Maßnahmen gegen Lichtverschmutzung

Mehr Dunkelheit, bitte!

Keine guten Aussichten: nicht nur Hobbyastronomen beklagen sich über zu helle Nachthimmel.
Keine guten Aussichten: nicht nur Hobbyastronomen beklagen sich über zu helle Nachthimmel.
Foto: Lex Kleren

Von Jacques Ganser

Dunkler Nachthimmel über Luxemburg ist zur Seltenheit geworden. Das Phänomen der Lichtverschmutzung stört Mensch und Tier, jetzt wurde zum ersten Mal eine wissenschaftliche Erhebung durchgeführt. Die Milchstraße kann man von Luxemburg aus schon fast nicht mehr sehen. Wie in anderen Ländern auch, legt sich die Lichtverschmutzung wie eine Glocke über die Landschaft.

Das bleibt nicht ohne Konsequenzen: Neben dem ökonomischen Aspekt der Verschwendung stört das Nachtlicht vor allem Vögel, Fledermäuse und Insekten. Sie lassen sich von diesem Licht fehlleiten, weil sie ursprünglich das Mondlicht als Orientierungshilfe benutzen.

Aber auch der Mensch reagiert auf nächtliches Licht gereizt und gestresst, insbesondere wenn der blaue Lichtanteil erhöht ist. Dies gilt speziell für Fernseher und Handygeräte. Zu ersten Male wurden die Lichtwerte in Luxemburg von einem Schweizer Experten vermessen, dies auf Basis von mehrmonatigen Auswertungen von Satellitendaten.

Die Resultate sind markant: Rund 20 Prozent der Gemeinden strahlen in der Nacht heller als zwei Vollmonde. Der Vollmondvergleich wurde dabei absichtlich benutzt, weil man sich ,anders als bei physikalischen Werten, etwas darunter vorstellen kann. Dazu muss man wissen, dass die Helligkeit des Vollmondes ausreicht, um Zeitung lesen zu können. Wenig erstaunlich, dass gerade Luxemburg-Stadt und Esch/Alzette Spitzenreiter in Sachen Lichtverschmutzung sind. Aber auch einzelne ländliche Gemeinden leuchten ins Weltall.

„Wir haben einzelne Hotspots ausgemacht, dazu zählen vor allem Autobahnen und Ratsstätten, beleuchtete Denkmäler, Industriezonen, Parkplätze und Sportplätze, aber auch das Gefängnis“, so der Schweizer Experte von „Dark Sky“ Dr. Lukas Schuler. 

Reihe von Maßnahmen 

Staatssekretär Camille Gira will jetzt rasch handeln. „Es gibt einfache Lösungen: Die Einführung von LED's als Straßenbeleuchtung, effizientere Beleuchtung von Denkmälern und Sportplätzen sowie die Abschirmung des Lichtkegels nach oben. Auch Zeitschalter, besonders im privaten Bereich, können bereits gute Dienste leisten.“

Gira will aber noch weiter gehen, eine Arbeitsgruppe untersucht die Möglichkeit einer gesetzlichen Regelung. Möglich wären z. B. Beleuchtungsverbote ab einer gewissen Uhrzeit. Zudem soll ein Leitfaden für öffentliche Verwaltungen erarbeitet werden. Gira verwies allerdings auch auf die neuerdings im Trend liegenden LED-Leuchttafeln. „Hier muss dringend ein Regelwerk her, weil diese Installationen auch eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellen, so Gira.