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LNS: Soziale Kontakte sanken während Lockdown um 80 Prozent
Lokales 2 Min. 27.08.2020 Aus unserem online-Archiv

LNS: Soziale Kontakte sanken während Lockdown um 80 Prozent

Soziale Kontakte nahmen während des Lockdowns dramatisch ab - nach den ersten Lockerungen legten sie wieder zu.

LNS: Soziale Kontakte sanken während Lockdown um 80 Prozent

Soziale Kontakte nahmen während des Lockdowns dramatisch ab - nach den ersten Lockerungen legten sie wieder zu.
Foto: Pixabay
Lokales 2 Min. 27.08.2020 Aus unserem online-Archiv

LNS: Soziale Kontakte sanken während Lockdown um 80 Prozent

Sarah CAMES
Sarah CAMES
Während des Corona-Lockdowns ging die Zahl der sozialen Kontakte in Luxemburg dramatisch zurück. Jüngere Leute haben im Schnitt mehr Kontakte, so die LNS-Studie.

Zwischen März und Juni wurde die Bevölkerung vom Laboratoire national de santé (LNS) in Zusammenarbeit mit dem Fonds National de la Recherche (FNR) dazu aufgerufen, an insgesamt sechs Onlineumfragen zu ihren sozialen Kontakten teilzunehmen. Vier davon fanden während des Lockdowns statt, zwei weitere Umfragen wurden nach den ersten Lockerungen durchgeführt.

Soziale Kontakte waren demnach als persönliche Gespräche von mehr als drei Wörtern in einem Abstand von weniger als zwei Metern Entfernung festgelegt. Durch präzise Fragen konnte eine hohe Teilnehmerzahl von mehr als 5.600 Befragten erreicht werden, wie Ardashel Latsuzbaia vom LNS erklärt: „Während des Lockdowns haben wir die Alterskategorie, die Anzahl der im Haushalt lebenden Personen, die Anzahl der Kontakte während der vorangegangenen 24 Stunden, die Nationalität sowie den Ort, an dem die meisten Kontakte stattgefunden hatten, abgefragt. Die Umfrage nach dem Lockdown umfasste dann weitere Fragen, um so auch die Anzahl der Kontakte zu ermitteln, die ohne das Tragen einer Gesichtsmaske stattgefunden hatten.“ 


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Die Studie lieferte klare Resultate: „Die Anzahl der Kontakte von in Luxemburg ansässigen Personen lag laut einer Studie vor der Pandemie bei 17,5, während sie während der Pandemie auf 3,2 sank, was einen Rückgang von mehr als 80 Prozent bedeutete“, so Latsuzbaia. Diese Daten beziehen sich auf die Periode vom 25. März bis zum 1. Mai. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 44,2 Jahren, wobei junge Menschen im Schnitt mehr soziale Kontakte hatten, als ältere Menschen. Auch gaben Einwohner mit luxemburgischer und portugiesischer Nationalität eine leicht erhöhte Zahl an täglichen Kontakten an.

Das Laboratoire National de Santé (LNS) in Düdelingen.
Das Laboratoire National de Santé (LNS) in Düdelingen.
Foto: Steve Eastwood

Die Teilnehmer wurden auch zu den Orten befragt, an denen die meisten sozialen Kontakte stattfanden. Die meisten Gespräche mit geringem Abstand fanden demnach am Arbeitsort statt, im Supermarkt und in der Freizeit wurden die wenigsten sozialen Kontakte erfasst.


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Nach dem Ende des Lockdown stieg die Zahl der sozialen Kontakte wieder stark an: „Die durchschnittliche Zahl der täglichen Kontakte begann bereits während des Lockdowns anzusteigen. Im Juni, also nach dem Lockdown, hat sich die Zahl der Kontakte dann mehr als verdoppelt, blieb aber dennoch um 60 Prozent niedriger als in der Zeit vor der Pandemie“, so Latsuzbaia vom LNS. Diese Zunahme habe wahrscheinlich auch zu einem Anstieg der Reproduktionszahl - und damit auch einem Anstieg der neuen Infektionsfälle Ende Juni - geführt. Eine weitere Umfrage zeigte, dass die Zahl der Kontakte nach der zweiten Welle wieder leicht abnahm.

Laut Latsuzbaia erbringt die Studie Belege für drei wesentliche Fakten: „Unsere Studie deutet darauf hin, dass die strikten Maßnahmen zur physischen Distanzierung, die in Luxemburg umgesetzt wurden, erhebliche Auswirkungen auf die sozialen Interaktionen hatten.“ Nach Ende des Lockdown sei diese Zahl wieder angestiegen, blieb dennoch rund 60 Prozent niedriger als vor dem Ausbruch des Virus. "Darüber hinaus deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass ältere Personen die Restriktionsmaßnahmen im Vergleich zu jüngeren Personen besser einhalten, was zu erwarten war, da die Gefahr eines Krankenhausaufenthalts oder gar das Sterberisiko durch COVID-19 mit dem Alter zunimmt”, so der LNS-Experte.

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