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Luxemburger teilen ungern ihr Auto
22 Prozent der Befragten, denen Carsharing bekannt ist, wollen es auch ausprobieren.

Luxemburger teilen ungern ihr Auto

Foto: Shutterstock
22 Prozent der Befragten, denen Carsharing bekannt ist, wollen es auch ausprobieren.
Lokales 2 Min. 09.04.2018

Luxemburger teilen ungern ihr Auto

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Auch wer das Prinzip kennt, ist nicht unbedingt davon begeistert. 68 Prozent jener Menschen, die etwas mit dem Begriff Carsharing anzufangen wissen, wollen es nicht einmal ausprobieren. Das geht aus der aktuellen TNS-Ilres Frage des Monats hervor.

Der Idee kann man eigentlich nichts Schlechtes abgewinnen: Ein Auto zum Teilen, für das man nur bezahlt, wenn man es benutzt. Verrechnet werden Zeit und Kilometer. Wer auf das eigene Auto verzichten kann oder will, braucht seinen Carsharing-Wagen nur zu reservieren.

Carloh bietet beispielsweise seit Oktober 2015 in der Hauptstadt an neun Mietstationen Fahrzeuge an. Neben einer einmaligen Anmeldegebühr in Höhe von 30 Euro fallen hier Abonnementkosten an, die je nach Angebot zwischen fünf und 30 Euro variieren – je höher die Fixkosten, desto niedriger der Nutzungspreis.

Nach dem gleichen Prinzip funktioniert auch das City Mov'-Konzept von Enovos. Die monatlichen Kosten liegen hier zwischen 0 und 20 Euro.

Und jüngst hat auch die Eisenbahngesellschaft CFL ihr Carsharing-Angebot Flex mit 20 Stationen im ganzen Land und 84 Fahrzeugen in Betrieb genommen. Auch hier liegen die Fixkosten zwischen 0 und 20 Euro.

90 Prozent kennen das Prinzip

Das Angebot ist den Luxemburgern weitgehend bekannt, doch wie einer repräsentativen TNS-Ilres-Umfrage* zu entnehmen ist, offenbaren die Luxemburger eine zurückhaltende Einstellung gegenüber dem Carsharing-Konzept. Nur knapp zehn Prozent der Befragten gaben an, noch nie etwas von Carsharing gehört zu haben.

Knapp ein Drittel, 31 Prozent, hatten zwar schon davon gehört, sagten aber, sie würden das Prinzip nicht im Detail kennen. 39 Prozent erklärten, sie wüssten recht genau, um was es geht. Und jeder fünfte Befragte, 20 Prozent, betrachtete sich als bestens informiert.

Wie TNS-Ilres betont, sind Männer statistisch besser mit den Modalitäten des Carsharing vertraut. Zudem wird hervorgehoben, dass Einwohner von portugiesischer Nationalität durchschnittlich weniger über das Prinzip des Gemeinschaftsautos informiert sind als Luxemburger.

68 Prozent wollen kein Carsharing

Der entscheidende und zweite Teil der Studie befasst sich allerdings mit der Bereitschaft der Luxemburger, ein Carsharing-Angebot zu nutzen. Und die scheint zumindest kurz vor der Einführung des Angebots der CFL recht gering zu sein. 

So gaben 68 Prozent der 320 Befragten, die zuvor ausgesagt hatten, dass ihnen das Konzept bekannt ist, an, derzeit kein solches Angebot zu nutzen und auch nicht vorzuhaben, dies in nächster Zeit zu tun. Je älter die Befragten sind, desto geringer ist der Studie zufolge die Bereitschaft, das Carsharing-Prinzip auszuprobieren.

22 Prozent der auch mit dem zweiten Teil der Studie befassten Umfrageteilnehmer zeigen sich dem Konzept weniger abgeneigt gegenüber den Gemeinschaftsautos. Sie nutzen eigenen Angaben nach derzeit zwar kein Carsharing-Angebot, beabsichtigen aber, dies in nächster Zeit zu tun.

Fünf Prozent der Befragten gaben an, im Ausland Carsharing-Fahrzeuge zu benutzen. Zwei Prozent greifen auch in Luxemburg auf ein Gemeinschaftsauto zurück. Weitere zwei Prozent haben sich noch keine Meinung dazu gebildet und ein Prozent der Befragten kommt ohnehin nicht in Versuchung – weil diese Befragten keinen Führerschein besitzen.

*    Bei der MyPanel-Studie wurden laut TNS-Ilres im Februar 2018 insgesamt 537 Personen befragt, die als repräsentativer Teil der Luxemburger Bevölkerung im Alter von über 18 Jahren gelten.


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