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Luxemburger Gartenschau 2023: Der Countdown läuft
Lokales 3 Min. 16.11.2019 Aus unserem online-Archiv

Luxemburger Gartenschau 2023: Der Countdown läuft

Über 100 Bürger beteiligten sich am Workshop und trugen Ideen zusammen.

Luxemburger Gartenschau 2023: Der Countdown läuft

Über 100 Bürger beteiligten sich am Workshop und trugen Ideen zusammen.
Foto: Caroline Martin
Lokales 3 Min. 16.11.2019 Aus unserem online-Archiv

Luxemburger Gartenschau 2023: Der Countdown läuft

Raymond SCHMIT
Raymond SCHMIT
Vier Parks und Grünflächen in Luxemburg-Stadt werden zum Aushängeschild des Gartenbaus: Am Samstag haben die Verantwortlichen die Marschroute für die Luxemburger Gartenschau präsentiert.

„Es ist ein großer Tag und ein großer Startschuss für ein tolles Vorhaben für die Stadt Luxemburg und das ganze Land“, so die Verantwortlichen der Gartenschau LUGA 2023 am Samstag in der Abtei Neumünster. Dort wurde nicht nur die Marschroute für das weitere Vorgehen festgelegt, sondern auch das Logo vorgestellt, mit dem Luxemburg im Vorfeld für seine erste Gartenschau in vier Jahren werben will.


 Zur LUGA 2023 wird der künstliche Kanal (Foto unten) zumindest zum Teil der Vergangenheit angehören.
Petruss: Natürlich gebettet
Bis 2023 wird ein Teil der Petruss vom künstlichen Betonkanal in ein natürliches Bett verlegt. Auch der dazugehörige Park verändert sein Gesicht.

Es soll Besucher nicht nur aus dem In- sondern auch aus dem Ausland anlocken, wenn Stadt und Land sich einen grünen Anstrich geben werden. Und deren erwarten die Veranstalter 500 000.

Geht es den Verantwortlichen nach, dann soll die LUGA nicht nur mit schönen Gärten auf sich aufmerksam machen, sondern auch andere Aspekte wie der Sozialgedanke, die Kultur und die Natur im urbanen Bereich werden im Vordergrund stehen. Die Schau soll außerdem eine Plattform bieten, um einheimische Produkte aus Landwirtschaft und Weinbau vorzustellen und so den ländlichen Raum zu fördern. Wohl wird der Schwerpunkt auf der Stadt Luxemburg liegen, doch die anderen Landesteile sollen nicht zu kurz kommen. So versichern es die Verantwortlichen der Trägergesellschaft, die das grüne Event vorbereitet.

Christiane Mangen, Präsidentin des Vereins für die Luga-Organisation, und Vizepräsident Pierre Schmitt stellten die Pläne vor.
Christiane Mangen, Präsidentin des Vereins für die Luga-Organisation, und Vizepräsident Pierre Schmitt stellten die Pläne vor.
Foto: Caroline Martin

 Das grüne Herz Europas

Viel erwarten sich auch Landwirtschaftsminister Romain Schneider und Stadtschöffe Serge Wilmes von der Gartenschau, wie sie bei der Vorstellung des Großereignisses erklärten. Für Wilmes soll Luxemburg dank der Großveranstaltung als grünes Herz Europas dargestellt werden. In diesem Zusammenhang erinnerte er daran, dass 50 Prozent des Territoriums der Hauptstadt aus Grünflächen und Wäldern bestehen. Der Schöffe ist überzeugt davon, dass die LUGA einen Beitrag leisten wird, um die Nachhaltigkeit im Interesse der Lebensqualität zu fördern. Gleichzeitig soll ein Bewusstsein geschaffen werden, um Grünflächen zu erhalten und weiter auszubauen.

Landwirtschaftsminister Romain Schneider erinnerte daran, dass die Idee der Gartenschau nicht ganz neu ist. Geboren wurde sie an sich schon 2009 beim Gärtnerverband. 2016 wurden die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vorgestellt. 2019 schließlich wurde eine Trägergesellschaft ins Leben gerufen, um das Ereignis vorzubereiten. Gleichzeitig schlossen die Stadt Luxemburg und die Regierung ein Abkommen, das vorsieht, dass Gemeinde und Staat je 50 Prozent der Kosten übernehmen. Und die werden auf zehn Millionen Euro geschätzt. Eine zusätzliche Finanzspritze wird sich von Sponsoren erhofft. 300 Vereinigungen und öffentliche Verwaltungen wurden aufgerufen, ihre Ideen einzubringen.

Laut den Veranstaltern will man den Besuchern, die oft nur den Bankenplatz vor Augen haben, Luxemburg von einer anderen Seite zeigen. Dabei soll die Trägergesellschaft die Koordination übernehmen. Projekte, so wurde bei der Vorstellung versichert, würden von der Bevölkerung, Vereinen und Berufsgruppen erwartet.

Mögliche Themen, die im Rahmen der Gartenschau behandelt werden, sind die nachhaltige Lebensmittelproduktion, die Kreislaufwirtschaft, die Mobilität, die kulturelle Vielfalt sowie die Stadt Luxemburg und ihre Vergangenheit. Zu diesen und weiteren Themen sollen Seminare und Konferenzen veranstaltet werden.

Vier Schwerpunkte

Vier Schwerpunkte werden anlässlich der Gartenschau in der Stadt Luxemburg behandelt. Es ist erstens die Natur in der Stadt. Dazu bietet sich das Petrusstal an, dass sich nach der Renaturierung des Bachlaufs wieder von seiner schönsten Seite zeigen wird. Zu einer Verbindung zwischen Natur und Sozialem wird es im Stadtpark kommen. Dort will man u.a. Themen wie Vögel im Park, Fledermäuse, Insekten, Moose und Flechten im Rahmen von Führungen behandeln.

Um Natur und Stadtentwicklung wird es in Kirchberg gehen. Für das Thema Natur und Kultur bieten sich die Stadtviertel Grund, Clausen und Pfaffenthal an. Die verschiedenen Standorte sollen bequem zu Fuß, mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Transportmitteln zu erreichen sein. Auch auf Pestizide wollen die Organisatoren der grünen Veranstaltung verzichten. So zumindest steht es in der Liste der guten Vorsätze.

Weitere Themen sollen eine gesunde regionale und saisonale Ernährung, der Wert des Gartens für den sozialen Zusammenhalt in Wohnvierteln, Aktivitäten für Kinder und Jugendliche, die Rosenzucht und der Heilpflanzengarten sein. Bei all dem soll auch die Kultur mit Ausstellungen und Konzerten nicht zu kurz kommen. Und schließlich soll die Gartenschau auch einen Blick in die Zukunft ermöglichen mit der Beantwortung der Frage, wie die Stadt von morgen aussehen soll.

Das, was jetzt auf dem Tisch liegt, ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Gute Ideen seien immer noch willkommen, heißt es von den Verantwortlichen.


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