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Médecins du monde: Weil Leid keinen Urlaub macht
Lokales 2 13.08.2019

Médecins du monde: Weil Leid keinen Urlaub macht

In Bonneweg behandeln die ehrenamtlichen Mediziner von Médecins du monde Patienten in Notsituationen kostenlos.

Médecins du monde: Weil Leid keinen Urlaub macht

In Bonneweg behandeln die ehrenamtlichen Mediziner von Médecins du monde Patienten in Notsituationen kostenlos.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 2 13.08.2019

Médecins du monde: Weil Leid keinen Urlaub macht

Sandra SCHMIT
Sandra SCHMIT
Auch während der Sommerferien - wenn vielen anderen alles leicht erscheint - haben Menschen in Not es schwer. Für sie sammelt Médecins du monde Geld.

Es sind Sommerferien: Eine Zeit, in der vieles langsamer läuft und alles locker und leicht erscheint – allerdings längst nicht für jeden. Denn während die einen Fernweh haben, tun anderen die Zähne weh. Wenn manche sagen, dass sie Ferien brauchen, brauchen andere dringend Pflege.

Unter anderem mit diesen Slogans wollen Médecins du monde (MDM) Aufmerksamkeit erregen. Aufmerksamkeit für die Menschen im Großherzogtum, die keinen Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem haben oder sich einen Besuch beim Arzt einfach nicht leisten können.

Ohne Krankenkassenkärtchen keine Behandlung

Das ganze Jahr über behandeln die freiwilligen Helfer von MDM Patienten, die nicht zum Arzt gehen können: Weil ihnen das Geld dazu fehlt oder sie nicht bei der Gesundheitskasse registriert sind. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn jemand keine feste Wohnadresse in Luxemburg hat. Wenn diese Menschen Schmerzen haben, wenden sie sich an MDM.

Viele von ihnen haben chronische Krankheiten, Diabetes oder Asthma und kommen immer wieder, während Jahren. Rund 815 Patienten wurden im vergangenen Jahr kostenlos von den ehrenamtlichen Medizinern und Helfern von MDM behandelt.

Und die Dunkelziffer sei höher, sagt die Direktionsbeauftragte von MDM, Sylvie Martin: „Es gibt wahrscheinlich noch weit mehr Menschen, die kein Krankenkassenkärtchen besitzen. Wenn die allerdings nicht krank werden, kommen sie ja nicht zu uns.“

Spendenkampagne gestartet

Um weiter in Not Geratenen helfen zu können, ist die Hilfsorganisation allerdings auf Spenden angewiesen. Deshalb wird im August eine Spendenkampagne mit dem Titel „Im Sommer“ gestartet. Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt: „Es gibt Menschen, die leiden das ganze Jahr über. Auch während der Sommerferien“, erklärt Sylvie Martin. 

Es gehe dabei keineswegs darum, Urlaubern ein schlechtes Gewissen zu machen. Vielmehr wolle man laut der Direktionsbeauftragten zeigen, dass manche Menschen nicht nur auf eine Fahrt ins Ausland verzichten müssen, sondern sich auch keinen Besuch beim Arzt leisten können.


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