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"Medicoleak": Zwei Hausdurchsuchungen
Sven Clement (links) und Jerry Weyer von der Piratenpartei.

"Medicoleak": Zwei Hausdurchsuchungen

Foto: Serge Waldbillig
Sven Clement (links) und Jerry Weyer von der Piratenpartei.
Lokales 15.04.2012

"Medicoleak": Zwei Hausdurchsuchungen

Knapp zweieinhalb Monate, nachdem sich Unbekannte Zugang zu 48.670 medizinischen Gutachten verschafft haben, kam es vergangene Woche zu zwei Hausdurchsuchungen.

(str) - Knapp zweieinhalb Monate, nachdem sich Unbekannte Zugang zu 48.670 medizinischen Gutachten verschafft haben, kam es vergangene Woche zu zwei Hausdurchsuchungen.

Ins Visier der Ermittler gerieten der Präsident der Luxemburger Piratenpartei und ein Mann aus dem CIRCL (Computer Incident Response Center Luxembourg). Dabei handelt es sich um eine Unterabteilung des SMILE (Security Made in Lëtzebuerg) im Wirtschaftsministerium. Informationen von wort.lu/fr zufolge wurden zwei Macbooks, zwei iPhones und ein iPad beschlagnahmt.

Zur Affäre war es gekommen, weil ein Mitarbeiter des staatlichen Centre médico-sportif sich das Login und das Passwort zur Datenbank auf ein Notizzettel notiert und dann an den Computerbildschirm geklebt hatte. Somit waren die Zugangsdaten offenbar für die Patienten sichtbar.

Kurz nachdem der Vorfall in der Presse bekannt worden war, hatte Justizminister François Biltgen Diebstahlsanzeige gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Zudem wurden die Passwörter geändert.

Piratenpartei: „Nichts hat sich geändert“

In einer Pressemitteilung bestätigt der Vizepräisdent der Piratenpartei, Jerry Weyer, am Dienstag die Hausdurchsuchung beim Parteipräsidenten. „Beunruhigend ist jedoch, dass drei Monate nach den Vorfällen die Ressourcen vorhanden sind, Strafverfahren einzuleiten, die Medico-Datenbank allerdings aufgrund der Uneinsichtigkeit von Sportminister Schneider weiterhin nicht sicherer geschützt ist“, schreibt Weyer.

Dass nur die Passwörter geändert wurden, nicht aber die Sicherheit erhöht, zeuge von einer hilflosen Reaktion auf „die Fahrlässigkeit der Regierung in Planung und Verwaltung einer Datenbank“. Die Strafverfolgung gegen den Überbringer der schlechten Nachricht sei ein Schritt in die falsche Richtung.“


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