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Magere Ernte im Weinberg
Lokales 23.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Magere Ernte im Weinberg

In dieser Woche herrscht Hochbetrieb im Weinberg, doch die Rebstöcke tragen nicht viele Trauben.

Magere Ernte im Weinberg

In dieser Woche herrscht Hochbetrieb im Weinberg, doch die Rebstöcke tragen nicht viele Trauben.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 23.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Magere Ernte im Weinberg

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Die Weinbaubetriebe an der Luxemburger Mosel müssen sich auf unterdurchschnittliche Erntemengen einstellen. Mit 50 000 bis 60 000 Hektolitern wird der Ertrag nur halb so hoch ausfallen wie gewöhnlich.

Die Weinbaubetriebe an der Luxemburger Mosel müssen sich in diesem Jahr auf unterdurchschnittliche Erträge einstellen. Laut Schätzungen des Weinbauinstituts in Remich werden in diesem Herbst nur 50 000 bis 60 000 Hektoliter geerntet werden. Dies entspricht der Hälfte eines durchschnittlichen Jahrgangs – so wenig wie in den letzten zehn Jahren nicht mehr. Im vergangenen Jahr lag die Erntemenge mit 130 000 Hektoliter weit über dem Durchschnitt.

Dass die Rebstöcke so wenig tragen, hat vor allem zwei Gründe: der Frost Anfang Mai und die Hitzewellen im Juli. Während der Frost viele Weinbergslagen während der Blüte und damit in einem ungünstigen Moment erwischte, dezimierte die Hitze die Menge weiter. Bei zu großer Sonneneinstrahlung vertrocknen manche Trauben und fallen für die Ernte aus („Sonnenbrand“). „Es scheint aber, dass der Sonnenbrand ein lokales Phänomen war“, sagt Weinkontrolleur Aender Mehlen vom Remicher Weinbauinstitut. „Außerdem sind manche Rebsorten stärker betroffen als andere.“


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"Einen auf den Deckel"

Während des extrem warmen Juli war es mehr die Hitze mit Spitzentemperaturen von 40 Grad, die den Rebstöcken schadete. Die Trockenheit war in dieser Zeit ein geringeres Problem. „Der Stock bekam bei diesen Temperaturen einen auf den Deckel“, sagt Mehlen. Auch der August mit moderaten Temperaturen und einigen Regentagen konnte daran nichts mehr ändern.

Wegen der besonderen klimatischen Bedingungen in diesem Jahr könnte das Landwirtschaftsministerium in diesem Jahr eine Ausnahmegenehmigung erteilen, den Wein zu säuern. Dabei wird dem Most oder dem fertigen Wein gekaufte Weinsäure zugesetzt, um dessen Spritzigkeit zu erhalten. Dies wird nur in Jahren mit heißem Sommer nötig. Außerdem nutzen nur manche Weingüter diese Möglichkeit. „Säuerung könnte in diesem Jahr vor allem bei Grundweinen für Crémant ein Thema sein, und zwar bei den frühen Sorten wie Gewürztraminer und Auxerrois“, sagt Weinkontrolleur Mehlen. Wenn die Nachfrage nach Säuerung besteht, könnte die Erlaubnis schon nach wenigen Tagen kommen.



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