Me Vogel: Stay Behind!

Ex-Soldat will bereits 1988 von mit Waffen und Sprengstoff ausgestatteten Stay-Behind-Truppen erfahren haben.

Alain Jaans wollte den Namen des Instruktors am Donnerstag nicht nennen.
Alain Jaans wollte den Namen des Instruktors am Donnerstag nicht nennen.
Foto: Romain Schanck

(str) - Bereits 1988 habe er durch einen Instruktor am Herrenberg von der Existenz von Stay Behind erfahren, sagte am Donnerstag der Ex-Soldat Alain Jaans im Bommeleeër-Prozess aus. Im Fall einer Sowjet-Invasion sollten mit Waffen und Sprengstoff ausgestattete Zivilisten Sabotageakte ausführen, habe es damals geheißen. Den Namen des Instruktors wollte Jaans nicht nennen.

Er betonte allerdings im Zeugenstand, bei der Luxemburger Armee seien Manöver-Szenarien, die Sabotage – etwa das Sprengen von Brücken – beinhalteten, gängige Praxis gewesen. Dass ein anonymer Unteroffizier dies in einem Fernsehbericht als großes Geheimnis darstellte, könne er nicht nachvollziehen.

Für Verteidiger Me Vogel ist diese Aussage ein weiterer Beweis dafür, dass Stay Behind für die Attentatserie verantwortlich sei – eine These, die auch der ehemalige Untersuchungsrichter Prosper Klein teile, so Vogel gegenüber dem „Wort“.

Gefallen fand die Verteidigung am Donnerstag offensichtlich auch an der Aussage eines ehemaligen Fahrers der Armee. Guy Greis sagte aus, dass er zweimal den damaligen Armeekommandanten Armand Brück in die Nähe des RTL-Senders in Beidweiler gefahren habe. Dort fand das erste Attentat der Bommeleeër-Serie statt.

Bruck habe ihm streng verboten, jemandem von den Fahrten zu erzählen, bei denen sich der Colonel insbesondere für Feldwege, mögliche Verstecke für Fahrzeuge auf Waldwegen und einen schnellen Zugang zur Echternacher Strecke interessiert habe. Einer Stelle, 200 Meter von den RTL-Antennen entfernt, habe er sich besonders gewidmet.

Als sein Chef ihn gefragt habe, wo er gewesen sei, habe er auf Colonel Bruck verwiesen. Nach der zweiten Fahrt habe er seinem Chef nicht noch einmal ausweichende Antworten geben wollen. Als er Bruck darauf angesprochen habe, sei dieser sehr verärgert gewesen und habe ihm mit einem Disziplinarverfahren wegen Verrats militärischer Geheimnisse gedroht.

Zweimal sei Greis zudem im vergangenen Jahr am Telefon bedroht worden: Wenn er im Prozess aussage, würde er die Quittung bekommen. Greis änderte daraufhin seine Telefonnummer und weitere Drohungen blieben aus.