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Luxemburg droht Mangel an Englisch-Lehrern
Lokales 15.04.2019

Luxemburg droht Mangel an Englisch-Lehrern

Primärschule Cycle 1-4 in Lallingen Esch Alzette. Foto: Guy Wolff

Luxemburg droht Mangel an Englisch-Lehrern

Primärschule Cycle 1-4 in Lallingen Esch Alzette. Foto: Guy Wolff
Foto: Guy Wolff
Lokales 15.04.2019

Luxemburg droht Mangel an Englisch-Lehrern

Im Falle eines harten Brexit könnten Schulen nur britische Lehrer einstellen, wenn keine Kandidaten innerhalb der EU gefunden werden können.

(SC) - Wie kaum ein anderes Land baut Luxemburg auf Multinationalität. Durch das entgegenkommende Umfeld für sogenannte Expats und ein vorteilhaftes Steuer- und Unternehmensklima ist Luxemburg ein beliebter Hafen für Menschen aus allen möglichen Ländern. Fast die Hälfte aller Einwohner in Luxemburg haben einen ausländischen Pass.   


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Der einfache Zugang zu erschwinglichem und qualitativ hochwertigem Englisch-Unterricht ist einer der wichtigsten Anziehungspunkte, durch die sich Luxemburg als leuchtendes Beispiel der Globalisierung international zu etablieren versucht. Um die Qualität des Unterrichts zu sichern, wird Unterricht in Englisch auch an staatlichen Schulen teils von Muttersprachlern gehalten.

Im Falle eines harten Brexit könnten Schulen, die dieses Angebot anbieten, allerdings Schwierigkeiten bekommen, gut ausgebildete Muttersprachler anzuwerben. 

Bildungsminister Claude Meisch eröffnete im September 2018 drei neue staatliche Schulen mit unterschiedlichen Sprachsektionen – unter anderem auch Englisch. Sie sind für luxemburgische Kinder ebenso offen wie für zugezogene und sind im Gegensatz zu EU-Schulen umsonst.

"Weil diese Programme so erfolgreich sind, ist es wichtig, englischsprachige Unterrichtskräfte einzustellen", so ein Sprecher des Ministeriums für den öffentlichen Dienst im Interview mit der "Luxembourg Times". So sind laut Schuldirektor Tom Nober im Lënster Lycée in Junglinster zum Beispiel aktuell sämtliche Grundschullehrer und Grundschullehrerinnen Muttersprachler.

Engpässe im Falle eines No-Deal-Brexit?

Sollte Großbritannien allerdings ohne ein Abkommen aus der EU ausscheiden, dürfte Luxemburg keine britischen Lehrer mehr einstellen, außer es ließen sich keine angebrachten Kandidaten innerhalb der EU finden, so ein Regierungssprecher.


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Um zumindest die Stellen derer zu sichern, die bereits in Luxemburg unterrichten, haben Abgeordnete Anfang April einstimmig ein neues Gesetz angenommen, das die Arbeitsplätze aller 42 staatlich angestellter "Native Speaker" garantieren soll. Zwar würden die Englischlehrer ihren Beamtenstatus im Falle eines harten Brexit verlieren, allerdings könnten sie durch dieses neue Gesetz als Privatangestellte zum gleichen Gehalt weiter arbeiten.

Für die, die in Zukunft auf einen solchen Arbeitsplatz hoffen, ist die Situation allerdings noch nicht geklärt. Um staatlicher Angestellter werden zu können, muss man EU-Bürger sein. Ausnahmen zu dieser Regel gibt es nur in den seltensten Fällen.

"Der Staat könnte immer noch irische Englischlehrer anstellen, aber wenn die Nachfrage weiter steigt, müssten wir über den staatlichen Angestelltenstatus hinaus gehen und uns nach Nicht-EU-Bürgern umschauen", so der Regierungssprecher.


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