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Mehrere Weißstorchpaare nisten in Luxemburg
Lokales 2 Min. 25.04.2021 Aus unserem online-Archiv

Mehrere Weißstorchpaare nisten in Luxemburg

Im oberen Alzettetal haben zwei Weißstorchpaare mit dem Horstbau begonnen.

Mehrere Weißstorchpaare nisten in Luxemburg

Im oberen Alzettetal haben zwei Weißstorchpaare mit dem Horstbau begonnen.
Foto: Raymond Schmit
Lokales 2 Min. 25.04.2021 Aus unserem online-Archiv

Mehrere Weißstorchpaare nisten in Luxemburg

Raymond SCHMIT
Raymond SCHMIT
Seit einigen Jahren ist der Weißstorch ein regelmäßiger Gast in Luxemburg. In diesem Jahr könnten bis zu drei Paare hierzulande brüten.

Es war die ornithologische Sensation des Jahres 2013. Nachdem er während 150 Jahren aus dem Großherzogtum verschwunden war und nur noch als regelmäßiger Durchzügler beobachtet wurde, brütete der Weißstorch wieder in Luxemburg. Seitdem zieht er jedes Jahr seinen Nachwuchs am Oberlauf der Alzette auf. Die Rückkehr des gefiederten Sympathieträgers mit den Stelzenbeinen und der beeindruckenden Spannweite von zwei Metern führten Naturschützer in erster Linie auf die Wiederherstellung seines natürlichen Lebensraums und das damit verbundene ausreichende Nahrungsangebot zurück.

Auch in diesem Jahr ist er wieder da. Schon relativ früh, am 24. Februar, wurde der Storch erstmals an seinem Brutplatz beobachtet. Nach dem Einbruch einer Kälteperiode verschwand er für einige Tage. Zurzeit werden die Eier im Horst bebrütet.

Ein neues Paar

Es ist nicht dasselbe Paar, das sich im vergangenen Jahr am Oberlauf der Alzette niederließ, um seine Kinderstube einzurichten. Das Männchen ist nicht beringt, sodass sich seine Herkunft nicht nachvollziehen ließ. Die Storchendame hingegen trägt einen Ring der Vogelwarte Radolfzell. Das lässt laut Patric Lorgé, Ornithologe bei natur & ëmwelt, darauf schließen, dass das Weibchen aus Süddeutschland, möglicherweise Baden-Württemberg, stammt.


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Die Weißstorchpopulation könnte in diesem Jahr in Luxemburg weiter anwachsen. Laut natur & ëmwelt wurden noch zwei weitere Paare beim Horstbau beobachtet. Zwei der prächtigen Vögel scheinen ihre Kinderstube in der Nähe von Bettemburg einzurichten. Ihre Herkunft lässt sich nicht nachvollziehen, weil beide nicht beringt sind.

Fatale Witterung

Ein weiteres Paar wurde weiter oberhalb der Alzette mit Nistmaterial gesehen. Ob sich daraus tatsächlich eine Brut entwickelt, bleibt abzuwarten. Es könnte sich auch um Jungvögel handeln, die zwar mit dem Horstbau beschäftigt sind, aber noch keine Fortpflanzungsabsichten haben, vermutet Patric Lorgé.

Aufschwung könnte der Storchenpopulation im Raum Bettemburg die Renaturierung des Feuchtgebietes Stréissel verleihen. Die Pläne dazu lägen seit Jahren auf dem Tisch, in der Praxis habe sich allerdings bisher wenig getan, bedauern Naturschützer. Es ist nicht das erste Mal, dass der Vogel, der mit Kinderwünschen in Verbindung gebracht wird, an mehreren Stellen in Luxemburg brütet. 


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Bereits 2016 hatte sich der Weißstorch in der Nähe von Bettemburg niedergelassen. Von den insgesamt sieben Jungvögeln, die in den beiden Horsten in Luxemburg aus den Eiern schlüpften, überlebte allerdings nur einer. Den übrigen wurde die nasskalte Witterung im Frühsommer zum Verhängnis.

Ähnliches Szenario 2017 in der Nähe von Bettemburg. Zwar wurden die Eier vom Weibchen bebrütet, es schlüpften aber keine Jungvögel. Eine stichhaltige Erklärung dafür hatten Vogelschützer nicht. Möglicherweise waren die Eier nicht befruchtet oder die Vögel wurden beim Brutgeschäft von Spaziergängern oder Neugierigen gestört. 


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Das ist aber eher unwahrscheinlich, denn Weißstörche sind, im Gegensatz zu ihrem scheuen Verwandten, dem Schwarzstorch, die Nähe von Menschen gewohnt. Ihre große Reise in ihre Überwinterungsgebiete südlich der Sahara treten Weißstörche im Spätsommer an. Nach Mitteleuropa kehren Jungstörche frühestens in zwei Jahren zurück.

Geschlechtsreif werden sie im Alter von drei bis vier Jahren. Weißstörche sind übrigens wahre Weltmeister im Fliegen. Pro Jahr legen sie 18.000 bis 20.000 Kilometer zurück, wobei sie auf ihrer langen Reise geschickt die Thermik nutzen.

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