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Mann nach Schlägerei wegen versuchter Tötung angeklagt
Lokales 16.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Mann nach Schlägerei wegen versuchter Tötung angeklagt

Die Richter fällen ihr Urteil am 20. Februar.

Mann nach Schlägerei wegen versuchter Tötung angeklagt

Die Richter fällen ihr Urteil am 20. Februar.
Foto: Lex Kleren
Lokales 16.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Mann nach Schlägerei wegen versuchter Tötung angeklagt

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Vor zwei Jahren entbrennt vor einem Café in Bonneweg eine Schlägerei. Einer der Männer greift zu einem spitzen Gegenstand und sticht zu. Nun muss er sich vor Gericht verantworten.

Vier Zentimeter – so tief ist die Stichwunde im unteren linken Kieferbereich, mit der Manuel C. * in der Nacht zum 31. Januar 2017 ins Krankenhaus in Kirchberg eingeliefert wird. Anfangs ist der damals 52-Jährige noch stabil, doch sein Zustand verschlechtert sich. Die Wunde blutet stark, der Mann hat Atemprobleme, muss intubiert und operiert werden. Der Eingriff rettet ihm das Leben.

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass José M. dem Mann die Verletzungen zugefügt hat. Der 56-Jährige muss sich nun wegen versuchten Totschlags vor Gericht verantworten. Während einer Schlägerei soll er dem Opfer einen spitzen Gegenstand ins Gesicht gerammt haben.

Manuel C. zufolge geht alles auf eine Streitigkeit in einer Gaststätte in Bonneweg zurück. Der Angeklagte habe gemeinsam mit einem Freund die Kellnerin in dem Lokal belästigt, da diese dem betrunkenen Mann nichts mehr zu trinken servieren wollte.


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Daraufhin habe Manuel C. versucht, die Männer zu beruhigen. Es habe eine Diskussion gegeben, die Situation habe sich zunächst beruhigt. Als Manuel C. das Lokal aber gegen 1 Uhr verlässt, sollen die beiden Männer ihn angegriffen haben. In dem Handgemenge soll José M. zu einer Waffe gegriffen und auf den Mann eingestochen haben.

Ein weiterer Mann kommt dem Opfer zu Hilfe und überwältigt José M. Er lässt aber wieder von ihm ab, als er Manuel C. blutend am Boden sieht.

Keine Tatwaffe

Die beiden Männer flüchten, können allerdings kurz darauf von der Polizei in Bonneweg angetroffen werden. Hände und Kleider von José M. sind voll Blut, bei seinem Begleiter fanden die Beamten zwei Taschenmesser und ein Multifunktionswerkzeug. Eine Untersuchung auf DNS-Spuren des Opfers an den Klingen verläuft später erfolglos, sodass keine Tatwaffe ermittelt werden kann.


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Für den Vertreter der Staatsanwaltschaft ist die Schuld des Angeklagten erwiesen. Ohne das Einschreiten des anderen Mannes hätte José M. sein Opfer womöglich getötet. Er fordert eine Haftstrafe von zehn Jahren.

Da José M. gestern nicht zur Verhandlung erschien und sich auch nicht von einem Anwalt vertreten ließ, wurde der Prozess par défaut, also in Abwesenheit des Beschuldigten, geführt. Aus diesem Grund ist eine Bewährungsstrafe im Fall einer Verurteilung grundsätzlich nicht möglich. Das Opfer fordert indes 30.000 Euro Schmerzensgeld.

Die Richter fällen ihr Urteil am 20. Februar.

*Name von der Redaktion geändert


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