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LuxTram S.A. ersetzt LuxTram G.I.E.: Die Tramgesellschaft ist geboren
Die Tram wird ab 2017 zum Stadtbild gehören.

LuxTram S.A. ersetzt LuxTram G.I.E.: Die Tramgesellschaft ist geboren

Luxtram S.A.
Die Tram wird ab 2017 zum Stadtbild gehören.
Lokales 2 Min. 21.10.2014

LuxTram S.A. ersetzt LuxTram G.I.E.: Die Tramgesellschaft ist geboren

Die Vorbereitungsphase der Tram ist offiziell abgeschlossen. Bald soll mit der konkreten Umsetzung des wohl ambitiösesten Infrastrukturprojekts begonnen werden, das die Hauptstadt je gesehen hat. Ab 2017 sollen die ersten Bahnen fahren.

(mth) - Am Dienstagnachmittag unterzeichneten Infrastrukturminister François Bausch, die Bürgermeisterin der Hauptstadt Lydie Polfer sowie die erste Schöffin Sam Tanson den Vertrag zur Gründung der künftigen Betreibergesellschaft der hauptstädtischen Tram. Damit ist die Vorbereitungsphase offiziell abgeschlossen.

Lydie Polfer, Joëlle Baden, François Bausch und Sam Tanson bei der Unterzeichnung des Gründungsvertrags.
Lydie Polfer, Joëlle Baden, François Bausch und Sam Tanson bei der Unterzeichnung des Gründungsvertrags.
Anouk Antony

Die Gesellschaft LuxTram S.A. wird den Bau, die Ausstattung sowie später den Betrieb der Trambahn zum Auftrag haben und löst die bisher mit der Ausarbeitung des Projekts befasste Interessengemeinschaft LuxTram G.I.E ab.

Es handelt sich um eine privatrechtliche Aktiengesellschaft, deren Gründungskapital in Höhe von sechs Millionen Euro ganz in öffentlicher Hand ist – der Staat hält dabei zwei Drittel der Anteile, die Kommune steuert ein Drittel bei, also zwei Millionen Euro.

André Von Der Marck als Generaldirektor

Auch die Zusammensetzung des zwölfköpfigen Aufsichtsrats spiegelt die Kapitalstruktur der Gesellschaft wider: Neben acht Vertretern des Staates werden hier künftig vier Vertreter der Stadt Luxemburg die wichtigsten Entscheidung treffen. Als Generaldirektor wird zunächst André Von Der Marck, der bisher an der Spitze der Interessengemeinschaft stand, die Gesellschaft führen.

Zu den ersten Geschäftshandlungen der neuen Betreibergesellschaft werde „schon in wenigen Tagen“ die Erstellung eines öffentlichen Ausschreibungsverfahrens zählen, mit dem Ziel, Angebote zur Beschaffung der ersten Straßenbahnwagen einzuholen.

Allein das Budget für die neun ersten Fahrzeuge, die ab 2017 bereits zwischen den Endpunkten LuxExpo und Pont Grand-Duchesse Charlotte verkehren sollen, werde sich auf „rund 100 Millionen Euro“ belaufen, wie André Von Der Marck am Dienstag angab. Dies beträgt weniger als ein Drittel der mit 350 Millionen Euro veranschlagten Gesamtkosten für den gesamten ersten Bauabschnitt zwischen dem Hauptbahnhof und den Messehallen in Kirchberg, in deren Nähe auch der Betriebshof zur Wartung der Fahrzeuge entstehen wird.

Minister Bausch unterstrich in diesem Zusammenhang, dass diese Kosten neben den betriebsbereiten Fahrzeugen auch einen vierjährigen Wartungsvertrag beinhalten würden: „Mir ist wichtig, dass der Steuerzahler sieht, dass diese Investition sowohl die Fahrzeuge, als auch bereits einen Teil der späteren Betriebskosten beinhaltet. In der öffentlichen Debatte wurde fälschlicherweise meist davon ausgegangen, dass allein die Baukosten des ersten Abschnitts in dieser Höhe lägen“.

Zeitplan und Budget
bleiben unverändert

In puncto Zeitplanung wird die Tram nach Aussage André Von Der Marcks ebenfalls pünktlich am Ziel ankommen: „Neben dem Kostenpunkt ist die fristgerechte Umsetzung des Projekts unsere größte Priorität“, so der neue Generaldirektor, der zuversichtlich ist, dass noch vor Jahresende mit den Arbeiten am Betriebshof begonnen wird, sodass dort Ende 2016 die ersten Fahrzeuge untergebracht werden können – also knapp ein halbes Jahr nach dem Baubeginn am ersten Schienenabschnitt bis zum Place de l'Europe, der in rund neun Monaten abgeschlossen sein soll. Bis zu diesem Zeitpunkt soll auch die Anbindung an die Bahnstrecke per Schrägaufzug fertiggestellt sein.

Frühestens 2023 sollen dann nach Abschluss der zweiten Bauphase insgesamt 20 Fahrzeuge zwischen den Endpunkten Flughafen Findel und Cloche D'Or verkehren. Die Investitionskosten sollen zusätzliche 204 Millionen Euro betragen. Hinzu kommen dann voraussichtliche Betriebskosten in Höhe von jährlich 18 Millionen Euro.


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