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Mehrfamilienhaus in Howald: Hochgezogen - und gleich wieder abgerissen
Das Haus in bester Howalder Lage wird derzeit abgetragen - obwohl es schon fast fertig war.

Mehrfamilienhaus in Howald: Hochgezogen - und gleich wieder abgerissen

Foto: Lex Kleren
Das Haus in bester Howalder Lage wird derzeit abgetragen - obwohl es schon fast fertig war.
Lokales 14.06.2017

Mehrfamilienhaus in Howald: Hochgezogen - und gleich wieder abgerissen

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Da können sich die Anwohner nur die Augen reiben: In Howald ist ein Mehrfamilienhaus im Rohbau abgerissen worden.

(vb) - Da können sich die Anwohner nur die Augen reiben: In Howald ist ein Mehrfamilienhaus im Rohbau abgerissen worden. Erst 2015 hatten die Arbeiter mit dem Bau angefangen, jetzt kam die Abrissbirne zum Einsatz. Das drastische Beispiel in der Rue Fernand Kuhn zeigt, wie ernst es die Gemeinde Hesperingen mit der Kontrolle von Bauprojekten nimmt. Bei diesem Apartmenthaus hatte der Bauträger den eingereichten Plan besonders großzügig zu seinen Gunsten ausgelegt. Bürgermeister Marc Lies: „Es fing schon beim Erdgeschoss an, das war 40 Zentimeter höher als in der Baugenehmigung ausgewiesen. Bei jedem weiteren Stockwerk kamen noch zehn bis 15 Zentimeter dazu, so dass das gesamte Gebäude am Ende rund ein Meter höher als erlaubt war.“

Abreißen – oder auf eine Etage verzichten

Die Baukontrolle der Gemeinde bemerkte die Überschreitungen der erlaubten Höhe und schlug Alarm. „Wir haben uns dann Ende letzten Jahres mit dem Bauträger zusammengesetzt, um eine Lösung zu finden“, sagt Marc Lies. „Er hätte das Gebäude aber nicht stehen lassen können, außer wenn er auf eine Etage verzichtet hätte.“ Die Baufirma lenkte letztendlich ein und war einverstanden, das nagelneue Gebäude, das sich noch im Rohbauzustand befand, wieder abzureißen.

Mit einer neuen Baugenehmigung wird das Gebäude in unveränderter Form jetzt ein zweites Mal hochgezogen – diesmal natürlich regelkonform. Das „Luxemburger Wort“ versuchte den Bauträger zu kontaktieren, es war aber niemand erreichbar. Bei Tricksereien am Bau versteht die Gemeinde Hesperingen keinen Spaß. „Wir haben vor einigen Jahren unser Personal aufgestockt und kontrollieren jede einzelne Baustelle genau“, sagt der Bürgermeister. In den vergangenen Jahren habe die Gemeinde auf diese Weise „eine ganze Reihe Baustopps“ erlassen.

"Es sind ja alle Profis"

Ihm geht es gegen den Strich, wenn Baufirmen versuchten, die Regeln zu ihren Gunsten zu übertreten, sagt Bürgermeister Marc Lies. „Es kann nicht sein, dass aufs Geratewohl gebaut wird und dadurch ein Wildwuchs entsteht. Jeder muss sich an die Regeln halten, zumal das ja alles Profis sind – vom Architekten bis hin zum Bauunternehmer.“


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