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Luftverschmutzung in Esch/Alzette: Mehr als hundert Autos beschädigt
Lokales 9 1 04.09.2014

Luftverschmutzung in Esch/Alzette: Mehr als hundert Autos beschädigt

Am Montag gab es in Esch/Alzette eine schwerwiegende Luftverschmutzung. Eine aggressives chemisches Gemisch ging über einzelnen Stadtvierteln nieder. Jetzt stellt sich heraus: An mehr als hundert Autos entstanden Lackschäden.

(jag) - Was als harmlose Polizeimeldung begann, entpuppt sich als handfester Umweltskandal: Am Montagmorgen ging eine gelblich-braune Wolke infolge einsetzenden Regens zwischen Raemerich und Lallingen nieder. Kurze Zeit später bemerkten Einwohner die Schäden an ihren Autos: Weißliche Flecken, zum Teil verlaufener Lack und Schlieren.

Am schlimmsten betroffen sind die Anrainer der Ehleringer und der Henri-Koch-Straße. Alleine im Schulhof des LTE wurden 45 Wagen mit Lackschäden festgestellt. Die Polizei und die Umweltverwaltung wurden eingeschaltet, ein Labor hat Proben vor Ort genommen.

Warnung vor Gemüse und Obst

Die Anwohner wurden angewiesen, Gemüse aus ihren Gärten nicht zu essen. Eine offizielle Information an die Bevölkerung gab es bisher nicht. Obwohl der Verursacher noch nicht bekannt ist, waren auch Chemiker von "Twinerg" anwesend. Die Firma betreibt die Gas-Dampf-Turbine in Raemerich. Beim Hochfahren der Anlage wie am Montag geschehen entsteht im Regelfall gelblicher Rauch, Probleme gab es dabei aber bisher nicht.

Wie groß das Ausmaß des Schadens ist, kann bisher nur geschätzt werden. Die Lackschäden betreffen aber auch drei Autowerkstätten, Verschmutzungen wurden bis in die Rue de Belvaux und das Viertel Lallingen beobachtet.

Staatsanwaltschaft eingeschaltet

Wer in diesen Vierteln wohnt, sollte sich seinen Wagen genauer ansehen. In leichteren Fällen konnten die Verschmutzungen wieder abgewaschen werden, bei anderen Autos ist eine komplette Politur notwendig. Die Umweltverwaltung und die Direktion der "Santé" sind aktiv und warten auf die Analyseresultate. Vermutet wird, dass es sich bei der gelblichen Substanz um Eisenoxid, also Rostpartikel handelt. Eine Gefahr für die Gesundheit soll ersten Einschätzungen nicht bestehen, definitive Klarheit können aber nur die Analyseresultate liefern. Diese sollen im Laufe der nächsten Woche vorliegen. Bis dahin gilt das Vorsorgeprinzip, Gartengemüse aus den betreffenden Vierteln sollte bis auf weiteres nicht verzehrt werden. 

Mittlerweile wurde auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, weil rund 100 Klagen vorliegen.