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Leudelingen möchte sich vom Wahlbezirk Süden verabschieden
Einer informellen Umfrage zufolge liebäugeln 58 Prozent der Einwohner der Gemeinde Leudelingen mit dem Wahlbezirk Zentrum.

Leudelingen möchte sich vom Wahlbezirk Süden verabschieden

Anne Heintz
Einer informellen Umfrage zufolge liebäugeln 58 Prozent der Einwohner der Gemeinde Leudelingen mit dem Wahlbezirk Zentrum.
Lokales 3 Min. 23.12.2018

Leudelingen möchte sich vom Wahlbezirk Süden verabschieden

Die zukünftige Bezirkszugehörigkeit der Gemeinde Leudelingen soll, wenn es nach der DP-nahen Gruppierung „Zesumme fir Leideleng“ geht, geklärt werden.

von Raymond Schmit

Am 8. Oktober 2017 sprachen sich die Einwohner der Gemeinde Kopstal-Bridel mehrheitlich für einen Wechsel aus dem Wahlbezirk Süden in den Bezirk Zentrum aus. Das Beispiel könnte Schule machen. In Leudelingen gibt es jetzt eine ähnliche Bestrebung.

Was haben Leudelingen und Kopstal-Bridel gemeinsam? Reichlich wenig, könnte man auf den ersten Blick meinen, denn die eine Gemeinde liegt im Kanton Esch/Alzette, die andere im Kanton Capellen. Die einzige Gemeinsamkeit taucht alle fünf Jahre bei Parlamentswahlen auf. Dann werden die Einwohner in den beiden Randgemeinden der Stadt Luxemburg gebeten, ihre Stimmen im Wahlbezirk Süden abzugeben.

Das behagt nicht jedem, vor allem nicht der DP-nahen Gruppierung „Zesumme fir Leideleng“, die seit den Kommunalwahlen vom 8. Oktober 2017 mit vier Vertretern im Gemeinderat sitzt. Sie sind der Ansicht, dass sich die Einwohner eher zum Zentrum zugehörig und sich nicht ausreichend durch die Südabgeordneten im Parlament vertreten fühlen.

In Leudelingen könnte man sich demnächst mit einem Antrag auf einen Bezirkswechsel befassen. Ob sich dafür eine Mehrheit finden wird, ist ungewiss.
In Leudelingen könnte man sich demnächst mit einem Antrag auf einen Bezirkswechsel befassen. Ob sich dafür eine Mehrheit finden wird, ist ungewiss.
Marc Wilwert

Das soll sich jetzt ändern. Die vier Gemeinderatsmitglieder wollen voraussichtlich im Februar einen Antrag stellen, damit in Leudelingen ein Referendum über die zukünftige Bezirkszugehörigkeit durchgeführt wird, wie Lou Linster vor der Presse erklärte. Sollte dieser Antrag im Gemeinderat untergebuttert werden, dann soll es eine Unterschriftensammlung richten. Wenn ein Viertel der Einwohner unterschreibt, dann steht einer Volksbefragung nichts mehr im Weg. Die könnte dann, so stellen sich die Befürworter das vor, am 26. Mai zeitgleich mit den Europawahlen stattfinden

Mehrheit für Wechsel?

Optimistisch stimmen die Befürworter eines Bezirkswechsels die Ergebnisse einer informellen Umfrage. Damals gaben 29 Prozent der Befragten an, dass sie sich eher zum Süden hingezogen fühlen. 58 Prozent hingegen liebäugeln stärker mit dem Wahlbezirk Zentrum. 12,6 Prozent sprachen sich für einen einheitlichen Wahlbezirk in Luxemburg aus. Immerhin können sich auch 77 Prozent ein Referendum vorstellen.

Schützenhilfe gibt es vom Bürgermeister der Gemeinde Kopstal-Bridel, Carlo Schmit. Dort machten sich im Oktober 63 Prozent der Einwohner im Rahmen einer Befragung für einen Wechsel in den Wahlbezirk Zentrum stark. Bewegt hat das bisher reichlich wenig. Auch die Tatsache, dass Dan Kersch inzwischen seinen Stuhl im Innenministerium zugunsten von Taina Bofferding geräumt hat, dürfte einer Entscheidung nicht unbedingt Flügel verleihen.

Viele Argumente

Und Argumente, die für einen Wechsel in den Wahlbezirk Zentrum sprechen, führen die Befürworter jede Menge ins Feld. Da ist nicht nur die räumliche Nähe, sondern auch die Tatsache, dass sich viele Einwohner offenbar mehr zur Stadt Luxemburg hingezogen fühlen als zu Südgemeinden wie Esch/Alzette, Düdelingen oder Differdingen. Und dann sind da auch noch die Arbeitsplätze. 550 Einwohner begeben sich Tag für Tag zum Broterwerb in die Hauptstadt. Das sind immerhin gut 50 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung in der Gemeinde.

Da gibt es aber auch noch die soziale Zusammensetzung der Bevölkerung, die der in der Hauptstadt eher ähnelt als derjenigen in der Südregion, die guten Verkehrsverbindungen mit Luxemburg, die in Richtung Süden eher inexistent sind, die Mitgliedschaft in Syndikaten wie dem Sidero, das die Kläranlage in Beggen betreibt und seinen Sitz in der Stadt Luxemburg hat, oder auch noch das Syndikat Dici, das die verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Stadt Luxemburg und den Randgemeinden Leudelingen, Bartringen, Strassen und Hesperingen zum Ziel hat. Und auch die Tatsache, dass man sich im Leudelinger Rathaus bisher beharrlich geweigert hat, dem Syndikat Prosud beizutreten, wird nicht unbedingt als Liebeserklärung an die Südregion gewertet.

Sollten sich die Befürworter eines Wechsels durchsetzen, dann könnte in der Gemeinde Leudelingen, die einst zum Kanton Hesperingen gehörte, bis 1856 Teil der Gemeinde Reckingen/Mess war und dann eigenständig wurde und „irgendwann“ – so Lou Linster – zum Kanton Esch kam, ein neues Kapitel aufgeschlagen werden.


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