MeteoLux zieht Bilanz: Einer der mildesten Winter überhaupt
(SH) - Wohl ist der Winter seit dem 1. März für die Meteorologen vorbei, dennoch zeigt sich das Wetter derzeit alles andere als frühlingshaft. Es steht ein feuchtes und kühles Wochenende bevor. Laut Voraussagen des staatlichen Wetterdienstes MeteoLux könnte es bei Temperaturen zwischen minus vier und vier Grad Celsius weiter zu vereinzelten Schneeschauern kommen.
Außergewöhnlich ist dies für Anfang März keinesfalls. Bisher war es ohnehin deutlich zu mild, etwas zu trocken und es gab zu wenig Sonnenstunden, schreibt MeteoLux in ihrer Bilanz für den Winter 2015/16.
So wurden im Dezember, Januar und Februar an der Wetterstation in Findel Lufttemperaturen von durchschnittlich 4,1 Grad Celsius gemessen. Dies sind nicht nur 2,7 Grad mehr, als dies zu erwarten war, sondern es bedeutet auch, dass die kalte Saison 2015/16 der zweitmildeste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Findel im Jahr 1947 war. Hierzu hat vor allem der Monat Dezember beigetragen, denn mit durchschnittlich 6,8 Grad Celsius war der letzte Monat des Jahres 2015 so warm wie kein Dezember zuvor. Auch der Januar (2,3 Grad) und der Februar (3,3 Grad) waren etwas wärmer, als dies zu erwarten war.
Wenig Frost- und Eistage
Am wärmsten war es mit exakt 14 Grad am 17. Dezember, ganze 24 Grad kälter war es rund einen Monat später: am 20. Januar wurden in Findel -10,7 Grad Celsius gemessen. Frosttage, an denen das Thermometer unter den Gefrierpunkt fiel, gab es in den vergangenen drei Monaten 26, Eistage, an denen es nicht wärmer als null Grad wurde, gab es fünf. Im langjährigen Mittel der Jahre 1981 bis 2010 lagen diese Werte bei 51, resp. 16 Tagen.
Auch die Niederschlagsmenge bleibt mit 193,1 Litern pro Quadratmeter unter dem langjährigen Mittel (226). Erneut war es der sehr trockene Dezember, der zu diesem Ergebnis beigetragen hat, denn Januar (84,9) und Februar (77,8) waren niederschlagsreicher, als dies zu erwarten war. Ist in der Regel von Dezember bis Februar mit 48 Niederschlagstagen zu rechnen, so waren es deren im Winter 2015/16 allerdings 57. Schnee gab es nur an elf Tagen zu verzeichnen. Maximal wurde in Findel eine Schneedecke von zwölf Zentimetern gemessen.
Und auch Sonnenanbeter kamen in den vergangenen Monaten nicht ganz auf ihre Kosten. 166,8 Stunden Sonnenschein wurden in Findel gemessen, dies sind fast zehn Stunden weniger als im langjährigen Mittel. Auch hier sticht der Dezember mit seinen 59,1 Sonnenstunden hervor. Im Januar waren es deren 40,9. Der Februar weist zwar 66,8 Sonnenstunden auf, dennoch bleibt er damit hinter den Erwartungen (83,6 Stunden) zurück.
Wetterwarnungen
Aufgrund widriger Witterungsbedingungen musste MeteoLux zweimal Warnungen herausgeben. Am 22. Januar herrschte demnach wegen Blitzeises Warnstufe Rot.
Am 8. und 9. Februar überquerten Frontensysteme zweier Orkantiefs das Großherzogtum mit stürmischen Böen in ihrem Gepäck. Wurden in Findel Windspitzen von 94,7 Kilometern in der Stunde gemessen, so überschritten die Böen in anderen Teilen des Landes die 100 km/h-Grenze. Dass der Februar äußerst stürmisch sein kann, wurde bereits 1990 bewiesen. Damals wurden Spitzen von 146,3 km/h gemessen.
1. oder 20. März?
Während für die Meteorologen der Frühling am 1. März begonnen hat, fängt das astrologische oder kalendarische Frühjahr erst am 20. März an. Die Ursache hierfür ist praktischer Natur. Um das Aufstellen der Statistiken zu erleichtern, beginnt für die Meteorologen die Jahreszeit jeweils am ersten Tag eines Monats und dauert drei Monate lang. Winter ist im Dezember, Januar und Februar, Frühling im März, April und Mai, Sommer im Juni, Juli und August, Herbst im September, Oktober und November.
Astrologisch werden die Jahreszeiten nach dem Winkel, mit dem die Sonne auf die Erde scheint, berechnet.
