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Letzter Abschied von "Dokter Conter"
Lokales 7 21.07.2020

Letzter Abschied von "Dokter Conter"

Somine Bleser (l). hatte Eltern vorgeschlagen, ein Bild ihrer Kinder, ehemalige Patienten vom verstorbenen 'Dokter Conter', auf eine Herzform zu kleben. Ein Aufruf, dem manche Eltern nachgekommen sind.

Letzter Abschied von "Dokter Conter"

Somine Bleser (l). hatte Eltern vorgeschlagen, ein Bild ihrer Kinder, ehemalige Patienten vom verstorbenen 'Dokter Conter', auf eine Herzform zu kleben. Ein Aufruf, dem manche Eltern nachgekommen sind.
Anouk Antony
Lokales 7 21.07.2020

Letzter Abschied von "Dokter Conter"

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Ein letztes Mal "Äddi" sagen. Das taten am Dienstag nicht nur Familienangehörige und Bekannte vom kürzlich verstorbenen Kinderarzt Camille Conter, sondern auch einige junge Patienten mit ihren Eltern.

„Wir wollten ,Dokter Conter‘ Äddi sagen“, sagt eine Mutter, die mit ihren drei Kindern, Gabriela (8), Michel (6) und Patrice (4) am Dienstagnachmittag zur Kirche in Petingen gekommen ist. Dies, um sich auf ihre Art beim Anfang vergangener Woche verstorbenen Kinderarzt Camille Conter ein letztes Mal zu bedanken. 

Dafür hatten sie drei Blumen mitgebracht, eine pro Kind, sowie ein Foto mit ihnen alle dreien drauf. Diese klebten sie auf eine Kiste in Herzform, die neben der Kirchentür stand. 

Gabriela und Michel mit ihren Blumen für 'Dokter Conter'.
Gabriela und Michel mit ihren Blumen für 'Dokter Conter'.
Foto: Anouk Antony

„Er war einfach immer da“  

44 Jahre lang hatte der Kinderarzt praktiziert und war weit über den Raum Petingen, wo sich seine Praxis befand, bekannt. „Er war einfach immer für einen da“, erzählt die Mutter weiter. 

Zuletzt war er, den sie immer nur „Dokter Conter“ nennt, noch für Hausbesuche zu ihnen bis nach Bergem gekommen. „Er nannte mich immer Prinzessin und meine Brüder Tarzan“, erinnert sich ihrerseits Gabriela. 

„Ich hatte ein schönes, langes Leben“  

Vor zwei Jahren, als er in den Ruhestand ging, hatte Simone Bleser auf Facebook einen Aufruf gestartet, um ein Dankesbuch für den Doktor zu organisieren. Die Resonanz war sehr groß. 

Nun, als sie von seinem Tod erfuhr, organisierte sie besagte Kiste mit Herzform. Dies sollte es Personen erlauben, die nicht in die Kirche konnten oder wollten – die Plätze waren Corona-bedingt limitiert – doch noch eine Trauerkarte abzugeben. 

So kamen auch tatsächlich eine Reihe von Personen, bereits vor der Messe, um ein Kärtchen abzulegen. Darunter auch manche Eltern mit Kindern. 

Camille Conter litt am Ende seines Lebens an Krebs. Er sei aber nie in Selbstmitleid verfallen, erzählt Simone Bleser noch. Als er von seiner Krankheit erfuhr, soll er folgenden Satz gesagt haben: „Ich hatte ein schönes, langes Leben. Manche meiner kleinen Patienten hatten diese Chance nicht.“ 

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