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"Les derniers boches": Als der Krieg endgültig vorbei war

"Les derniers boches": Als der Krieg endgültig vorbei war

Bildquelle: André Schoup, Europeana unter CC0 1.0 Universal
Lokales 7 20.11.2018

"Les derniers boches": Als der Krieg endgültig vorbei war

Am 20. November 1918 verließen die deutschen Besatzungstruppen Luxemburg-Stadt. Den Abschluss von vier Jahren Okkupation während des Ersten Weltkriegs bildete eine Militärparade, gefolgt von einer kilometerlangen Kolonne Richtung Osten.

Von Ernst Mettlach

Der Erste Weltkrieg begann in Luxemburg, als am 1. August 1914 eine Kompanie des trierischen Regiments Nr. 69 den Bahnhof in Ulflingen besetzte. Er endete offiziell mit der Unterzeichnung des Waffenstillstands im Wald von Compiègne am 11. November 1918. In Luxemburg war der große Krieg aber erst neun Tage später endgültig vorbei: Am 20. November 1918 zogen die letzten deutschen Besatzungstruppen aus der Hauptstadt ab. Der preußische General Georg von der Marwitz nahm die Parade der zurückmarschierenden Truppen ab. 


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21. November 1918. Die Deutschen haben die Hauptstadt verlassen, nach ihnen ziehen im Abstand von zehn Kilometern die Amerikaner in Luxemburg-Stadt ein. Die Bevölkerung feiert die Befreier euphorisch. Ein Blick ins Archiv.

Nach einem genau festgelegten Plan zog sich die deutsche Armee Richtung Deutschland und Rhein zurück, mit einem Sicherheitsabstand von rund zehn Kilometern folgte die amerikanische Dritte Armee. Am 18. November überschritten die Amerikaner die französisch-luxemburgische Grenze, begeistert empfangen von der Bevölkerung. Der amerikanische Generalstab war durch seine Aufklärungsoffiziere bestens über alle Details der zurückgehenden deutschen Armee informiert. 

Hatte man in der ersten Woche "bolschewistische Umtriebe" beobachtet und befürchtet und glich der Rückzug in den ersten Tagen eher einer Flucht mit Plünderungen und marodierenden Truppen, sahen die amerikanischen G2-Offiziere bei der letzten Parade noch einmal preußische Disziplin: "On the 20th, German troops marched through the city of LUXEMBOURG in close fomation. Bands were playing and no signs of disorder was seen", heißt es im offiziellen Geschichtsbuch der amerikanischen Armee, "United States Army in the World War. 1917-1919." Dabei befolgten die Truppen offensichtlich von der Marwitz' Tagesbefehl. Denn der General hatte in deutlichen Worten an seine Männer appelliert: "Soldaten Deutschlands, zieht Euch geordnet und diszipliniert zurück und zeigt den Luxemburgern, dass auch eine geschlagene Armee das kann."


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Zeitweise reihten sich deutsche Marschkolonnen ununterbrochen 32 Kilometer Richtung Trier, das vollgestopft war mit Zehntausenden Soldaten auf dem Weg zum Rhein. Die Amerikaner folgten der sich zurückziehenden deutschen Armee zunächst bis zur luxemburgisch-deutschen Grenze, wo sie am 23. November halt machten, um wie vereinbart am 1. Dezember 1918 die deutsche Grenze Richtung Trier zu überschreiten. Vier Jahre harter Besatzung waren vorbei.   


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