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Luxemburg bekommt seinen "Situation Room"
Lokales 21.09.2018 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg bekommt seinen "Situation Room"

Das künftige Krisenzentrum entsteht neben dem Kommunikationszentrum der Regierung im Senninger Schlosspark.

Luxemburg bekommt seinen "Situation Room"

Das künftige Krisenzentrum entsteht neben dem Kommunikationszentrum der Regierung im Senninger Schlosspark.
Ministère de l'état
Lokales 21.09.2018 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg bekommt seinen "Situation Room"

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Ob nationale oder internationale Krise: Das Hochkommissariat für nationalen Schutz HCPN soll die Aktion der staatlichen Stellen koordinieren. Mit dem künftigen Krisenzentrum in Senningen sollen dafür optimale Bedingungen geschaffen werden.

Man kennt die Bilder aus Film und Fernsehen: Im Krisenzentrum, dem sogenannten situation room, sitzen Regierungsmitglieder und Militärchefs vor einer Unzahl von elektronischen Schirmen und treffen wichtige Entscheidungen. Krisenmanagement eben. Ganz so martialisch wird es im neuen Gebäude im Schlosspark in Senningen wohl nicht zugehen.

Aber wenn das 16,5 Millionen Euro teure Gebäude, das bereits seit 2007 in der Planung ist, Mitte 2021 bezugsfertig ist, werden auch hier die Spitzen des luxemburgischen Staates zusammen mit Polizei, den Notdiensten des CGDIS und anderen Verwaltungen Entscheidungen in Krisensituationen besprechen und treffen müssen.

Hochwasser und Epidemien

Koordinator ist dabei das 2016 geschaffene Hochkommissariat für den Landesschutz HCPN, welches direkt dem Staatsminister untersteht. Es bringt die einzelnen Stellen zusammen und koordiniert die Kommunikation ohne aber selbst operativ einzugreifen.

Xavier Bettel verwies bei der Vorstellung des Projektes, welches zurzeit im Bau ist, auf die vielfältigen Aufgaben: „Das kann ein Unfall in Cattenom sein, eine schwere Überschwemmungskatastrophe, Epidemien oder aber Unfälle mit zahlreichen Verletzten. Wir hoffen insofern also, dass wir das Zentrum überhaupt so wenig wie möglich brauchen werden.“ Der Neubau war aus mehreren Gründen notwendig geworden. So sind die 30 Mitarbeiter des HCPN momentan auf vier Standorte verteilt. Zudem war die Kommunikationstechnik in den alten Strukturen veraltet. „Insbesondere um unseren internationalen Kommunikationsaufgaben mit NATO und EU sowie anderen Stellen gerecht zu werden, mussten wir in modernste Kommunikationssystem investieren. Das Gebäude wird in diesem Sinne eine Vorreiterrolle haben.“

Geheimhaltung notwendig

Aus Gründen der Geheimhaltung wurden keine weiteren Details genannt, was die Besetzung der Gebäude betrifft. Wichtig war aber eine gute Erreichbarkeit sowie eine Bauweise, die gewissen Sicherheitsstandards entspricht. So viel war aber zu erfahren: Ein Drittel der Baufläche wird für Verwaltungszwecke und das eigentliche Krisenzentrum genutzt, zwei Drittel werden den umfangreichen technischen Installationen wie Rechnern und Satellitenkommunikation vorbehalten sein. „Wir haben mit dieser neuen Zentrale eine Infrastruktur, die genau unseren Bedürfnissen entspricht, insbesondere was auch den Kampf gegen Cyberattacken betrifft, eine Bedrohung welche in letzter Zeit enorm zugenommen hat“, so Luc Feller, Hochkommissar für Landesschutz.


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