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Mehr Ampeln für weniger Stau
Lokales 3 3 Min. 25.10.2020

Mehr Ampeln für weniger Stau

Maximal 30 Sekunden soll die Rotphase der Ampelanlagen auf den Zufahrten der Autobahn A6 in Richtung Luxemburg-Stadt andauern.

Mehr Ampeln für weniger Stau

Maximal 30 Sekunden soll die Rotphase der Ampelanlagen auf den Zufahrten der Autobahn A6 in Richtung Luxemburg-Stadt andauern.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 3 3 Min. 25.10.2020

Mehr Ampeln für weniger Stau

Ein Pilotprojekt mit einer neuen Verkehrsreglung geht am Dienstag auf der Autobahn A6 in Betrieb.

(str) - Von Dienstag an werden die jüngst an den Auffahrten zur Autobahn A6 in Richtung Luxemburg-Stadt installierten Verkehrsampeln in Betrieb genommen. Das hat die Straßenbauverwaltung nun angekündigt.

Auf den Autobahnzufahrten in Steinfort, Mamer, Bridel und Strassen in Richtung Hauptstadt werden künftig Verkehrsampeln den Zugang zur Autobahn regeln und so den Verkehrsfluss optimieren.

In Luxemburg ist das System ein Pilotprojekt, im Ausland, beispielsweise in den Niederlanden, in Frankreich und in Deutschland wird es bereits angewendet. Und man bescheinigt dem Prinzip dort positive Auswirkungen auf den Verkehr, so die Straßenbauverwaltung in einer Pressemitteilung.

Ein Computer namens CARA

Gesteuert wird das System, das als Abkürzung den Namen CARA für Contrôle d'accès au réseau autoroutier trägt, von einem Verkehrsüberwachungscomputer, der auf eine ganze Reihe von Verkehrsdaten zurückgreifen kann.

Das Prinzip soll wie folgt funktionieren: Bei einer hohen Verkehrsdichte kommt es zu einer Verlangsamung des Verkehrsflusses auf der Autobahn, so die Straßenbauverwaltung. Der Zähfluss führt dann schnell zu weiteren Verzögerungen, die sich dann insbesondere in Höhe der Autobahnzubringer erhärten. Hier wirkt dann CARA ein – durch zwei Ampeln auf der Autobahnzufahrt.

Andauernde Verkehrsüberwachung

Über Sensoren in der Fahrbahn, sowohl auf der Auffahrt als auch auf der Autobahn, wird das Verkehrsaufkommen ständig und in Echtzeit überwacht. Wenn CARA dann eine zunehmende Verkehrsdichte feststellt, die eine festgelegte kritische Masse überschreitet, wird ein Phasensystem für die Verkehrsampeln aktiviert.


Lok , Bartringen  , Ampelanlage Tossebierg , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
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Die Fahrzeuge, die auf die Autobahn auffahren wollen, werden für einige Augenblicke von einer roten Ampel aufgehalten. Die Rotphase dauert maximal 30 Sekunden, inklusive einer Gelbphase von fünf Sekunden.

Auf diese Weise, schreibt die Straßenbauverwaltung, wird der Verkehr von der Auffahrt zyklisch in jenen auf der Autobahn eingebunden. Die Taktung führt dazu, dass der Verkehrsfluss auf der Autobahn weniger von den auffahrenden Fahrzeugen gestört wird und deren Eingliederung vereinfacht. Kurzum: Wenn die Fahrzeuge auf der Zufahrt besser getaktet werden, müssen jene auf der Autobahn weniger bremsen. Der Verkehr rollt beständiger.

Keine Auswirkungen auf Umfeld

Wenn der Verkehr auf der Autobahn dann wieder fließt, und das Aufkommen unter den kritischen Wert fällt, schalten die Ampeln auf der Zufahrt wieder auf Dauergrün. Damit die neuen Ampeln sich nicht auf den umliegenden Verkehr auswirken, schaltet CARA die Taktung gleich wieder aus, sobald die Autobahnzufahrt gesättigt ist. Ansonsten wird die Dauer der Rotphasen ständig den tatsächlichen Verkehrsbedingungen angepasst, betont die Straßenbauverwaltung.

CARA ist rund um die Uhr und an sieben Tagen die Woche in Betrieb und kann die Taktung auf der Zufahrt demnach auch jederzeit aktivieren, wenn es zu hohem Verkehrsaufkommen kommt. Ansonsten zeigen die Ampeln durchgehend grünes Licht.

CITA kann jederzeit eingreifen

Sollte es Probleme geben, können jederzeit Techniker aus dem Verkehrsüberwachungszentrum CITA eingreifen, welche die Funktion der Anlage sowohl über einen automatisierten Alarm als deren Wirkung auch über die Kameraüberwachung des Autobahnnetzes kontrollieren.


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Das übergeordnete Ziel, das mit der Einführung von CARA verfolgt wird, ist es, die Fahrzeit zwischen der belgischen Grenze und Luxemburg-Stadt zu verkürzen. Wie die Straßenbauverwaltung weiter betont, geht es auch darum, den Nutzen der Infrastruktur zu optimieren, indem sein Fassungsvermögen verbessert wird.

Dadurch soll dann letztlich auch das Unfallrisiko durch eine schwierige Eingliederung in den fließenden Verkehr und durch unangepasstes Verkehrsverhalten vermindert werden. Außerdem soll durch das System der Umweltimpakt der Berufspendlerfahrten verringert werden.

Schranken waren vorgesehen

Als das Mobilitätsministerium die Arbeiten zur Errichtung der Anlagen öffentlich im Jahr 2017 ausschrieb, war im Übrigen noch ein zusätzliches Element im Lastenheft aufgeführt. Neben den Ampeln, den Sensoren und der Steuerung war auch die Errichtung von Zugangsschranken vorgesehen.

Wie auf den vier Auffahrten in Steinfort, Mamer, Bridel und Strassen aber offensichtlich ist, wurde darauf verzichtet.  

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