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Masern: Risiko liegt im Ausland: Kleiner Pieks mit großer Wirkung
In Luxemburg sind 95 Prozent der Bevölkerung gegen Masern geimpft.

Masern: Risiko liegt im Ausland: Kleiner Pieks mit großer Wirkung

AFP
In Luxemburg sind 95 Prozent der Bevölkerung gegen Masern geimpft.
Lokales 26.02.2015

Masern: Risiko liegt im Ausland: Kleiner Pieks mit großer Wirkung

In Deutschland breiten sich die Masern immer weiter aus. In Luxemburg liegt die letzte Welle schon fast 20 Jahre zurück. Trotzdem sollten Eltern darauf achten, dass ihre Kinder geimpft werden, heißt es vom Referenzzentrum Masern beim CRP Santé.

(vb) - In Deutschland breiten sich die Masern immer weiter aus. In Luxemburg liegt die letzte Welle schon fast 20 Jahre zurück. Trotzdem sollten Eltern darauf achten, dass ihre Kinder geimpft werden, heißt es vom Referenzzentrum Masern beim CRP Santé.

Im Großraum Berlin ist kein Ende der Masernwelle in Sicht: Über 600 Menschen sind erkrankt, bei rund einem Viertel davon ist die Krankheit so schwer, dass sie ins Krankenhaus mussten. Ein Kleinkind ist gestorben. In Luxemburg sind Masern dank der hohen Impfquote selten. Laut dem Regionalen Referenzzentrums für Europa der Weltgesundheitsorganisation in Luxemburg beim Laboratoire National de Santé und dem LIH (ehemals CRP-Santé) sind hierzulande in den vergangenen zehn Jahren nur zwölf Fälle registriert worden. "Meist handelt es sich um Menschen, die erst im Erwachsenenalter nach Luxemburg gezogen sind. Alle haben sich im Ausland mit Masern angesteckt", erklärt Professor Claude P. Muller, Direktor des WHO-Referenzzentrums in Luxemburg-Bonneweg.

Zwar seien die Kinder in Luxemburg zu mehr als 95 Prozent geimpft, doch bei Zuwanderungen aus anderen Ländern könne man das nicht unbedingt voraussetzen. "Es gibt deshalb ein Programm in Luxemburg, auch Erwachsene dieser Risikogruppen zu einer Masern-Impfung zu bewegen", sagt Claude P. Muller. Unter Normalbedingungen sei die Impfung hoch wirksam und biete lebenslangen Schutz.

Professor Claude Muller: Masernpatienten in Luxemburg haben sich alle im Ausland angesteckt.
Professor Claude Muller: Masernpatienten in Luxemburg haben sich alle im Ausland angesteckt.
CRP Santé

Dass eine Epidemie wie in Deutschland auch im Großherzogtum ausbricht, kann der Forscher sich kaum vorstellen. In anderen europäischen Ländern gebe es aber Lücken im Impfschutz, zum Beispiel in Bulgarien, Rumänien, aber auch in Frankreich.

Eltern würden hierzulande gut auf den Impfschutz der Kinder achten, erklärt der Kinderarzt Dr. Patrick Theisen. In seiner Praxis begegnet er selten Vorbehalten seitens der Eltern: "Das sind Einzelfälle. Ich berate sie über die Impfung und dann stimmen die meisten zu, dass ihre Kinder gegen Masern geimpft werden." Die Kombi-Impfung sei gut verträglich, lediglich in manchen Fällen könne es zu leichtem Fieber kommen.


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