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LVI fordert mehr Einsatz von Gemeindepolitikern: „Es braucht den Willen – und Mut“
Radfahrer sollen sich, so fordert die LVI,  sicherer und schneller fortbewegen können.

LVI fordert mehr Einsatz von Gemeindepolitikern: „Es braucht den Willen – und Mut“

Foto: Guy Jallay
Radfahrer sollen sich, so fordert die LVI, sicherer und schneller fortbewegen können.
Lokales 2 Min. 27.06.2017

LVI fordert mehr Einsatz von Gemeindepolitikern: „Es braucht den Willen – und Mut“

Cheryl CADAMURO
Cheryl CADAMURO
Die „Lëtzebuerger Vëlos-Initiativ“ (LVI) hat klare Vorstellungen davon, wie Luxemburg sich in Bezug auf Radwege verändern soll. Im Hinblick auf die anstehenden Gemeindewahlen hat die Organisation eine Liste an Forderungen vorgestellt.

Von Cheryl Cadamuro

Mit dem Rad zur Arbeit oder zur Schule und wieder zurück – stressfrei und sicher. Die „Lëtzebuerger-Vëlos-Initiativ“ (LVI) stellt im Hinblick auf die bevorstehenden Gemeindewahlen fest, dass Handlungsbedarf besteht, um dieses Bild auf Luxemburgs Straßen zu ermöglichen.

Den Forderungen geht eine 
Vision voran: „Die Ortschaften sollen dank der Radfahrer wieder lebendiger werden“, so Monique Goldschmit, Präsidentin der LVI. Sechs Punkte umfasst die Liste mit den Forderungen, das Erstellen von Radverkehrskonzepten gehört dazu.

Ob eine Umsetzung bereits bestehender Konzepte oder eine Verbesserung der existierenden Radwege: Die Vertreter der Gemeinde sollten gemeinsam mit den Anwohnern an der Gestaltung von Radwegen arbeiten. Monique Goldschmit erklärt: „Die Wege sollen natürlich nicht beliebig in den Ortschaften angelegt werden. Es geht darum, Radwege anzulegen, die für die Radfahrer einen praktischen Nutzen im Alltag bieten.“

Bestehendes optimieren

Doch nicht nur neue Wege müssen angelegt, sondern auch bereits bestehende Probleme behoben werden. Die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur ist ein weiteres wichtiges Anliegen der Vereinigung. Hier gehe es um die Schließung von Lücken im Radwegenetz, dem Beheben von Mängeln an der existierenden Infrastruktur, der flächendeckenden Bereitstellung von passenden Fahrradabstellanlagen bei öffentlichen Gebäuden sowie der Umsetzung des neuen großherzoglichen Reglements zur Fahrradbeschilderung bei kommunalen Radwegen.

Die sanfte Mobilität sollte beim Erstellen von Stadtentwicklungsplänen verstärkt berücksichtigt werden. Sichere und schnellere Verbindungen zwischen allen Ortsteilen sollten Radfahrern mehr Raum im Straßenverkehr zuteil kommen lassen.

Um die Sicherheit der Radwege und die Interessen der Radfahrer zu vertreten, sollten die Gemeinden laut LVI zudem Mobilitätsbeauftragte in den jeweiligen Kommunen einstellen. Dieser solle dann die Umsetzung der Maßnahmen überwachen. Verwaltungen und Betriebe sollen, so die Forderung der LVI, indes als Vorbilder agieren. Sanfte Mobilität könne ja gefördert werden, indem für die Mitarbeiter Duschen und Abstellanlagen installiert werden.

Aber auch die Gemeinden sollten Verantwortungsbewusstsein zeigen und die Unternehmen bei der Umsetzung solcher Pläne ermutigen. Die Gemeinden sollten zudem Kampagnen und Aktionen wie Radkurse oder Rundfahrten ins Leben rufen, die die sanfte Mobilität attraktiver für die Einwohner machen.

Mentalitätswandel

Doch die Umsetzung dieser Forderungen alleine bringe nichts, so Monique Goldschmit. „Vor allem in den Köpfen der Menschen muss etwas passieren, um die Lage auf Luxemburgs Straßen zu verändern. Viele würden gerne mit dem Rad zur Schule oder zur Arbeit fahren, haben aber Angst vor 
aggressiven Autofahrern.“

Dabei sind diese Forderungen auch für Nicht-Radfahrer praktisch, wie Goldschmit erklärt: " Die, die von weiter weg kommen und mit dem Auto fahren müssen, kämen schneller voran. Insgesamt wäre so viel weniger Stau auf den Straßen.“

Ob und wie die gewählten Räte diese Forderungen umsetzen, darauf haben die Mitglieder der LVI zwar keinen Einfluss, doch Monique Goldschmit ist optimistisch: „Wir hoffen natürlich, dass unsere Forderungen Anklang finden und umgesetzt werden.“

Und eigentlich braucht es nicht viel, um einen Wandel in diese Richtung zu fördern, wie Goldschmit weiter erklärt: „Die Gemeindevertreter brauchen nur den Willen, in solche Projekte zu investieren – und den Mut, sich dafür einzusetzen.“


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