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Luxemburg setzt Sexualstraftäter auf Most Wanted Liste
Lokales 2 Min. 27.10.2020

Luxemburg setzt Sexualstraftäter auf Most Wanted Liste

Luxemburg setzt Sexualstraftäter auf Most Wanted Liste

Foto: Enfast
Lokales 2 Min. 27.10.2020

Luxemburg setzt Sexualstraftäter auf Most Wanted Liste

Nesat Bego hatte 2016 in einer Flüchtlingsunterkunft in Foetz ein siebenjähriges Mädchen sexuell missbraucht. Zu seinem Prozess war er nicht erschienen.

(str) - Alle zwei Minuten wird in der Europäischen Union eine Sexualstraftat gemeldet. Das hat die europäische Zielfahndungsbehörde Enfast zum Anlass genommen, am Dienstag eine neue Kampagne zu starten, in der 18 geflüchtete und untergetauchte Sexualstraftäter zu den meistgesuchten Verbrechern Europas erklärt werden. Unter den Fahndungsbildern, die nun in Rot markiert sind, ist auch ein Fall aus Luxemburg. 

Gesucht wird der 42-jährige Kosovo-Albaner Nesat Bego, der im Januar 2019 in Luxemburg wegen Kindesmissbrauchs und Pädopornografie verurteilt wurde.

Im Februar 2016 hatte Bego sich im Süden des Großherzogtums sexuell an einem Kind im Alter von unter elf Jahren vergriffen. Zum Prozess im Dezember 2018 war er nicht erschienen und deswegen in Abwesenheit zu einer Haftstrafe von fünf Jahren ohne Bewährung verurteilt worden. Ein Jahr später wurde ein europäischer Haftbefehl gegen ihn aufgesetzt.   

Nesat Bego
Nesat Bego
Foto: Enfast

Bego spricht Französisch und Albanisch. Es wird davon ausgegangen, dass er Luxemburg inzwischen verlassen hat. 

Zweckdienliche Hinweise zu seinem Aufenthaltsort nimmt das Luxemburger Fugitive Active Search Team über die Europol-Webseite, per Tel.  24460-5599 oder via E-Mail fast.lux@police.etat.lu entgegen.

Missbrauch im Flüchtlingsheim

Die Tat, wegen der Nesad Bego rechtskräftig verurteilt wurde, geht auf den 6. Februar 2016 zurück. Wie die Staatsanwaltschaft im Prozess im Anfang Dezember 2018 hervorhob, hatte der Familienvater Bego, die siebenjährige Tochter der Zimmernachbarn in einer Flüchtlingsunterkunft in Foetz in sein Zimmer gelockt, sie ausgezogen, ihr Frauenkleider angezogen und sie dann zu sexuellen Handlungen gezwungen. 

In der Gerichtsverhandlung zeigte sich zudem, dass das Kind aufgrund einer ausgeprägten Aufmerksamkeitsdefizits- und Hyperaktivitätsstörung, die mit Angstzuständen einherging, besonders leicht zu manipulieren war. Gegenüber der Polizei hatte das Kind dann auch ausgesagt, es habe bei der Tat nicht geschrien, da es Angst gehabt habe, Bego würde ihm dann den Kopf abschneiden.

Beschuldigter setzt Kind in Täterrolle

Der Beschuldigte hingegen bestritt die Tat sowohl bei der Polizei als auch beim Untersuchungsrichter. Seiner Darstellung nach sei das Kind in sein Zimmer eingedrungen, während er schlief. Dann habe die Siebenjährige sich die Kleider seiner Ehefrau übergezogen, sich eine Zigarette angezündet und sein Bier getrunken.

Als er sich geärgert habe, als er wach wurde, habe das Mädchen ihn erpresst: Wenn er sie bei ihren Eltern anschwärzen würde, dann werde sie erzählen, er habe schlimme Dinge mit ihr gemacht.

Verräterische DNS-Spuren

Die Richter der Kriminalkammer schenkten dieser Darstellung kaum Glauben. Neben den teils widersprüchlichen Angaben, die Bego bei der Polizei gemacht hatte, trugen sicherlich auch die DNS-Spuren des Beschuldigten im Innern der Jogginghose und der Unterwäsche des Mädchens zum Schuldspruch wegen sexuellen Missbrauchs gegen den heute 42-Jährigen bei. 

Das Urteil in Abwesenheit lautete dann auch fünf Jahre Haft ohne Bewährung. 

Vom Tatvorwurf der Vergewaltigung, den die Staatsanwaltschaft ebenfalls erhoben hatte, wurde Nesat Bego aus Mangel von Beweisen jedoch freigesprochen.  

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