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Mehr Platz für Geschichte
Lokales 2 Min. 18.06.2019

Mehr Platz für Geschichte

Das nationale Museum für Militärgeschichte ist eines der meistbesuchten Museen Luxemburgs. Schon bald wird man hier den millionsten Besucher zählen können.

Mehr Platz für Geschichte

Das nationale Museum für Militärgeschichte ist eines der meistbesuchten Museen Luxemburgs. Schon bald wird man hier den millionsten Besucher zählen können.
Foto: Nico Muller
Lokales 2 Min. 18.06.2019

Mehr Platz für Geschichte

Nico MULLER
Nico MULLER
Das Militärmuseum in Diekirch hat eine lange Geschichte. Nun wurde ein weiteres Kapitel geschrieben.

Seit den 1980er-Jahren hat sich das nationale Militärmuseum aus Diekirch (MNHM) auf den 165 Jahre alten Fundamenten der ehemaligen Brauerei im wahrsten Sinne des Wortes breitgemacht. Bereits vor 35 Jahren öffnete ein erster Teil des Museums über den Zweiten Weltkrieg seine Türen. Nun wurde ein Nebengebäude mit 835 Quadratmetern zusätzlicher Nutzfläche offiziell in Betrieb genommen.

Derzeit ist im neuen Museumstrakt die zeitlich begrenzte Ausstellung Doughboys zu Lëtzebuerg zu sehen.
Derzeit ist im neuen Museumstrakt die zeitlich begrenzte Ausstellung Doughboys zu Lëtzebuerg zu sehen.
Foto: Nico Muller

MNHM-Präsident Frank Rockenbrod zeigte sich hocherfreut hierüber, sei es doch jetzt endlich möglich, die reichhaltige Bibliothek mit rund 12 000 Büchern über Militärgeschichte öffentlich zugänglich zu machen und das wertvolle Archivmaterial professionell aufzuarbeiten. Darüber hinaus verfüge man jetzt über genug Platz, um Konferenzen und zeitlich begrenzte Ausstellungen zu organisieren beziehungsweise Workshops und pädagogische Programme mit Schulklassen durchzuführen.

Letzterem komme insofern immer mehr Bedeutung zu, als lebendige Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs immer rarer werden und man die neuen Besuchergenerationen ohne Vorwissen so ansprechen müsse, dass ihr Interesse nicht schon im Keim erstickt wird. Mit den neuen Räumlichkeiten, in die 1,5 Millionen Euro investiert worden seien, sei man jetzt in der Lage, diese Herausforderungen anzunehmen sowie den kulturellen und pädagogischen Missionen des Museums gerecht zu werden, so Rockenbrod.

Der lang ersehnte Wunsch, die reichhaltige Bibliothek der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ging nun in Erfüllung.
Der lang ersehnte Wunsch, die reichhaltige Bibliothek der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ging nun in Erfüllung.
Foto: Nico Muller

Der MNHM-Präsident blickte aber nicht nur auf die kommenden Aufgaben des Museums, sondern rief auch noch einmal dessen Anfänge in Erinnerung. Bereits in den 1970er-Jahren habe sich eine kleine Gruppe junger Leute unter dem Impuls von Roland Gaul das Ziel gesetzt, ein meinungsneutrales Museum im Sinne des Völkerverständnisses in Europa und der Versöhnung zwischen den ehemaligen Gegnern für die Nachkriegszeit und künftigen Generationen zu realisieren.

MNHM-Direktor Benoît Niederkorn (links) konnte zur offiziellen Einweihungsfeier auch zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft begrüßen.
MNHM-Direktor Benoît Niederkorn (links) konnte zur offiziellen Einweihungsfeier auch zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft begrüßen.
Foto: Nico Muller

1982 habe die Gemeinde Diekirch dem neu gegründeten Verein der Dikricher Geschichtsfrënn die Gemäuer der ehemaligen Diekircher Brauerei zur Verfügung gestellt und man habe mit dem Aufbau des Museums, das seit 1993 offiziell den Titel eines nationalen Museums trägt, begonnen. Bis heute seien mehr als 115.000 freiwillig geleistete Arbeitsstunden für den Aufbau und die Weiterentwicklung des Museums geleistet worden.


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Von seinen Anfängen bis heute sei die Entwicklung des Museums, so Rockenbrod abschließend, ein fantastisches Abenteuer gewesen, frei nach dem Motto: Nur wer das Unmögliche versucht zu erreichen, wird das Mögliche realisieren.

Dass das Museum ein Erfolg ist, beweisen nicht zuletzt die Besucherzahlen. Schon bald wird man nämlich den millionsten Besucher begrüßen können.