auch identitätsstiftend sein. Unter anderem, indem sie das Industriekulturgut hervorhebt. Dafür gebe es eine Sensibilität, die immer stärker werde, stellte Kulturministerin Sam Tanson (Déi Gréng) fest. Ziel sei es, ehemaligen Industriebauten neues Leben einzuhauchen. 


Ins Rollen gekommen ist das Projekt UNESCO-Label für die Südregion bereits 2018.
Südregion erhält Unesco-Label
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Demnach soll das Projekt auch dazu beitragen, dem Süden eine positive Identität zu verleihen. Dies richte sich sowohl an Touristen als auch an Einwohner, die sich nicht immer bewusst seien, dass zum Beispiel bei Düdelingen das größte Naturschutzgebiet Luxemburgs bestehe, wie der Düdelinger Bürgermeister Dan Biancalana (LSAP) betonte. 

Nachhaltiges Gewissen

Noch unklar ist, in welcher Form eine Art Besucherzentrum entstehen könnte. Denkbar seien mehrere Antennen, hieß es. 


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Wenn am Donnerstag noch nicht richtig gefeiert werden konnte, so soll dies nachgeholt werden, versicherte Sam Tanson. Einig war man sich jedenfalls, dass mit dem Unesco-Label eine neue Zeit für die Südregion beginne. Ein Label das Gaëlle Tavernier noch als „das nachhaltige Gewissen des Minett“, bezeichnete. 

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