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Mehr Platz fürs Fahrrad
Lokales 2 Min. 01.05.2018

Mehr Platz fürs Fahrrad

Künftig müssen Autofahrer 1,50 Meter seitlichen Abstand beim Überholen eines Autos halten.

Mehr Platz fürs Fahrrad

Künftig müssen Autofahrer 1,50 Meter seitlichen Abstand beim Überholen eines Autos halten.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 2 Min. 01.05.2018

Mehr Platz fürs Fahrrad

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Ab dem 1. Mai gelten eine Reihe von Neuerungen betreffend die Verkehrsregeln für Radfahrer. Vor allem die Rechtssicherheit soll in verschiedenen Situationen verbessert werden.

Insgesamt sind es neun Abänderungen im Code de la route, die die Rolle des Fahrrads aber auch der Fußgänger im Straßenverkehr stärken sollen. Das Nachhaltigkeitsministerium hat sich dabei an dem Vorbild der Verkehrsregelungen in anderen europäischen Staaten orientiert. Den meisten Einfluss auf die Fahrpraxis wird wohl das obligatorische Einhalten eines seitlichen Abstands von anderthalb Metern beim Überholen eines Fahrrades sein. Daraus ergibt sich, dass man als Autofahrer komplett auf die Gegenfahrbahn wechseln muss, wenn man Radfahrer überholt. Das bedeutet aber auch, dass man einen Radfahrer im Überholverbot, also bei durchgezogener Mittellinie, nicht überholen darf.

Zu zweit nebeneinander

„Wenn man weiß, dass unsere Fahrspuren im Schnitt drei bis 3,5 Meter breit sind, das Auto zwei Meter Breite hat und der Radfahrer eine Fahrspur von einem Meter Breite, dann galt diese Regelung in der Praxis bisher auch schon“, so Christophe Reuter, zuständig für die Planung der sanften Mobilität im MDDI. Zugleich erlaubt dies den Radfahrern prinzipiell, außerorts zu zweit nebeneinander zu fahren, auch wenn sie überholt werden. Auch innerorts ist das Nebeneinanderfahren jetzt prinzipiell erlaubt. Voraussetzung ist allerdings, dass man nicht überholt wird und den Verkehr nicht unnötig behindert.


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Weitere Änderung: Die Einführung von rechteckigen Anzeigetafeln für Radwege. Diese können dort angebracht werden, wo Radfahrer nicht notwendigerweise auf die Radpiste ausweichen wollen. Dies gilt zum Beispiel für solche Verkehrsteilnehmer, die mit einem Rennrad unterwegs sind und auf der Straße bleiben wollen, weil der Verkehr auf der Radpiste zu langsam ist oder die Piste durch Fußgänger blockiert wird. Eine weitere Neuerung betrifft spezielle Ampeln für Radfahrer. An ausgewählten Kreuzungen können Radfahrer dann abbiegen, während der motorisierte Verkehr noch Rot hat.

Zudem können Kinder bis zwölf Jahre künftig in Begleitung eines Erwachsenen mit dem Rad auf dem Bürgersteig unterwegs sein, bisher war dies nur bis zum Alter von zehn Jahren möglich. Weitere Änderungen betreffen das Abflachen von Bürgersteigen für Radpassagen, das Benutzen von für Fahrräder und Fußgänger durchgängigen Sackgassen sowie das Schaffen von sogenannten Fahrradstraßen. Schließlich wird die nicht mehr zeitgemäße Verpflichtung abgeschafft, am hinteren Schutzblech einen gelben Rückstrahler zu tragen.

Vorgeschriebene Ausrüstung

Vorgeschrieben sind für das Fahrrad allerdings weiterhin eine Klingel, zwei voneinander unabhängige Bremsen, ein weißes Vorder- und ein rotes Rücklicht, zwei seitliche Reflektoren pro Rad, Reflektoren an den Pedalen und ein roter Reflektor an der Rückseite des Rades.

Bei Mountainbikes kann das weiße Vorderlicht durch einen Reflektor ersetzt werden, das rote Rücklicht ist nicht vorgeschrieben. Wird das Mountainbike allerdings bei Nacht eingesetzt, so ist eine komplette Beleuchtung vorgeschrieben. Ausnahmen gelten auch für Rennräder, die für Wettbewerbszwecke oder zum Training eingesetzt werden. Am Tage sind weder Leuchten noch Rückstrahler vorgeschrieben, diese können auch durch reflektierende Elemente an den Schuhen oder Kleidern ersetzt werden. Bei Nacht gilt wie bei allen anderen Fahrzeugen eine komplette Beleuchtungspflicht.


Beidseits der bidirektionalen Radspur ist ein Streifen für die Fußgänger reserviert, der allerdings nicht von allen Passanten genutzt wird. Konflikte sind damit vorprogrammiert.
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Eine Klingel sollte auch ein Rennrad haben, sie kann diskret an der Sattelstange befestigt werden. Eine Helmpflicht besteht bisher in Luxemburg für Radfahrer zwar noch nicht, das Tragen eines Helmes wird allerdings dringend empfohlen. Dies gilt insbesondere für Kinder. Insgesamt werden die neun Maßnahmen dazu beitragen, das Fahrrad als Verkehrsmittel weiter zu fördern und die Sicherheit ihrer Benutzer weiter zu stärken.


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