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Lockerungen in Altersheimen: Dachverband reagiert nach Kritik
Lokales 2 Min. 03.06.2020

Lockerungen in Altersheimen: Dachverband reagiert nach Kritik

Ältere Menschen gelten weiterhin als Risikopatienten.

Lockerungen in Altersheimen: Dachverband reagiert nach Kritik

Ältere Menschen gelten weiterhin als Risikopatienten.
Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 03.06.2020

Lockerungen in Altersheimen: Dachverband reagiert nach Kritik

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
In einem Schreiben teilt der Dachverband für Pflegedienste Copas mit, dass die sanitären Lockerungen in den vereinzelten Einrichtungen individuell zu betrachten sind.

Nachdem Familienministerin Corinne Cahen Ende Mai weitere Lockerungen für den Pflegesektor angekündigt hat und unter anderem die Patientenvertretung kritisiert hat, dass diese nicht in allen Pflege- und Wohnheimen angewendet werden, positioniert sich nun die Vereinigung Copas in einem offiziellen Schreiben zu diesem Thema. 


Seniorenheime: Vorsichtige Lockerung der Beschränkungen
Für die Bewohner der Pflege- und Wohnheime gibt es nun auch schrittweise Lockerungen. Doch nicht alle Bewohner können derzeit von der neuen Normalität profitieren.

Dem Dachverband für Pflegedienste zufolge müssen die sanitären Lockerungen in den vereinzelten Einrichtungen individuell betrachtet werden. Es müsse Rücksicht auf die unterschiedlichen Infrastrukturen der Häuser und den gesundheitlichen Zustand der Bewohner genommen werden. Demnach liege die Entscheidung, die Ausgangsbeschränkungen und Sicherheitsmaßnahmen zu lockern, ganz bei den Heimleitern. Letztere sollten sich jedoch zunächst auch mit den Bewohnern und im Zweifelsfall mit deren Angehörigen oder zuständigen Ärzten zusammensetzen, um über die eventuellen, neuen Maßnahmen zu sprechen. 

Besuchsrecht erweitert

In Bezug auf die Besuche in Pflegeeinrichtungen sieht die Copas Lockerungen als durchaus möglich. So sollen, je nach Bereitschaft des Personals, mehr und längere Besuche in dafür entsprechenden Räumen stattfinden. Auch die Anzahl an Besuchern kann laut Copas steigen. Dabei müssen aber die geltenden Sicherheitsvorkehrungen respektiert werden: Atemschutzmasken, nötiger Anstand und Barrieregesten, wie das Desinfizieren der Hände, sind Pflicht

Zudem sollte auch die Möglichkeit bestehen, dass Bewohner, die aus gesundheitlichen Gründen ihre Zimmer nicht verlassen können, von Angehörigen besucht werden. Dies sei aber nur möglich, wenn sowohl die Besucher als auch die Senioren die Sicherheitsvorkehrungen einhalten. 

Mehr Ausgang für Bewohner

Laut Copas sollen verschiedene Bewohner mit dem Einverständnis des Heimleiters, alleine oder in Begleitung eines Angehörigen, die Einrichtung verlassen können. Dies jedoch unter der Bedingung, dass sie auch draußen - und die Angehörigen - die geltenden Barrieregesten respektieren. 


people who cannot leave the house due to an epidemic
Risikogruppe: Abgeschnitten von der Außenwelt
Für mehr als 90.000 Menschen stellt das Corona-Virus alleine aufgrund ihres Alters eine besondere Bedrohung dar. Die Isolation soll sie vor einer Infektion schützen.

Nach ihrer Rückkehr und wenn sie sich in Gemeinschaftsräumen oder in direktem Kontakt mit anderen Bewohnern befinden, sollen die Senioren stets einen Mundschutz tragen. Nach jedem Ausgang muss der gesundheitliche Zustand des betroffenen Bewohners im Auge behalten werden

Speisen in Gemeinschaftsräumen erlaubt

Zu den Essgewohnheiten in Pflegeeinrichtungen hat sich der Dachverband ebenfalls geäußert: Cafeterien und Heim-Restaurants können ihre Dienste anbieten, solange das Einhalten der Sicherheitsmaßnahmen möglich ist. Demzufolge müssen die Tische einen Anderthalb-Meter-Abstand voneinander haben. Für das Küchenpersonal und die anderen Mitarbeiter gilt die Maskenpflicht. 

Zuletzt sprach sich die Copas auch für die Aufnahme neuer Bewohner aus. Allerdings sei in solchen Fällen besondere Vorsicht geboten: Die neuen Heimbewohner sollten nach ihrer Aufnahme auf das Corona-Virus getestet werden und sich in Quarantäne begeben. Diese Entscheidung liege jedoch auch bei den jeweiligen Heimleitern oder behandelnden Ärzten.

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