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Lulling: "Die Partei wollte mich los werden"
Astrid Lulling schiebt Viviane Reding den Schwarzen Peter zu.

Lulling: "Die Partei wollte mich los werden"

Foto: Alexis Haulot
Astrid Lulling schiebt Viviane Reding den Schwarzen Peter zu.
Lokales 19.03.2014

Lulling: "Die Partei wollte mich los werden"

Astrid Lulling gehört nicht zu den sechs CSV-Kandidaten für die Europawahlen. Die Art und Weise, wie sie aus dem Rennen genommen wurde, empfindet sie als "Enttäuschung" und "Demütigung".

Gedemütigt, enttäuscht, gar nicht glücklich: Die langjährige CSV-Europaabgeordnete Astrid Lulling geht im Gespräch mit "Le Quotidien" nicht gerade zimperlich mit ihrer Partei um, nachdem diese am vergangenen Samstag ihre sechs Kandidaten für die Europawahlen bekannt gegeben hatte.

Nicht mehr mit dabei ist die 84-jährige Schifflingerin - obwohl die CSV-Oberen sie lange in dem Glauben gelassen hätten, sie könnte sich um ein weiteres Mandat in Straßburg bewerben. "Ich stand zur Verfügung, auch wenn ich die fünf Jahre des Mandats nicht vervollständigen wollte. Aber ich wollte meiner Partei helfen, die nötigen Stimmen zu sammeln. Ich wäre auch bereit gewesen, auf eine weitere Kandidatur zu verzichten, wenn an meiner Stelle ein kompetenter Kandidat ins Rennen gezogen wäre. Dass der sechste Listenplatz nun an eine vollkommen unbekannte Bewerberin geht (Marianne Pesch-Dondelinger), ist völlig unverständlich."

Als ebenbürtigen Ersatz nannte Lulling im Gespräch mit RTL Radio den ehemaligen Premier Jean-Claude Juncker oder auch Ex-Minister Luc Frieden. Dass der EVP-Spitzenkandidat sich am 25. Mai nicht dem Wählerwillen stellt, sei "schade": "Viele meiner Kollegen im Europaparlament verstehen das nicht."

"Mein Geburtsdatum ist für einige ein Problem"

Die langjährige Europaabgeordnete gibt an, am Samstag über die Medien von der Besetzung der CSV-Liste erfahren zu haben. "Bis Donnerstag war der letzte Listenplatz noch offen. Man hat mir gesagt, man würde mich am Freitag anrufen. Das ist aber nicht geschehen."

Als Grund, weswegen die CSV sie "loswerden" wollte, gibt Lulling eine Art von "Altersdiskriminierung" ("Mein Geburtsdatum ist für einige ein Problem. Meine geistige und körperliche Form ist aber immer noch ausgezeichnet") sowie eine Art von Neid auf ihre Popularität an: "Einige meiner Straßburger Parteikollegen hatten Angst, dass ich mehr Stimmen gewinne als sie." Später in dem Interview sagt Lulling: "Es ist Frau Reding, die mich nicht wollte. Ihre Haltung ist einfach traurig."