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Letzte Ohrfeige für Maggy Nagel
Lokales 04.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Nach Urteil des Verwaltungsgerichts

Letzte Ohrfeige für Maggy Nagel

Zwei der fünf historischen Sozialwohnhäuser in Diekirch sind bereits der Abrissbirne zum Opfer gefallen.
Nach Urteil des Verwaltungsgerichts

Letzte Ohrfeige für Maggy Nagel

Zwei der fünf historischen Sozialwohnhäuser in Diekirch sind bereits der Abrissbirne zum Opfer gefallen.
Foto: Nico Muller
Lokales 04.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Nach Urteil des Verwaltungsgerichts

Letzte Ohrfeige für Maggy Nagel

Vor dem Verwaltungsgericht wurde nun der Entschluss der Ex-Ministerin Maggy Nagel gegen die Aufnahme von fünf historischen Häusern in Diekirch ins Zusatzinventar der nationalen Denkmäler nachträglich annulliert. Zwei der Häuser sind mittlerweile aber schon abgerissen ...

(jl) - Es klingt wie die letzte Ohrfeige für die zurückgetretene Maggy Nagel: Wie das "Luxemburger Wort" erfahren hat, wurde nun am 16. Dezember vor dem Verwaltungsgericht Luxemburg ein Beschluss der Ex-Kulturministerin nachträglich annulliert, in dem diese sich gegen eine Aufnahme von fünf historisch wertvollen Sozialwohnhäusern in Diekirch ausgesprochen hatte.

Nagels Beschluss, der den Weg für ein Wohnungsbauprojekt der "Société nationale des habitations à bon marché" (SNHBM) vor Ort ebnete, hatte schließlich zur Abrissgenehmigung der Gemeinde für vier der fünf Häuser geführt, von denen mittlerweile auch schon zwei dem Erdboden gleichgemacht wurden.

Wohungsbau vor Denkmalschutz?

Pikantes Detail: Die Ministerin hatte sich bei ihrem Entschluss offenbar über ein Gutachten der nationalen Denkmalschutzkommission hinweggesetzt, die sich bereits im September 2012 einstimmig für die Aufnahme des gesamten Häuserensembles ins Zusatzinventar der nationalen Denkmäler ausgesprochen hatte.

Nagel hatte nach Widerstand gegen ihre Entscheidung dagegen bereits Anfang 2014 erklärt, die Häuser seien in einem zu schlechten Zustand, als dass eine wohl sehr kostspielige Sanierung derselben gerechtfertigt wäre. Letztlich war dann nur eines der Häuser als erhaltenswert eingestuft worden.

Für ihre Kritiker ist derweil klar, dass die Wohnungsbauministerin Maggy Nagel die denkmalschützerischen Interessen der Kulturministerin Maggy Nagel einfach geopfert hat.

Me Jean-Jacques Schonckert, der Anwalt der Diekircher Bürgergruppe, die das nun erfolgreiche Rekursverfahren gegen den Entschluss von Maggy Nagel eingeleitet hatte, will nun den neuen Kulturminister Xavier Bettel und Staatssekretär Guy Arendt um eine neuerliche Prüfung der Sachlage bitten, um zumindest die noch stehenden Häuser zu retten.


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