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Medizinisches Cannabis: Bereits 120 Patienten behandelt
Sieben Kilo der schmerzlindernden Substanz wurden seit der Legalisierung bereits von Ärzten verschrieben.

Medizinisches Cannabis: Bereits 120 Patienten behandelt

Foto: AFP
Sieben Kilo der schmerzlindernden Substanz wurden seit der Legalisierung bereits von Ärzten verschrieben.
Lokales 18.04.2019

Medizinisches Cannabis: Bereits 120 Patienten behandelt

Sarah CAMES
Sarah CAMES
Eine erste Bilanz ist gezogen: Mehr als 120 Patienten, rund sieben Kilo Cannabis und 250 Ärzte, die den Stoff seit etwa drei Monaten verschreiben können.

Gesundheitsminister Etienne Schneider teilte am Mittwoch in einer parlamentarischen Antwort einige Eckdaten zu Verschreibungen von Cannabis in Luxemburg mit. Seit der Cannabis-Konsum zu medizinischen Zwecken vor etwa drei Monaten legalisiert wurde, haben luxemburgische Ärzte insgesamt schon rund sieben Kilo Cannabis verschrieben.


Ärzte dürfen in Luxemburg bestimmten Patienten unter anderem Cannabisblüten verschreiben. Diese entfalten etwa beim Rauchen ihre Wirkung.
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Seit dem 20. Januar 2019 sind von insgesamt 2.014 Ärzten in Luxemburg rund 250 dazu befugt, Cannabis als schmerzlinderndes Mittel an ihre Patienten zu verschreiben. Laut Gesundheitsminister Etienne Schneider sind seit der Legalisierung schon mehr als 120 Patienten mit THC-haltigem Cannabis behandelt worden.

Der Stoff wird vor allem bei schwerwiegenden Krankheiten wie etwa Multiple Sklerose oder Krebs verschrieben, überwiegend in Blüten-Form.

Das Projekt "medizinisches Cannabis" befindet sich aktuell noch in einer zwei Jahre langen Testphase. Eine vorläufige Bilanz soll erst im Jahr 2021 gezogen werden.

"Eine Evaluation, vor allem über die Zahl der betroffenen Patienten und Verschreibungshinweise, muss durchgeführt werden, um über einen eventuellen Ausbau des Projektes im nationalen Gesundheitssystem zu entscheiden", so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums zu der Wort.lu/fr-Redaktion.

 "Cannabidiol"-Produkte - legal in Luxemburg?

Eine weitere parlamentarische Antwort wurde am Donnerstag außerdem zu dem Thema "Cannabidiol", besser bekannt als CBD, gegeben. CBD ist ein Wirkstoff, der in der Cannabispflanze enthalten ist, aber im Gegensatz zum THC keine berauschenden Effekte hat. Jeff Engelen von der ADR wollte von dem Gesundheits- und dem Justizminister wissen, ob der Stoff als Rauschmittel angesehen wird und welche legalen Bedingungen erfüllt sein müssen, damit ein Laden in Luxemburg CBD legal verkaufen darf.


(FILES) This file photo taken on March 16, 2017 shows legal cannabis plants growing under eavy light in a greenhouse of a Switzerland's cannabis producer in Koelliken. - Is the Cannabidiol (CBD), the new "superhero" cosmetic ingredients ? Many small companies are rushing into the niche, but the historic giants of the beauty sector are still waiting due of the legal vagueness surrounding this non-psychoactive molecule of cannabis. (Photo by Fabrice COFFRINI / AFP)
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In Luxemburg gibt es aktuell bereits mehrere Läden und vier Automaten, in denen der Stoff vertrieben wird. Dem CBD werden ähnliche medizinische Wirkungen nachgesagt wie dem psychoaktiven THC, das Ärzte seit dem 20. Januar 2019 an ihre Patienten verschreiben dürfen.

In ihrer Antwort erklärten die Minister, dass CBD nicht als Rauschmittel klassifiziert ist, da es laut dem aktuellsten Wissenschaftsstand "gesundheitlich unbedenklich" ist und weder "berauschend" noch "suchterzeugend" wirkt.

Trotzdem wären Lebensmittel, die CBD enthalten, nach wie vor nicht "legal auf dem Markt", weder in Luxemburg noch sonst wo in Europa. Grund dafür ist, dass diese Produkte als "Novel Food" angesehen werden und daher eine europäische Autorisation bräuchten. Diese liegt allerdings bis heute nicht vor.

Auch im Bereich der Kosmetik und des Tabaks müssten die nationalen und europäischen Gesetze respektiert werden.




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