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Luxair-Passagiere auf sich gestellt: Freitagabend und kein Personal
Lokales 3 Min. 25.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Luxair-Passagiere auf sich gestellt: Freitagabend und kein Personal

Luxair-Passagiere auf sich gestellt: Freitagabend und kein Personal

Symbolfoto: Archiv LW
Lokales 3 Min. 25.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Luxair-Passagiere auf sich gestellt: Freitagabend und kein Personal

Daniel CONRAD
Daniel CONRAD
Für die Passagiere eines Luxair-Fluges von Hamburg wurde der geplante Rückflug zur Odyssee. Erst gegen 3 Uhr nachts kamen die Fluggäste auf dem Findel an - die Nerven lagen blank.

(dco) - Normalerweise ist es mit zwei Stunden getan: Der Regelflug der Luxair von Hamburg über Saarbrücken nach Luxemburg/Stadt startet laut Flugplan am Freitagabend gegen 19.55 Uhr, Ankunft  - mit Zwischenlandung in Saarbrücken - auf dem Findel um 21.55 Uhr. So hatten es sich auch die Passiere des Fluges am vergangenen Freitagabend erhofft. Doch für sie sollte es weitaus länger dauern.

Ein Augenzeugenbericht, dessen Angaben bisher nicht überprüft werden können, wurde in Saarbrücken über Radio ausgestrahlt: Wie ein für den Flug gebuchtes Redaktionsmitglied des Saarländischen Runkfunks (SR) am Samstagnachmittag live auf Sendung berichtete, habe erst die Luxair-Maschine Hamburg nicht erreicht -  zu schlechtes Wetter und nicht minder schlechte Bedingungen auf dem Rollfeld.

Selbst das Bodenpersonal habe aber dann eine darauf folgende Umleitung der Maschine nach Hannover kritisiert. Unmut unter den Passagieren sei laut geworden.  Informationen der Luxemburger Zentrale habe es aber auch für die Mitarbeiter von Luxair nicht gegeben. Mit dem Taxi seien die Passagiere schließlich nach Hannover gebracht worden.

Lost in Hannover

Doch sein Hamburger Taxifahrer, so der SR-Mann, habe sich auf dem Flughafengelände in Hannover nicht ausgekannt und seine Gruppe einfach am erstbesten Punkt abgesetzt. Es sei dann auch am Flughafen der ehemaligen EXPO-Stadt erst keine weitere Betreuung von Luxair erfolgt. Lediglich mit einer Nachricht über ein elektronisches Meldesystem an einem unbesetzten Schalter hätten die Passagiere auf sich und ihre Lage aufmerksam machen können.

Sie hätten dann zwar letztendlich in die in Hannover gelandete Maschine steigen können, doch auch dann habe es noch eine weitere Stunde gedauert, bis der Flieger habe starten können.

Noch mehr Komplikationen

Wegen eines am Flughafen Ensheim geltenden Nachtflugverbots konnte die weit verspätete Maschine schließlich auch nicht in Saarbrücken zwischenlanden. Ankunft in Luxemburg/Stadt für alle: gegen 3 Uhr nachts.

Die Passagiere, die mit dem Zwischenstopp im Saarland gerechnet hatten, sollten dann noch einmal eineinhalb Stunden im Bus verbringen müssen, bis sie Ensheim  erreicht hatten. Für die Luxemburger Passagiere also fünf Stunden Verspätung, für die Saarbrücker Fluggäste mehr als sieben Stunden.

Den enttäuschten Passagieren wurden aber am Findel Beschwerdeformulare und Unterlagen zum Passagierrecht ausgehändigt. Das implizite Fazit der Reportage: Zwar seien Wetterkapriolen verständlich, nicht aber die mangelnde Flexibilität und Informationspolitik von Luxair gegenüber Mitarbeitern und Passagieren -  seine Aussagen untermauerte der SR-Redakteur mit Audiointerviews seiner Mitreisenden. 

Reaktion der Luxair

Marc Gerges, Vizepräsident der "corporate communication" der Luxair Group,  sagte gegenüber wort.lu am Samstagabend: "Zunächst einmal werden wir den Passagieren, die Probleme hatten, mit Kulanz entgegenkommen. Auf das Wetter wollen wir uns nicht berufen und bedauern die Umstände."

Das Problem bei diesem Vorfall habe in der mangelnden Kommunikation zwischen den beiden Flughäfen Hamburg und Hannover bzw. der Rückmeldung nach Luxemburg gelegen. "Es stimmt, wegen eines Gewitters konnte die Maschine nicht in Hamburg landen und wurde nach Hannover umgeleitet. Zudem haben wir aber in Hamburg kein eigenes Personal, sondern beauftragen so genannte 'Handling Agents'."

"Sie haben zwar für die fast 60 Passagiere Taxis organisiert – nachdem ein Bustransport nicht möglich war –, haben aber die Flughafen-Verwaltung in Hannover nicht ausreichend kontaktiert, um einen Empfang oder die Begleitung der Luxair-Passagiere zu organisieren. In Hannover gibt es aber weder Luxair-Personal, noch Handling-Agents in unserem Auftrag." Das an einem Freitagabend zu klären, an dem oft nur wenig Personal an den Standorten generell verfügbar sei, habe das weiter verzögert, so Gerges weiter.

Selbst die Crew hatte Probleme

Auch die Crew der Luxair-Maschine habe in Hannover Probleme bei der Koordinierung der Abläufe auf dem Flughafen gehabt. Dennoch habe schließlich - wenn auch mit Verspätung - dann das Boarding stattfinden können.

"Als wir wieder 'Herr der Lage' waren, hat auch der Pilot während des Flugs auf deutsch und englisch persönlich in der Kabine die Reisenden informiert", sagte Gerges. "Er gab ebenso bekannt, dass ein Bustransport für die Saarbrücker Passagiere von Findel aus eingerichtet würde." Es seien für einige Passagiere sogar Taxis in Richtung Saarland angefragt worden.



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