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Messen, aber richtig
Lokales 10.07.2019

Messen, aber richtig

Der Straßenverkehr ist einer der Hauptemittenten von Luftschadstoffen.

Messen, aber richtig

Der Straßenverkehr ist einer der Hauptemittenten von Luftschadstoffen.
Foto: Guy Jallay
Lokales 10.07.2019

Messen, aber richtig

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs gibt Bürgern weitreichende Rechte im Kampf um reine Luft.

Ein Urteil der Richter am Europäischen Gerichtshof (EuGH) könnte tiefgreifende Konsequenzen haben: Auch wenn nur an einer Messstation überhöhte Werte von Feinstaub, Stickstoffdioxid oder anderen Luftschadstoffen gemessen werden, reicht das aus, um eine Überschreitung der Grenzwerte festzustellen und entsprechend zu handeln. Die Bestimmung eines Mittelwerts aus den Ergebnissen aller Stationen in einer Stadt oder einem Ballungsraum liefere „keinen zweckdienlichen Hinweis“ auf die Schadstoffbelastung der Bevölkerung, so der EuGH.

Messen am richtigen Ort

Die Richter hielten aber auch fest, dass die Messstationen an jenen Orten eingerichtet werden müssen, an denen auch effektiv eine hohe Belastung besteht. So soll verhindert werden, dass gute Werte an Frischluftorten die Messwerte verfälschen. Besonders pikant: Einzelne Bürger können auch vor Gericht ziehen, wenn sie der Meinung sind, dass an den falschen Standorten gemessen wird oder nicht genügend Messstationen eingerichtet wurden. In diesem Fall hatten Einwohner aus der belgischen Hauptstadt Brüssel sowie eine Umweltorganisation Klage geführt. Ein belgisches Gericht wollte nun Klarheit vom Europäischen Gerichtshof.

Doch inwiefern betrifft dieser Rechtsspruch auch Luxemburg? Laut den Aussagen der Umweltverwaltung habe man das Urteil genauestens geprüft und mit den Gegebenheiten des luxemburgischen Messnetzes verglichen.


PK Luftqualität in Luxemburg luxembourg le 07.05.2018 ©Christophe Olinger
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Messnetz ist konform

Für Luxemburg ändere sich demnach nicht viel, sämtliche Messstationen seien konform und die entsprechenden Messwerte würden im Internet veröffentlicht. Laut Umweltverwaltung konnten im Zuge der Klimapakt-Kampagne die Gemeinden ihre Messorte selbst auswählen, um Problempunkte aufzudecken. Sämtliche Messstationen seien dabei einzeln behandelt worden, Mittelwerte wurden nicht berechnet. Nicht zuletzt mit der Stickoxid-Kampagne in den Gemeinden habe man zudem absichtlich Orte ausfindig machen wollen, an denen die Luftverschmutzung besonders problematisch sei.

Seit 2007 wird die Luftqualität in Luxemburg an fünf Messstellen überwacht, mittlerweile bestehen sogar sieben Messstationen. Die Daten werden dabei live ins Netz gestellt und können eingesehen werden. Gemessen werden Ozon, Stickoxide, Feinstaub, Schwefeldioxid und Kohlenmonoxid. Weitere Messapparaturen sind auf Feinstaub beziehungsweise Staubniederschläge aus der Industrie spezialisiert. Zudem werden im Zuge von speziellen Messkampagnen bestimmte Schadstoffe genauer unter die Lupe genommen, dies war zuletzt bei der Stickoxid-Kampagne in Zusammenarbeit mit den Gemeinden der Fall.


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