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"Lügner, Hypokriten und Provokateure"
Vor diesem Café in der Rue de Bonnevoie nahm das Geschehen seinen Lauf.

"Lügner, Hypokriten und Provokateure"

Foto: Chris Karaba
Vor diesem Café in der Rue de Bonnevoie nahm das Geschehen seinen Lauf.
Lokales 06.12.2018

"Lügner, Hypokriten und Provokateure"

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Der Tatverdächtige im Mordfall Ana Lopes musste sich am Mittwoch gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder wegen bewaffneter Rebellion und Beamtenbeleidigung vor Gericht verantworten.

Eigentlich ging es nur um Falschparker, doch nun ist es ein Fall für das hauptstädtische Strafgericht: Am 31. Januar 2016 wollen Polizisten an der hauptstädtischen Rue de Bonnevoie, an der Kreuzung mit der Rocade, mehreren Autofahrern Strafzettel ausstellen, die ihre Fahrzeuge widerrechtlich vor einer Gaststätte abgestellt hatten und so eine Straße blockierten.

Dann traten zwei Männer aus dem Café und begannen die Beamten, wie ein Polizist gestern erläuterte, gleich durch spöttisches Auftreten zu provozieren. Sie seien in ihren Geländewagen eingestiegen und hätten weiter provoziert.


Wie und warum Ana Lopes zu Tode kam, ist weiterhin nicht gewusst.
Todesfall Ana Lopes: Eine Leiche, viele Fragen
Vor einem Jahr wurde in Roussy-le-Village, nur ein paar Kilometer hinter Frisingen, die Leiche der 25-jährigen Ana Lopes aus Bonneweg gefunden. Seit Juni sitzt ein Tatverdächtiger in Untersuchungshaft, die Ermittlungen laufen noch.

Als die Männer entgegen der Anweisungen der Polizisten dann doch mit aufheulendem Motor angesetzt hätten, wegzufahren, hätten die Polizisten sich entschieden, die Insassen zu überprüfen.

Polizist sieben Tage krank

Doch dann habe der Fahrer tatsächlich Gas gegeben und sei dabei einem Beamten über den Fuß gefahren. Eine Arbeitsunfähigkeit von einer Woche sei die Folge gewesen. Wenige Meter weiter sei der Fahrer dann doch stehen geblieben und habe einen anderen Polizisten mit der Fahrertür angerempelt. Dass er dabei nicht verletzt worden sei, sei nur auf seine kugelsichere Weste zurückzuführen, sagte der Polizist.

Interessant ist in diesem Zusammenhang die Personalie des Fahrers. Marco B. ist nämlich der Tatverdächtige im Mordfall Ana Lopes.


Als die Polizei nach der mutmaßlichen Rebellion den Wagen beschlagnahmte, sollen auch der Bruder und der Vater des Fahrers Polizisten beleidigt, der Fahrer selbst einen Beamten mit dem Tod bedroht haben.

Alle drei bestreiten jedoch die Darstellung der Polizisten. Diese seien „Lügner, Hypokriten und Provokateure“, wie der Vater betonte. Von Anfang an hätten sie die Brüder respektlos behandelt.

Die Verletzung am Fuß eines Polizisten sei im Nachhinein erfunden worden, um ihr unwürdiges Verhalten und ihren Machtmissbrauch zu rechtfertigen, betonten die Angeklagten. Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt.


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