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Luxemburg ist vorbereitet: Was beim Ebola-Alarm passiert
Lokales 12.08.2014 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg ist vorbereitet: Was beim Ebola-Alarm passiert

Nach dem 11. September 2001 und der Angst vor Antrax wurden die Infektionsrettungstransportwagen von der Administration des Services de Secours gekauft – 2014 wurden die Wagen durch neue ersetzt.

Luxemburg ist vorbereitet: Was beim Ebola-Alarm passiert

Nach dem 11. September 2001 und der Angst vor Antrax wurden die Infektionsrettungstransportwagen von der Administration des Services de Secours gekauft – 2014 wurden die Wagen durch neue ersetzt.
Foto: Guy Jallay
Lokales 12.08.2014 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg ist vorbereitet: Was beim Ebola-Alarm passiert

In mehreren Ländern in Afrika herrscht derzeit das Ebola-Virus. Doch was passiert eigentlich, wenn jemand mit einer so gefährlichen Krankheit nach Luxemburg fliegt und auf Findel landet?

(jsf) - Diesen Dienstag ist ein Priester in Spanien an Ebola gestorben – das erste Opfer des Virus' in Europa. Ein deutscher Medizinstudent, der ein paar Tage in Liberia war und Fieber bekam, hatte hingegen Glück. Der Verdacht auf eine Ebola-Infektion hat sich bei ihm nicht bestätigt. Zwei Amerikaner sind nach einer Ebola-Infektion in Liberia auf dem Weg der Besserung. Rund 1850 Menschen haben sich seit dem Ausbruch der Epidemie im März infiziert, über 1000 sind gestorben. Droht auch Luxemburg ein Ebola-Kranker? Was würde eigentlich passieren, wenn jemand auf dem Flug nach Luxemburg Symptome dieses oder eines anderen blutbrechenden Fiebers bekäme?

Dr. Pierre Weicherding, Leiter der Division de l'Inspection Sanitaire des Gesundheitsministeriums, hat dem Wort beschrieben, wie das Prozedere wäre.

- Der Flugzeugkapitän informiert den Tower, der gibt der Notrufzentrale 112 Bescheid. Flughafenverwaltung, Flughafenfeuerwehr, Flughafenpolizei und die Division de l'Inspection Sanitaire werden informiert.

- Bei der Berufsfeuerwehr wird einer von zwei Infektionsrettungstransportwagen mit Unterdruck und hermetisch abgetrenntem Fahrerraum geordert. Bislang gab es allerdings noch keinen Einsatz mit Schwerinfektionskranken in Luxemburg, sagt Patricia Kariger von der Stadt Luxemburg. 


- Nach der Landung wird der Kranke von Helfern in speziellen Sicherheitsanzügen empfangen.


- Die Mitreisenden werden in einem Bus in einen Saal am Flughafen gebracht und aufgeklärt. Die Personalien aller Personen werden aufgenommen. Dann können sie nach Hause gehen. Ebola lässt sich erst feststellen, wenn die Krankheit ausgebrochen ist. Nach einer Infektion dauert es zwei bis 21 Tage, bis die Krankheit ausbricht. Präventivmittel gibt es nicht. 


- Der Kranke wird mit dem Spezial-Krankenwagen zum Centre Hospitalier de Luxembourg gebracht – in besondere Zimmer mit Unterdruck.


Bei Ebola können nur die Symptome behandelt werden. Blutgerinnungsprobleme und Flüssigkeitsmangel etwa. Bislang gibt es nur das experimentelle Medikament ZMapp.

Der erkrankte Spanier und die erkrankten Amerikaner wurden mit speziell ausgerüsteten Militärmaschinen ausgeflogen. Das sind aber Ausnahmen. Die AirRescue kann keine Ebola-Kranken transportieren. „Unsere Flugzeuge sind zu klein für Isolationszelte“, sagt Sprecherin Alessandra Nonnweiler.

Von außen sieht das Spezialfahrzeug wie ein normaler Rettungswagen aus.
Von außen sieht das Spezialfahrzeug wie ein normaler Rettungswagen aus.
Foto: Guy Jallay