Luxemburg-Belgien

Teilausbau der A6 muss warten

Nach dem geplanten Ausbau der Düdelinger Autobahn A3 von zwei auf drei Fahrspuren ist es nachvollziehbar, dass nun auch die Autofahrer der A6 auf weitere Ausbaupläne der Regierung hoffen.
Nach dem geplanten Ausbau der Düdelinger Autobahn A3 von zwei auf drei Fahrspuren ist es nachvollziehbar, dass nun auch die Autofahrer der A6 auf weitere Ausbaupläne der Regierung hoffen.
Foto:Guy Jallay

(lb) - Es ist längst kein Geheimnis mehr: Zu Spitzenstunden ist der Stau auf der A6 vorprogrammiert. Täglich werden zwischen dem belgischen Sterpenich und der luxemburgischen Grenze 43.800 Fahrzeuge gezählt.

Nach dem geplanten Ausbau der Düdelinger Autobahn A3 von zwei auf drei Fahrspuren ist es nachvollziehbar, dass nun auch die Autofahrer der A6 auf weitere Ausbaupläne der Regierung hoffen, die auch sie betreffen könnten. Außerdem war anfangs bei dem Ausbau der Düdelinger A3 von einem Ausbau zwischen der französischen Grenze bis zum Autobahnverteiler Helfenterbruck die Rede, so dass auch ein Teil der A6 vom Ausbau der A3 betroffen war. So hatte es Infrastrukturminister François Bausch (Déi Gréng) jedenfalls 2015 angekündigt.

Dennoch wurde in den jetzigen Plänen der Regierung lediglich ein Ausbau von  zweimal drei Spuren auf der Strecke zwischen der französischen Grenze bis hin zum Kreuz Gasperich festgehalten.

In diesem Zusammenhang erkundigten sich die Abgeordneten Roger Negri (LSAP) und Gilles Roth (CSV) in zwei parlamentarischen Fragen über die genauen Ausbaupläne der A6.

Der Ressortminister unterstreicht am Freitag, dass der generelle Ausbau der A6 nicht zum Regierungsprogramm gehört. Dies bedeute dennoch nicht, dass die Regierung den angekündigten Ausbau der A6 zwischen Kreuz Gasperich und Helfenterbruck aufgegeben hätte. Besagter Ausbau werde weiterhin geprüft, müsse aber dann in einem zweiten Finanzplan festgehalten werden. Einen Zeitplan gibt es dafür demnach noch nicht. 

Parallel stehen in den kommenden Wochen Bauarbeiten am Autobahnverteiler Helfenterbruck an, um die Sicherheit an dieser Stelle zu erhöhen.

Warum erst die A3 und nicht die A6?

Die zunehmende Wirtschaftsaktivität rund um Düdelingen rechtfertigt dem Minister zufolge der vorrangige Ausbau der A3: Gemeint sind das Projekt CFL Multimodal sowie die Wirtschaftsaktivität rund um die Logistikhallen des "Eurohub Sud".

Des Weiteren weist Bausch darauf hin, dass sich die Verkehrsbelastung der A6 zwischen dem Verteiler Helfenterbruck und Belgien hauptsächlich auf die Spitzenstunden beschränkt.

Auf dieser Strecke hat es sich die Regierung demnach zum Ziel gesetzt, den individuellen Transport der Grenzgänger durch die Stärkung der sogenannten „Centres de développement et d'attraction“, kurz CDA, zu reduzieren. Als Beispiel zitiert Bausch der Bau von mehreren möglichen Park-and-Ride-Plätzen, darunter in Stockem bei Arlon, in Windhof und Mamer. An diesen Stellen soll das Auto abgestellt werden, um auf den öffentlichen Verkehr nach Luxemburg umgestiegen werden.

Um die Mobilitätsprobleme zwischen Arlon und Luxemburg zu entschärfen, plant die luxemburgische Regierung in Zusammenarbeit mit Wallonien zudem eine grenzüberschreitende Express-Busverbindung und verbesserte Zugverbindungen. Zudem erinnert Bausch an seinen Plan, die Tram-Erweiterung bis nach Mamer in den "Plan directeur sectoriel" einschreiben zu lassen.