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„Léif Tréischterin, stéi eis bäi mat dengem Trouscht!“
Lokales 11 4 Min. 06.05.2013 Aus unserem online-Archiv

„Léif Tréischterin, stéi eis bäi mat dengem Trouscht!“

Lokales 11 4 Min. 06.05.2013 Aus unserem online-Archiv

„Léif Tréischterin, stéi eis bäi mat dengem Trouscht!“

Mit dem Pontifikalamt und der anschließenden Prozession endete die 16-tägige Oktave an diesem Sonntag. Hier sind die schönsten Eindrücke von diesem letzten Tag der Muttergottesoktave.

Von Monique Hermes

„Marie, belle figure de réconfort sous la croix, consolatrice de son fils, Marie est devenue la consolatrice de tous les hommes. Elle est la mère des croyants et la mère de toute l'humanité. Avec foi et confiance nous nous tournons vers elle et nous la prions pour toute l'humanité.“ Mit diesen Worten beschloss der Kardinal André Vingt-Trois seine tiefgründige Predigt beim Pontifikalamt mit Erneuerung der Weihe an die Trösterin am gestrigen „Schlussoktavsonntag“ in der Kathedrale von Luxemburg. Der Eucharistiefeier wohnten auch Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa mit Hofaumônier Chanoine Fränz Muller sowie Premierminister Jean-Claude Juncker mit einigen Abgeordneten bei.

Das großherzogliche Paar war vom Kardinal-Erzbischof von Paris, zusammen mit dem Erzbischof von Luxemburg, Jean-Claude Hollerich, dem Apostolischen Nuntius in Luxemburg, Mgr. Giacinto Berloco, Erzbischof Mgr. Fernand Franck, Erzbischof Zbignev Stankevics aus Riga, Weihbischof Heinrich Janssen aus Kevelaer, Weihbischof Robert Brahm aus Trier, Weihbischof Wilfried Theising aus Münster, dem Abt von Clerf, Dom Michel Jorrot O.S.B., und weiteren Geistlichen in feierlicher Prozession von den Messdienern unter den Klängen des „Prélude improvisé sur ,Ave spes nostra‘“ in den Chor der Kathedrale geleitet worden.

Der Oberhirte der katholischen Kirche in Luxemburg, Erzbischof Jean-Claude Hollerich, hieß das „Volk Gottes in Luxemburg“ willkommen und richtete Dankesworte an die kirchlichen Würdenträger, welche der Einladung zum Mitfeiern gefolgt waren, vornehmlich an Kardinal André Vingt-Trois sowie an Erzbischof Mgr. Fernand Franck, dies am Vortag seines Geburtstags. Ein herzlicher Applaus seitens der versammelten kirchlichen Gemeinde war die Antwort auf die entsprechenden Glückwünsche.

„Géi du, léif Mamm, mat eis de Wee!“

„Car le Seigneur console son peuple“, las Marc Jeck aus dem alttestamentlichen Buch Jesaja. Um den „Vater des Erbarmens“ und den „Gott allen Trostes“ ging es in der Lesung aus dem zweiten Paulusbrief an die Korinther, vorgetragen von Lotty Collet. „Och an der neier Zäit, géi du, léif Mamm, mat eis de Wee“, lautete der Refrain des Zwischenpsalmes, den Luc Nilles mit der christlichen Gemeinde sang. „Voici ton fils“, „Voici ta mère“, verkündete Diakon Charles Bremer aus dem Johannes-Evangelium.

Von der Feststellung, dass das Luxemburger Volk seit den Wirren des 17. Jahrhunderts treu zu Maria pilgert, und von einer veränderten Lage in der Welt von heute, ging Kardinal André Vingt-Trois in seiner fundierten Predigt aus. „Haben wir es noch nötig, in einer Zeit des Fortschritts Gott anzurufen und uns Maria anzuvertrauen?“, fragte der Kardinal-Erzbischof und wies sogleich auf die beunruhigenden Spuren hin, welche Fortschritt und Globalisierung in unserer abgesicherten Gesellschaft hinterlassen.

Der z. T. verschwendende Wohlstand sei sehr ungleich in der Welt verteilt, und Lösungen, etwa in Sachen Arbeit oder gerechte Löhne, würden oft fehlen. Ein Wandel der Lebensbedingungen und eine dementsprechende Umkehr seien auch im Vereinten Europa gefragt, so der Kardinal.

Des Weiteren wies der Kardinal-Erzbischof von Paris auf ein sog. „malaise de vivre“ sowie auf ein stetiges Fragen nach dem Sinn des Lebens in unserer Gesellschaft hin, was dazu führen würde, dass junge Generationen zögern würden, Leben weiterzuschenken. Eine diesbezügliche Änderung, eine Rückbesinnung auf die wahren Werte, könne nur in den Herzen entstehen, sagte der Prediger, der schließlich auf den Tod zu sprechen kam, der unwillkürlich am Ende jeder menschlichen Existenz stehe. Dann würden wir alle Trost brauchen, sagte der Kardinal, bevor er darauf hinwies, dass der echte Trost nur von dem kommen könnte, der die Quelle des Lebens sei und der uns auch im Tod begleiten könne.

„La fidélité de Dieu est inaltérable!“

Die Treue Gottes sei unverwüstlich, und wir seien Träger dieser Treue, in der Ehe, in der Familie, in der Gesellschaft. Gott habe seine Liebe und seinen Trost in Jesus Christus offenbart, und die Christen seien dazu berufen, ihrerseits zur Quelle des Trostes für jene zu werden, die betrübt sind und die leiden. Als Paradebeispiel für diese Haltung stellte der Kardinal-Erzbischof von Paris schließlich Maria, die Mutter Jesu, unter dem Kreuz dar.

Es war ein bewegender Augenblick, als Erzbischof Jean-Claude Hollerich, umgeben von Dompropst Georges Hellinghausen, Generalvikar Erny Gillen, Dompfarrer Henri Hamus, dem ehemaligen Domherrn Georges Vuillermoz und Zeremoniar Jean-Pierre Reiners, vor dem mit roten Rosen geschmückten Gnadenbild die Weihe an die Trösterin erneuerte und betete: „Léif Tréischterin, stéi eis bäi mat dengem Trouscht.“ Mit dem Gebet „Unter deinen Schutz und Schirm“ sowie mit der musikalischen Einlage „Exultemus“, in der Maria als „Mutter Jesu“ und „Trösterin der Betrübten“ angerufen wird, wurde der Weiheakt beschlossen.

Fürbitten für den Papst

In den Fürbitten betete Patrick Ries zusammen mit der christlichen Gemeinde für den Papst, die Bischöfe, den Großherzog sowie die kranken und notleidenden Menschen. Eine dieser Fürbitten lautete: „Fir all Fraen a Männer, déi an deene leschte Woche virum Gnodebild gebiet hunn, datt si Freed am Glaf geschenkt kréien.“

Wesentliches trugen die Chöre der Kathedrale um Antonio Grosu, mit den Organisten Paul Breisch und Laurent Felten, zur gediegenen Gestaltung dieses Pontifikalhochamtes bei, indem sie u. a. mit stimmigen Werken von Mozart und Gounod aufwarteten. Ganz besonders innig klang das beliebte Muttergotteslied „Léif Mamm, ech weess et net ze son“ am Schluss des beeindruckenden Pontifikalamtes.