Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Luxair-Unfall in Saarbrücken: "Uupps, sorry"
Lokales 11 19.02.2016 Aus unserem online-Archiv

Luxair-Unfall in Saarbrücken: "Uupps, sorry"

Laut Zwischenbericht ist der Unfall der Luxair-Maschine in Saarbrücken auf menschliches Versagen zurückzuführen.

Luxair-Unfall in Saarbrücken: "Uupps, sorry"

Laut Zwischenbericht ist der Unfall der Luxair-Maschine in Saarbrücken auf menschliches Versagen zurückzuführen.
Foto: BeckerBredel
Lokales 11 19.02.2016 Aus unserem online-Archiv

Luxair-Unfall in Saarbrücken: "Uupps, sorry"

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Weil die Copilotin während des Starts unaufgefordert das Fahrwerk einfuhr, verunglückte im September 2015 eine Luxair-Maschine in Saarbrücken. Daran lässt der offizielle Zwischenbericht kaum Zweifel.

(jag) - Das frühzeitige Einfahren des Fahrwerkes ist die Hauptursache für den Unfall eines Luxair-Flugzeuges am Flughafen Saarbrücken. Darauf lässt der Zwischenbericht schließen, der jetzt von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) veröffentlicht wurde.

Die zweimotorige Propellermaschine vom Typ Bombardier Q400 war am 30. September 2015 beim Start mit 16 Passagieren an Bord über die Piste geschlittert. Die Maschine sollte von Saarbrücken aus nach Luxemburg fliegen.

Kein "Gear up"-Kommando

Laut Zwischenbericht des BFU betätigte die Copilotin während des Startvorganges den Hebel zum Einziehen des Fahrwerks, dies allerdings noch bevor der Pilot sie mit dem Kommando “Gear up“ dazu aufgefordert hatte. Laut Protokoll der Sprachaufzeichnungen war sich die Copilotin des Fehlers sofort bewusst, nachdem Lapsus wird sie mit den Worten “Upps, sorry“ zitiert.

Der Flugzeugrumpf wurde bei dem Unfall bis auf die Höhe der hinteren Gepäckraumtür zerkratzt, eingedrückt oder komplett durchgeschliffen, wie das BFU feststellte.
Der Flugzeugrumpf wurde bei dem Unfall bis auf die Höhe der hinteren Gepäckraumtür zerkratzt, eingedrückt oder komplett durchgeschliffen, wie das BFU feststellte.
Foto: BFU

Da der Flieger zu dem Zeitpunkt aber noch nicht abgehoben hatte, schlug er mit dem Heck auf der Landebahn auf. Nach dreimaligem Aufsetzen und Rutschen auf dem Rumpfboden kam das Flugzeug nach fast 900 Metern zum Stehen. Das Flugzeug wurde sofort evakuiert. Bei dem Zwischenfall wurde niemand verletzt.

Keine technischen Probleme

Laut BFU-Untersuchung gab es keine Hinweise auf einen Brand an Bord oder andere äußere Einflüsse. Auch eine technische Fehlfunktion konnte laut Zwischenbericht nicht festgestellt werden. Die Maschine wurde beim Unfall so schwer beschädigt, dass eine Reparatur unwirtschaftlich gewesen wäre.

Der Zwischenbericht, der im BFU Bulletin September 2015 veröffentlicht wurde, dient einzig der Verhütung künftiger Unfälle. Die rechtlich verbindliche Schuldfrage oder eventuelle Haftungsansprüche werden erst im Abschlussbericht erläutert.

Luxair hatte bereits im Verlaufe einer Pressekonferenz im November vergangenen Jahres erklärt, dass der Unfall laut interner Untersuchung auf menschliches Versagen zurückzuführen sei.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Luxair-Unfall: Kritischer Moment des Abhebens
Warum prallte die Luxair-Maschine am 30. September beim Start in Saarbrücken auf der Piste auf? Womöglich wurden die Räder zu früh eingefahren. Experten halten es aber auch für möglich, dass Windböen eine Rolle gespielt haben.
Bauchlandung am 30. September: Warum die Luxair-Maschine beim Start wieder auf die Landebahn prallte, wird wohl erst die Auswertung der Flugschreiber der Unglücksmaschine ergeben.