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Mammografie-Programm: Mäßige Teilnahme
Lokales 3 Min. 25.02.2020

Mammografie-Programm: Mäßige Teilnahme

Nur rund 18.000 Frauen zwischen 50 und 70 Jahren ließen sich im vergangenen Jahr im Rahmen des Programme mammograpie untersuchen.

Mammografie-Programm: Mäßige Teilnahme

Nur rund 18.000 Frauen zwischen 50 und 70 Jahren ließen sich im vergangenen Jahr im Rahmen des Programme mammograpie untersuchen.
Foto: Shutterstock
Lokales 3 Min. 25.02.2020

Mammografie-Programm: Mäßige Teilnahme

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Weniger als 60 Prozent aller Risikopatientinnen für Brustkrebs nehmen regelmäßig am nationalen Präventionsprogramm teil.

Mit rund 500 Neuerkrankungen im Jahr, also deutlich mehr als einer neuen Diagnose pro Tag, ist Brustkrebs die häufigste onkologische Erkrankung bei Frauen. Das Risiko, an dieser Krebsart zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu. So treten beinahe 80 Prozent aller Fälle bei Frauen über 50 Jahren auf. Ein drei- bis vierfach erhöhtes Risiko haben Betroffene, die bereits einmal mit der Diagnose zu kämpfen hatten. 

Prävention ist also wichtig, um den Krebs frühzeitig zu entdecken und die Heilungschancen zu erhöhen. Dementsprechend werden hierzulande alle Risikopatientinnen vom Gesundheitsministerium aufgerufen, um sich im Rahmen des Programms zur Früherkennung von Brustkrebs alle zwei Jahre kostenlos untersuchen zu lassen respektive sich einer Mammografie zu unterziehen

Luxemburg im EU-Mittelfeld 

In die Kategorie der Risikopatientinnen fallen Frauen zwischen 50 und 70 Jahren. Teilnehmen am staatlichen Programme mammographie können alle Frauen dieser Altersklasse, die Mitglied bei der Gesundheitskasse sind sowie im Großherzogtum leben und/oder arbeiten. Jährlich schreibt das Gesundheitsministerium mehr als 30.000 Betroffene an: 2018 nahmen 18.806 Frauen das Angebot des Ministeriums in Anspruch, 2019 waren es 18.381. 


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Eine im Januar publizierte Studie von Eurostat mit Zahlen aus dem Jahr 2017 bestätigt diese mäßige Teilnehmerquote. Ihr zufolge lassen sich nur circa 56 Prozent aller Risikopatientinnen in Luxemburg regelmäßig mittels Mammografie untersuchen. Damit liegt das Großherzogtum im Mittelfeld der EU-Statistik. Die Liste führen Dänemark und Finnland an mit einer Teilnahme von rund 82 Prozent. Schlecht sieht es hingegen in Rumänien aus: Laut Eurostat unterziehen sich dort nur etwa 0,2 Prozent aller Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre einer Mammografie. 

Unterschiedliche Wartezeiten 

Aufgrund langer Wartezeiten seien in der Praxis regelmäßige Untersuchungen beim Radiologen in Luxemburg aber nicht so einfach. Das meint zumindest die CSV-Abgeordnete Martine Hansen in einer parlamentarischen Anfrage an Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP). Die Terminanfrage im Großherzogtum gleiche einem Hindernislauf, so Hansen. Zusätzlich dazu gäbe es derzeit einen Mangel an Radiologen, was dazu beitrage, dass sich die Wartezeiten für Termine in den Mammografiezentren verlängern. 


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In ihrer Antwort bestätigt die Gesundheitsministerin, dass es tatsächlich Personen gibt, die bis zu acht Monate auf einen Mammografietermin warten müssen. Dies sei aber nur der Fall bei Patientinnen, die nicht im Rahmen des Programme mammographie eine Terminanfrage getätigt haben. 

Frauen, die im Zuge des Programms in einer Klinik einen Termin vereinbaren, könnten mit deutlich kürzeren Fristen rechnen – etwa mit einer Woche bis maximal zwei Monaten. Zu betonen sei auch, so die Ministerin, dass in Notfallsituationen alle Mammografiezentren des Landes die Möglichkeit haben, Patienten noch in der gleichen Woche zu untersuchen. Dies sei beispielsweise der Fall, wenn ein dringender Verdacht auf Krebs bestehe. 

Zum Thema Personalmangel in den Radiologiediensten erklärt Paulette Lenert, dass derzeit 14 Radiologen im Rahmen des staatlichen Früherkennungsprogramms von Brustkrebs für das Erstellen von Gutachten zuständig sind. Auf LW-Nachfrage präzisiert das nationale Centre de coordination des programmes de dépistage des cancers denn auch, dass landesweit insgesamt 20 Radiologen Mammografien durchführen. Deren Aufgabe beschränke sich allerdings nicht nur auf das Röntgen von Brüsten.


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