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Managment-Plan zum Wolf: Bereit für Meister Isegrim

Managment-Plan zum Wolf: Bereit für Meister Isegrim

Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 09.02.2017

Managment-Plan zum Wolf: Bereit für Meister Isegrim

Michel THIEL
Michel THIEL
Luxemburg hat zwar noch keinen nachgewiesenen Wolfsbestand, aber ab sofort einen Plan, der Viehzüchtern und Privatleuten das Zusammenleben mit dem mythischen Raubtier näher bringen soll.

Obschon es bisher keinen Nachweis zur Präsenz des Wolfes in Luxemburg gibt, hat die Regierung am Donnerstag ihren angekündigten Aktions- und Managementplan zum Umgang mit Wölfen in Luxemburg vorgestellt.

Staatssekretär Camille Gira bezeichnete den Plan als Instrument, das es in Zukunft erlauben werde, einen realistischen und ökologischen Umgang mit dem Wolf zu pflegen und gleichzeitig den Bedenken von Viehhaltern und der breiten Bevölkerung Rechnung zu tragen: "Jedes Tier hat im Ökosystem eine Rolle und wir sollten nicht wie es in der Vergangenheit oft der Fall war, einen anthropozentrischen Blick auf die Problematik werfen. Gerade beim Wolf basiert unsere Einstellung oft nicht auf objektiven Informationen, sondern auf Emotionen, Kindheitsgeschichten oder Märchen".

Der neue Plan enthält sowohl allgemeine Informationen über das Raubtier, als auch Ratschläge für Privatleute und Viehzüchter. Neben der rund 50-seitigen kompletten Fassung des Managementplans, der in Form des technischen Berichts Nummer 5 der Natur- und Forstverwaltung erscheint, gibt es auch eine zusammenfassende Broschüre für das allgemeine Publikum. Diese ist kostenlos unter der Telefonnummer 402201-1 erhältlich.

In dem Plan sind die Details zur staatlichen Subventionierung von Schutzmaßnahmen sowie die Entschädigungsprozedur bei gerissenen Nutztieren enthalten. Der stellvertretende Direktor der Natur- und Forstverwaltung Laurent Schley sagte, Übergriffe auf Schafs- und Ziegenherden seien als potenzielles Hauptproblem anzusehen, falls der Wolf sich eines Tages in Luxemburg niederlassen sollte. 

Schutzzäune und Entschädigungen

Schutzmaßnahmen in Form eines speziellen Zauns werden für haupt- oder nebenberufliche Halter von Schafen oder Ziegen zu 75 Prozent vom Staat übernommen. Allerdings nur, sobald in einem innerhalb eines Jahres und im Umkreis von zehn Kilometern um die Weide die Präsenz eines Wolfes zweifelsfrei nachgewiesen wurde. Eine Ex-post Förderung von Zäunen, die vor dem Nachweis errichtet wurden, ist dabei nicht möglich.

Herdenschutzhunde werden nur in Ausnahmefällen subventioniert, eben so der Schutz von Mutterkuhherden - der Grund dafür ist, dass solche Maßnahmen nur in bestimmten Fällen effektiv sind

Bei gerissenen Tieren erstattet der Staat 100 Prozent des Schadens, allerdings nur, wenn eindeutig nachgewiesen wird, dass das Tier einem Wolf zum Opfer fiel. Dieser Nachweis wird anhand einer Untersuchung durch die zuständige Verwaltung erbracht, die innerhalb von zwei Tagen erfolgen muss, da ansonsten eventuelle DNS-Spuren des Raubtiers nicht mehr brauchbar sein könnten.

Die Subventionen und Entschädigungen sollen in Zukunft im Naturschutzgesetz verankert werden. Dass es derzeit keine legale Basis gebe, sei in der Praxis jedoch kein Problem, so Camille Gira: "Wir haben auch schon in der Vergangenheit Schäden von Viehaltern unbürokratisch übernommen, wenn dies legitim war".

Sowohl der gesamte Plan wie auch die Broschüre sind bei der Natur- und Forstverwaltung in Papierform oder als digitale Dokumente erhältlich. In Luxemburg gibt es rund 300 Schaf- und Ziegenhalter, die meist nur wenige Tiere halten. Lediglich drei bis vier Betriebe leben hierzulande ausschließlich von der Schafzucht.


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