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Milderes Urteil für Vergewaltiger
Lokales 05.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Milderes Urteil für Vergewaltiger

Der Angeklagte bestritt stets alle Vorwürfe.

Milderes Urteil für Vergewaltiger

Der Angeklagte bestritt stets alle Vorwürfe.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 05.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Milderes Urteil für Vergewaltiger

Mehrfacher Missbrauch und häusliche Gewalt: In zweiter Instanz verhängten die Richter 16 statt 18 Jahre Haft für den Angeklagten.

(str) - Es war ein Klima der Angst und der Gewalt, das Odai A. zwischen Ende 2016 und Mitte 2017 für seine damalige Lebensgefährtin, eine wohnungslose alleinerziehende Mutter, geschaffen hatte. Nun wurde er deswegen auch in zweiter Instanz zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. 

Es war von Anfang an eine turbulente Beziehung zwischen dem heute 38-Jährigen und der 44-jährigen Frau, die er in einem Wartesaal beim Sozialamt kennengelernt hatte. Daran ließ der Prozess keinen Zweifel. Doch dann machte Odai A. mit einer schier grenzenlosen Kontrolle seiner Partnerin das Leben zur Hölle. 


In der eigenen Wohnung
Eine Haftstrafe von 23 Jahren ohne Bewährung hat die Staatsanwaltschaft gegen einen Mann gefordert, der beschuldigt wird, seine Lebensgefährtin wiederholt vergewaltigt und misshandelt zu haben.

Wiederholt schlug er die Frau, die sich zumindest zeitweise in einem Abhängigkeitsverhältnis ihm gegenüber befand. Er würgte sie. Er sperrte sie ein und vergewaltigte sie – mehrfach. Selbst nachdem diese in einem Frauenhaus Zuflucht und im Anschluss eine neue Wohnung gefunden hatte, ließ er nicht von ihr ab. 

Auch im Prozess in erster Instanz zeigte sich Odai A. durchgehend aggressiv und uneinsichtig. Immer wieder bemühte er sich im Gerichtssaal seine Ex-Partnerin herunterzumachen und zu demütigen. Er sei das Opfer eines Komplotts seiner Ex, betonte er. 


Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.
Das Chamäleon
„Du bist so schön, wenn du weinst“, soll Odai A. seiner damaligen Lebensgefährtin nach der letzten von mehreren Vergewaltigungen gesagt haben. Nun riskiert der 36-Jährige eine sehr lange Haftstrafe.

Die Anklägerin forderte zum Abschluss des Verfahrens in erster Instanz eine Haftstrafe von 23 Jahren ohne Bewährung. Verurteilt wurde er schließlich zu 18 Jahren Gefängnis. 

Odai A. legte Berufung gegen dieses Urteil an. Die Appellationsrichter, die Anfang November mit dem Fall befasst wurden, gewährten ihm nun eine – wenn auch geringe – Strafminderung. 

Zu den Anklagepunkten, wegen derer der 38-Jährige verurteilt worden war, zählte auch Stalking. Diesen Tatvorwurf sahen die Berufungsrichter nicht als erwiesen an und senkten deswegen die Haftstrafe von 18 auf 16 Jahre. 


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