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"Médecins du monde": Gesundheit für alle!
Lokales 25.04.2017

"Médecins du monde": Gesundheit für alle!

2016 wurden dreimal mehr Bedürftige behandelt als 2015.

"Médecins du monde": Gesundheit für alle!

2016 wurden dreimal mehr Bedürftige behandelt als 2015.
Foto: Guy Jallay
Lokales 25.04.2017

"Médecins du monde": Gesundheit für alle!

Cheryl CADAMURO
Cheryl CADAMURO
Auch Menschen ohne Sozialversicherung sollten Zugang zu medizinischer Versorgung haben - dafür setzt sich "Médecins du Monde" in Luxemburg ein.

(che) - Ohne Wohnung, ohne Einkommen, manchmal ohne 
Papiere, meist ohne Sozialversicherung: So oder so ähnlich sieht die Situation der Menschen aus, die die Räumlichkeiten von 
„Médecins du monde“ (MdM) 
aufsuchen. Hier erhalten 
Bedürftige, die meisten von ihnen haben keinen festen Wohnsitz oder leben unter der Armutsgrenze, medizinische Versorgung und psychologische Betreuung.

Großes gesellschaftliches Problem

Ob wegen Zahnschmerzen, Depressionen, einer Augenentzündung, einer Impfung oder einem grippalen Infekt: Waren es 2015 noch 227 Bedürftige, die die Einrichtungen der internationalen Hilfsorganisation in Luxemburg besuchten, stieg die Zahl der 
Patienten 2016 auf 620 beziehungsweise 1 300 Behandlungen an.

Die meisten davon im „Centre d´accueil, de soins et d´orientation“ (CASO) in Bonneweg, das vor allem aufgrund einer Finanzspritze der „Oeuvre nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte“ ermöglicht wurde. Aber auch im „Foyer Esperanza“ in Bonneweg, im „Centre médical“ in Esch/Alzette sowie in einem Krankenwagen in Ettelbrück finden Bedürftige eine medizinische Anlaufstelle von „Médecins du Monde“.

Und die Nachfrage steigt weiter. Insgesamt 489 Beratungen wurden von Januar bis April dieses Jahres bereits durchgeführt. „Die Zahlen sprechen für sich. Armut ist ein großes gesellschaftliches Problem in Luxemburg“, erklärt Jean Bottu, Präsident von „Médecins du Monde“.

Und so fordert die Vereinigung Veränderungen auf politischer Ebene. „Wir benötigen ein Sozialversicherungssystem, das allen Menschen Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglicht“, so Bottu weiter.

Die Menschen, die durch das soziale Raster fallen, erhalten bei „Médecins du Monde“ zwar angemessene Hilfe, doch basiert diese hauptsächlich auf dem Engagement von derzeit etwa 70 Ehrenamtlern sowie Spendengeldern, denn die Organisation zählt nur fünf Festangestellte.

Hoffnungsschimmer?

Doch vielleicht stehen bald schon Änderungen an: Médecins du Monde arbeitet derzeit mit Vertretern der Krankenhäuser sowie der Gesundheitskasse an einer Konvention, die die Kostenübernahme von Bedürftigen, die im Krankenhaus gepflegt werden müssen, regeln soll. So kann zumindest die stationäre Pflege der Kunden von „Médecins du Monde“ vereinfacht werden

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