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Marathon-Sieger beleidigt: Frau droht Geldstrafe
Lokales 24.09.2019

Marathon-Sieger beleidigt: Frau droht Geldstrafe

Mark Kangogo gewann den Stadtmarathon 2018. Dafür gab es auf Facebook fremdenfeindliche Kommentare.

Marathon-Sieger beleidigt: Frau droht Geldstrafe

Mark Kangogo gewann den Stadtmarathon 2018. Dafür gab es auf Facebook fremdenfeindliche Kommentare.
Foto: Laurent Blum
Lokales 24.09.2019

Marathon-Sieger beleidigt: Frau droht Geldstrafe

Eine Facebook-Nutzerin äußert sich fremdenfeindlich gegen den Sieger des ING Night Marathon von 2018 und muss sich nun vor Gericht verantworten. Ihr droht eine Geldstrafe.

(SH) - Mit einem neuen Streckenrekord setzte sich Mark Kangogo am 12. Mai vergangenen Jahres beim ING Night Marathon durch. Dass der Sieg damit erneut an einen Läufer aus Kenia – und somit in diesem Fall an einen Menschen mit dunkler Hautfarbe – ging, stieß einer Facebook-Nutzerin allerdings übel auf. Und so kommentierte sie einen in das soziale Netzwerk gestellten Medienbericht zunächst mit den Worten „Schon wieder ein Schwarzer“. Als ein weiterer User sie daraufhin fragte, was ihr Problem sei, schrieb sie Folgendes: „Das Problem ist, dass wir es satthaben mit dieser Rasse.“

Dieser Kommentar schockierte einige Leser so sehr, dass er der Stopline von BeeSecure gemeldet wurde und eine Strafverfolgung mit sich brachte. Nun musste sich die 45-jährige Verfasserin wegen Aufrufs zum Hass vor Gericht verantworten.

Während der Verhandlung gab Isabel M. zwar wohl zu, den Kommentar verfasst zu haben. Die rassistischen Vorwürfe wies sie aber von sich. Sie habe lediglich ausdrücken wollen, dass beim Marathon immer wieder schwarzafrikanische Läufer siegen. Sie kommentiere nicht oft. Aber: „Ich habe auch schon geschrieben, dass Cristiano Ronaldo immer den Ballon d'Or gewinnt“, erklärte die Frau.

Ein ungeschriebenes Wort

Rassist sei sie aber nicht, sagte die Beschuldigte, meinte dann aber, dass es eben eine weiße und eine schwarze Rasse gebe. Weiter erklärte sie, dass sie wohl verstehen könne, dass sich einige Nutzer von ihrer Aussage schockiert zeigten. In ihren Augen allerdings nicht, weil sie das Wort „Rasse“ benutzt hatte, sondern weil sie diesem in ihrem französischen Kommentar das Wort „sale“ (schmutzig) vorgefügt habe. „Das kann schockieren“.


Mark Kangogo (Erster Marathon) / Leichtathletik, ING Night Marathon Luxembourg 2018 / 12.05.2018 / Luxexpo, Luxemburg / Foto: Christian Kemp
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„Die Angeklagte entschuldigt sich nicht wirklich für ihren Satz. Sie entschuldigt sich für das Wort ,sale’, das sie gar nicht geschrieben hatte“, bemerkte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft daraufhin.

Zuvor hatte auch der Ermittler der Kriminalpolizei in seinen Aussagen zu keinem Zeitpunkt das Wort „sale“ erwähnt.

Der Vertreterin der Staatsanwaltschaft zufolge ist der Tatbestand des Aufrufs zum Hass erfüllt. Sie forderte demnach eine angemessene Geldstrafe gegen die Frau, die über keine Vorstrafen verfügt.

Die Richter geben ihr Urteil am 14. Oktober bekannt.  


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