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Luxemburg-Stadt: Radeln für mehr Aufmerksamkeit
Lokales 2 Min. 21.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg-Stadt: Radeln für mehr Aufmerksamkeit

Für die Vereinigung ProVelo soll eine Fußgängerzone mehr Sicherheit für Radfahrer bringen.

Luxemburg-Stadt: Radeln für mehr Aufmerksamkeit

Für die Vereinigung ProVelo soll eine Fußgängerzone mehr Sicherheit für Radfahrer bringen.
Foto: Chris Karaba
Lokales 2 Min. 21.10.2020 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg-Stadt: Radeln für mehr Aufmerksamkeit

Jeff WILTZIUS
Jeff WILTZIUS
Die Rue du Fossé in Luxemburg-Stadt soll künftig verkehrsberuhigend gestaltet werden. Die Vereinigung ProVelo macht sich für eine Fußgängerzone stark.

Am Dienstagabend rief die Vereinigung ProVelo (Lëtzebuerger Vëlos-Initiativ) in den sozialen Medien Radfahrer zu einer Gemeinschaftsaktion auf. Die Vereinigung kritisiert die Idee des hauptstädtischen Schöffenrats, aus der Rue du Fossé (Gruef) eine verkehrsberuhigte Zone de rencontre zu machen. Denn für ProVelo kommt nur eine reine Fußgängerzone infrage.

Zwei Stunden lang fuhren die Radler in der Rue du Fossé auf und ab und zeigten Präsenz - sie forderten die Sperrung der Straße für den motorisierten Verkehr. Mehr als 40 Radfahrer waren dem Aufruf gefolgt.

Ein Rückblick

Seit August ist die Rue du Fossé zwischen der Place Clairefontaine und dem Theaterplatz als provisorische Fußgängerzone ausgewiesen. Die Sperrung soll einerseits zur Attraktivität des Stadtzentrums und der Geschäfte beizutragen und andererseits eine Verkehrsberuhigung zugunsten von Fußgänger und Radfahrern schaffen.  

Doch was anfangs als Test begann, soll künftig ausgebaut werden. Aus diesem Grund gab es Anfang Oktober ein gemeinsames Treffen mit dem Schöffenrat, den Einwohnern sowie Geschäftsleuten aus der Rue du Fossé – mit einer klaren Entscheidung: Aus dem Gruef soll eine verkehrsberuhigte Zone de rencontre werden. 

Mehr als 40 Radfahrer folgten dem Aufruf.
Mehr als 40 Radfahrer folgten dem Aufruf.
Foto: Chris Karaba

Für die Präsidentin der Vereinigung, Monique Goldschmit, nur eine halbherzige Lösung: „Für uns wäre eine Fußgängerzone und eine damit einhergehende Sperrung zwischen 10 Uhr und 18 Uhr die einzige richtige Entscheidung.“ Als Beispiel nennt Monique Goldschmit die Grand-Rue: „Es wäre die gleiche Regelung.“ Lieferanten hätten somit weiterhin Zugang zum Zentrum der Stadt. 

Zudem mangele es derzeit an Kontrollen seitens der Polizei: „Nur wenige Autofahrer beachten das Verbotsschild“, so Goldschmit.


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Von dem Treffen Anfang Oktober habe die Präsidentin aus der Zeitung erfahren. „Natürlich ging es da hauptsächlich um die Geschäftsleute. Doch wir warten schon seit unserer letzten Zusammenkunft mit dem Schöffenrat im August 2019 auf einen neuen Termin“, so Goldschmit. „Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt gewesen.“

Händler bangen um Kundschaft

An einer kompletten Sperrung kritisieren die Geschäftsleute, dass sie dadurch an Sichtbarkeit verlieren würden. Denn wenn potenzielle Kunden an den Läden vorbeifahren, dann würden sie auch auf sie aufmerksam werden, hatten die Händler argumentiert.  


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Ein Punkt, welchen die Präsidentin nicht nachvollziehen kann: „Schaut man sich internationale Studien an, dann bringt die Sperrung sogar einen Zuwachs an Fußgängern und somit ebenfalls mehr Umsatz für den lokalen Handel. Und steigert die Lebensqualität.“ 

Für die Initiative ProVelo wäre die Schließung der Rue du Fossé ein wichtiger Schritt in Richtung fahrradfreundliche Stadt. 

„Mit dem Gruef gebe es einen sicheren Ring mit Radwegen um das Zentrum der Stadt - und man schafft eine wichtige Nord-Süd-Verbindung zwischen den einzelnen Vierteln. Wir hoffen, die Verantwortlichen überdenken noch einmal ihr Vorhaben“, so die Präsidentin.


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