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Luxemburg hat noch Arbeit vor sich
Lokales 2 Min. 06.06.2017 Aus unserem online-Archiv
Europäischer Drogenbericht

Luxemburg hat noch Arbeit vor sich

Cannabis bleibt die illegale Droge, die europaweit am meisten konsumiert wird.
Europäischer Drogenbericht

Luxemburg hat noch Arbeit vor sich

Cannabis bleibt die illegale Droge, die europaweit am meisten konsumiert wird.
Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 06.06.2017 Aus unserem online-Archiv
Europäischer Drogenbericht

Luxemburg hat noch Arbeit vor sich

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Der Konsum von illegalen Drogen bleibt ein Problem. Dies nicht nur in Europa, sondern auch in Luxemburg. Dies geht aus dem europäischen Drogenbericht hervor.

(SH) - Der Konsum von illegalen Drogen bleibt ein Problem - in Europa und auch in Luxemburg. Dies geht aus dem europäischen Drogenbericht hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde.

Den Verantwortlichen der europäischen Drogen-Agentur in Lissabon bereiten der Anstieg von Todesfällen wegen einer Überdosis, die Erhältlichkeit von neuen psychoaktiven Substanzen sowie die zunehmende Gesundheitsgefährdung wegen synthetischer Opioide besonders Sorgen. Wie aus dem Bericht, der auf Zahlen aus dem Jahr 2015 basiert, hervorgeht, bleibt Cannabis die illegale Drogen, die europaweit am meisten konsumiert wird (70 Prozent). Für Luxemburg gibt es keine spezifischen Daten.

Konsum unter Beaufsichtigung

Luxemburg zählt mit Dänemark, Deutschland, Spanien, Frankreich und den Niederlanden zu jenen sechs EU-Staaten, die es Drogenabhängigen ermöglichen, ihrem Konsum in speziellen Strukturen unter Beaufsichtigung nachzukommen. Auch beschränkt sich die nationale Drogenstrategie im Großherzogtum nicht alleine auf den Kampf gegen illegale Drogen, sondern sie ist weiter ausgelegt und umfasst auch die Abhängigkeit von legalen Drogen sowie sonstige Suchtverhalten. Dies ist in allen Nachbarländern Luxemburgs ebenso der Fall.

Dennoch ist die Sterblichkeitsrate aufgrund von Drogenmissbrauch im Vergleich zum europäischen Schnitt von 20,3 Toten auf eine Million Menschen mit 30,8 recht hoch. 2015 wurden 14 Drogentote in Luxemburg gezählt. Die meisten von ihnen hatten Heroin konsumiert. Das Großherzogtum ist allerdings darum bemüht, diese Zahl nach unten zu verbessern. Rund 60 Prozent aller geschätzten Hochrisiko-Opioidkonsumenten erhalten in Luxemburg eine opioidgestützte Substitutionsbehandlung. Dies ist europaweit Rang sechs. 2015 machte dies 1.078 Personen aus. 173 unter ihnen waren Gefängnisinsassen.

Doch der Drogenkonsum birgt auch weitere Gesundheitsgefahren. Auch wenn 361.392 sterile Nadeln in einem Jahr an Drogenabhängige weitergegeben wurden, so stellt der  injizierende Drogenkonsum nach wie vor in Luxemburg einen wichtigen Übertragungsweg des HIV-Virus dar: Im Jahr 2015 wurden 14 HIV-Neudiagnosen mit dem injizierenden Drogenkonsum in Verbindung gebracht. Dies macht 27 Prozent aller Ansteckungen aus.

Haftstrafen und Beschlagnahmungen

Ebenfalls aus dem Bericht hervor geht, dass Drogendealer in Luxemburg mit einer vergleichsweise geringen Strafe rechnen müssen. Einer Umfrage der europäischen Drogen-Agentur zufolge ist für den Besitz von einem Kilogramm Heroin mit einer Haftstrafe von rund drei Jahren zu rechnen, dies ist die viertniedrigste Strafe hinter den Niederlanden, Frankreich und Polen. Am härtesten bestraft wird der Drogenbesitz in Griechenland, wo mit einer 20-jährigen Haftstrafe zu rechnen ist.

In Luxemburg wurden im Jahr 2015 insgesamt 3.345 Gesetzesverstöße im Zusammenhang mit Drogen festgestellt. Dies beruhe darauf, dass die Polizei seit 2014 vermehrt Kontrollen an strategischen Orten durchführe.

Die Mehrheit jener Drogen, die in Luxemburg weiter verkauft werden, stammt aus den Niederlanden (Cannabis und andere Produkte), Belgien (MDMA/Ecstasy und Amphetamine) und Marokko (Cannabis). Kokain kommt zudem aus Lateinamerika über Südeuropa, Heroin aus den Balkanstaaten. Auffallend ist zudem, dass sich in den vergangenen Jahren vermehrt wahre Netzwerke in Luxemburg aufgebaut haben.

Doch die Polizei und Zoll sind den Tätern auf der Spur. 2015 wurden rund 20 Kilogramm Cannabis, elf Kilogramm Kokain und acht Kilogramm Heroin beschlagnahmt.

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