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Mehr Einbrüche und Diebstähle
Lokales 3 Min. 26.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Mehr Einbrüche und Diebstähle

Wer Wertsachen im Wagen liegen lässt, lockt Unehrliche an.

Mehr Einbrüche und Diebstähle

Wer Wertsachen im Wagen liegen lässt, lockt Unehrliche an.
Foto: Shutterstock
Lokales 3 Min. 26.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Mehr Einbrüche und Diebstähle

Sophie HERMES
Sophie HERMES
37.288 Straftaten wurden im vergangenen Jahr von der Polizei vermerkt. Die Täter haben es vor allem auf das Eigentum anderer Menschen abgesehen.

Einbrüche, Diebstähle, Körperverletzungen, Drogenkriminalität und Co. gehören für die Polizei zum Arbeitsalltag. Wie aus den Statistiken für das Jahr 2018, die am Dienstag vorgestellt wurden, hervorgeht, wurden innerhalb von zwölf Monaten 37.288 Straftaten von Beamten durch Anzeigen aufgenommen oder festgestellt.

Im Vergleich zum Jahr 2017 ist dies ein Plus von 1,5 Prozent. Blickt man allerdings weiter zurück, so ist ein Trend nach unten festzustellen. Auf 100.000 Einwohner wurden im vergangenen Jahr 6.194 Straftaten erfasst. Dies sind deren weniger als in den Jahren zuvor. 2014 lag die Zahl noch bei 7.839, 2017 bei 6.217. Wie Donat Donven, beigeordneter Direktor der Polizei allerdings betont, sei diese Zahl nur bedingt aussagekräftig. Denn sie umfasse wohl die Einwohnerzahl, nicht aber jene der Grenzgänger und Touristen, die sich in Luxemburg aufhalten und ebenfalls zum Opfer werden können.

Einbrüche und Diebstähle

In über 60 Prozent der Fälle hatten es die Täter im vergangenen Jahr auf das Eigentum abgesehen. Einbrüche in bewohnte Häuser und Appartements wurden 1.512 und somit deutlich mehr als in den Vorjahren gezählt. Einen maßgeblichen Anteil daran hatte eine aus dem Ausland orchestrierte Einbruchswelle gegen Ende des vergangenen Jahres. In weiteren 1.084 Fällen blieb es beim Versuch. 630 Mal waren unbewohnte Häuser – Gaststätten, Geschäfte aber auch Baubuden – Ziel der Einbrecher. Hinzu kommen 441 Versuche.

Hochkonjunktur hatten im vergangenen Jahr auch Diebstähle: Deren wurden 10.422 registriert. „Es ist schon besorgniserregend“, erklärt Donven und erinnert daran, dass Besitzer auf ihr Eigentum – insbesondere Geldbeutel und Handy – aufpassen sollten. Denn in den allermeisten Fällen handele es sich um sogenannte einfache Diebstähle. Hinzu kommen Taschen- und Ladendiebstähle.


Produkte, die klein und wertvoll sind, sind ein beliebtes Diebesgut. Darunter insbesondere Dinge, die sich zum Wiederverkauf eignen.
Rasierklingen, Kosmetik, Hochprozentiges
Klein und wertvoll – bringt ein Produkt diese Voraussetzungen mit, dann stehen seine „Chancen“, zum Objekt der Begierde von Ladendieben zu werden, nicht schlecht. Jeden Tag hat die Polizei es in den hiesigen Geschäften mit Diebstählen und Diebstahlversuchen zu tun.

Für ein Unsicherheitsgefühl dürfte unterdessen sorgen, dass in weiteren 401 Fällen Gewalt angewendet wurde – davon 156 Mal, um ein Handy zu entwenden. Zudem kam es elfmal zu bewaffneten Überfällen auf Geschäfte.

Zugenommen hat im Vergleich zu den Vorjahren auch der Diebstahl von fahrbaren Untersätzen, insbesondere jener von Fahrrädern. 468 entsprechen fast doppelt so viele als noch im Jahr 2017. „Es gab einige Serien, bei denen teure Räder gestohlen wurden“, so Donat Donven. Fahrzeuge wurden 265 entwendet. In sechs weiteren Fällen wurden die Autos unter Anwendung von Gewalt gestohlen. Zudem wurden 1.476 Einbrüche in Autos oder Diebstähle von Autoteilen gemeldet. „Hier ist ein Trend nach oben zu erkennen. Besitzer sollten keine Wertsachen liegen lassen“, sagt Donven.

Dunkelziffern und Aufklärungsraten

Die Zahl der Straftaten gegen Personen (7.409) ist im Vergleich zu den Vorjahren leicht rückläufig. Drei Tötungsdelikten – eines im Mai in Merl, eines im Juni in Schifflingen und eines im Juli in Remich – stehen 2.607 Fälle von Körperverletzung gegenüber. „Das ist ein positiver Trend nach unten“, betont Donat Donven. In weniger als einem von vier Fällen kam es zum erschwerenden Umstand der Arbeitsunfähigkeit.

François Bausch, Minister für innere Sicherheit, und Donat Donven (r.), beigeordneter Direktor der Polizei, stellten am Dienstag die Kriminalstatistiken für 2018 vor.
François Bausch, Minister für innere Sicherheit, und Donat Donven (r.), beigeordneter Direktor der Polizei, stellten am Dienstag die Kriminalstatistiken für 2018 vor.
Foto: Chris Karaba

69 Mal widersetzten sich Personen Beamten, 149 wurden solche – vorwiegend Polizisten – beleidigt. Allerdings würden immer weniger Beamte dies zur Kenntnis bringen. Hoch dürfte die Dunkelziffer auch in den Bereichen der häuslichen Gewalt (739 Fälle, davon 231 Verweisungen), der Vergewaltigung (76) und des Angriffs auf die Schamhaftigkeit (122) sein. Denn die Statistiken erfassen nur jene Fälle, in denen Anzeige erstattet wurde. „Wir können nicht hinter die Wände schauen“, so Donven. Auch die Bedrohungen (1.342) und Verleumdungen (1.580) würden das Anzeigeverhalten der Opfer widerspiegeln.

Die erfolgreiche Arbeit der Polizei belegen unterdessen 3.003 aufgedeckte Straftaten im Zusammenhang mit Drogen – 320 mehr als 2017. Auch die Aufklärungsrate ist gestiegen. Erstmals seit 2014 hat sie die 50-Prozent-Marke übertroffen. Wobei ein Fall in diesem Bereich als aufgeklärt gilt, sobald mindestens ein Verdächtiger ausgemacht werden konnte.


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