Mansfeld-Park

Die Tore sind wieder geöffnet

Aus dem tristen Areal ist ein gemütlicher Treffpunkt für die Bevölkerung geworden.
Aus dem tristen Areal ist ein gemütlicher Treffpunkt für die Bevölkerung geworden.
Foto: Nadine Schartz

(nas) - Lange war es nur ein Gerücht, seit gestern ist daraus Realität geworden: Der Mansfeld-Park, der seit vielen Jahren den einstigen Glanz der Renaissance verloren hatte, ist wieder als öffentlicher Park für die Bürger geöffnet.

Und es schien, als ob viele Anwohner mit Ungeduld auf diesen Tag gewartet hätten. Von der Neugier getrieben, zog es nämlich gestern schon vor der offiziellen Eröffnung des Parks, das mit einem Straßenfest verbunden war, unzählige Besucher in den „neuen“ Park. Auch der anhaltende Regen konnte viele nicht davon abhalten, über die angelegten Spazierwege zu flanieren und das Areal genau unter die Lupe zu nehmen.

Zur Eröffnung wurde ein Straßenfest organisiert. Eine Veranstaltung, die unzählige Bewohner des Viertels sich nicht entgehen ließen.
Zur Eröffnung wurde ein Straßenfest organisiert. Eine Veranstaltung, die unzählige Bewohner des Viertels sich nicht entgehen ließen.
Foto: Nadine Schartz

„Wer hätte das noch vor kurzer Zeit gedacht?“, meinte etwa ein Herr. In der Tat war in der Vergangenheit von dem ehemaligen Schlosspark des Grafen Peter Ernst von Mansfeld mit u. a. der „Fontaine Saint-Pierre“ und der „Fontaine de Vénus“, dem Labyrinth und dem Obstgarten nichts mehr zu sehen. Nach den Ausgrabungen in den Jahren 2000 bis 2002 wurde das Areal nicht mehr benutzt. Dies soll sich aber in Zukunft ändern.

Der erste Schritt hierzu wurde bereits in den vergangenen Wochen getan. Aus dem bis dato unscheinbaren und alles andere als ansehnlichen Grundstück ist nun ein öffentlicher Park geworden, in dem sich Bürger aller Altersgruppen treffen können und dabei auf ihre Kosten kommen. „Es soll ein Park werden, in dem die Bürger aus dem Viertel, aber auch andere Besucher sich wohlfühlen“, meinte etwa Stadtbürgermeisterin Lydie Polfer gestern.

Aus vier Richtungen gelangt man in den Park. Von dort führen Spazierwege über das Areal.
Aus vier Richtungen gelangt man in den Park. Von dort führen Spazierwege über das Areal.
Foto: Nadine Schartz

Vier Eingangsbereiche führen in den Park, es wurden  Spazierwege angelegt, es gibt mehrere Sitzgelegenheiten, Hochbeete, eine Boulepiste und Trinkwasserfontäne. Die bestehende Hundetoilette hat ihren Standort gewechselt. Darüber hinaus werden die Besucher auf Informationstafeln entlang der Überreste des Schlosses sowie im Park selbst über die Geschichte des historischen Areals informiert.

Nur der erste Teil eines Gesamtprojektes

Dies ist jedoch nur ein Teil des Projektes in dem einst prunkvollen Schlossgarten. „Während die ersten Pläne bereits umgesetzt wurden, soll das Gesamtkonzept erst in einer späteren Phase realisiert werden“, erklärt die Architektin der Stadt Luxemburg, Shaaf Milani-Nia.

Die zweite Etappe der Arbeiten könnte nämlich erst erfolgen, wenn bekannt sei, inwiefern man die Überreste aus der Renaissance, die bei den vorangegangenen Ausgrabungen freigelegt, aber zwecks Konservierung wieder zugeschüttet worden waren – wie etwa die Schlossbrunnen – in das Projekt integrieren könne.

Ein Gleichgewicht zwischen 
Neu und Alt

Eines steht jedoch fest: „Die historischen Elemente sollen ein Bestandteil des neu gestalteten Parks sein, so dass ein Gleichgewicht zwischen Alt und Neu entsteht“, sagt Shaaf Milani-Nia. Und: „Uns ist es wichtig, dass die Bürger die nötige Zeit haben, um sich an den Platz zu gewöhnen und mit ihm zu wachsen“.

So müsse man abwarten, wie die Bürger etwa die Hochbeete pflegen, den Park nutzen und welche Ideen sie in die Pläne einfließen lassen. Diese konnten sie nämlich auch gestern bei der Eröffnung einreichen. Doch auch in Zukunft kann jeder Vorschläge machen oder sich etwa in einer Arbeitsgruppe an der Fortsetzung des Projektes beteiligen.

In den Arbeitsgruppen, an denen Bürger aller Altersgruppen sich beteiligten, wurde u.a. festgehalten, dass die Geschichte des Parks auch nach der Umgestaltung eine Rolle spielen soll. Aus diesem Grund werden die Besucher beispielsweise nun via Informationstafeln über die Vergangenheit des Renaissance-Schlosses und den dazugehörigen Park informiert.
In den Arbeitsgruppen, an denen Bürger aller Altersgruppen sich beteiligten, wurde u.a. festgehalten, dass die Geschichte des Parks auch nach der Umgestaltung eine Rolle spielen soll. Aus diesem Grund werden die Besucher beispielsweise nun via Informationstafeln über die Vergangenheit des Renaissance-Schlosses und den dazugehörigen Park informiert.
Foto: Chris Karaba

Die Bürger hatten jedoch bereits vor der Verwirklichung der ersten Phase einen Einfluss auf die Pläne. Anfang April hatten rund 50 Einwohner – vorwiegend aus dem Stadtteil Clausen – sich im Jugendhaus „River“ zu einer öffentlichen Versammlung zusammengefunden. In einzelnen Arbeitsgruppen, in denen alle Altersgruppen vertreten waren, diskutierten die Anwesenden darüber, was in Zukunft mit dem Mansfeld-Park geschehen sollte.

Am Ende waren sich alle Anwesenden einig, das Kulturerbe zu erhalten, es jedoch durch diverse Maßnahmen aufzuwerten. Auf der „Wunschliste“ standen beispielsweise ein Gemeinschaftsgarten, Spielplätze, eine Boulepiste, ein Barfußpfad und ein historischer Rundgang. Ein Heckenlabyrinth, Obstbäume und Brunnen bzw. Wasserspiele sollten an die Geschichte des Parks anlehnen. Vorschläge, die zum Teil zurückbehalten und umgesetzt wurden.

Die Verwandlung 
eines Schandflecks

Auch wenn das Fest gestern ins Wasser fiel, zeigten sich die 
Bewohner begeistert von der Umgestaltung. „Aus dem Schandfleck ist etwas Wunderbares geworden. Hier kann man sich eigentlich nur wohl fühlen“, erklärte eine ältere Dame. Ihre Bekannte nickte zustimmend und erklärte: „Ich konnte den Ausblick aus meiner 
Wohnung nie genießen und wollte eigentlich wegziehen. Unter diesen Umständen werde ich 
sicher hier bleiben.“