Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Leidenschaftlicher Sammler: Luc Henzig besitzt 600 elektrische Gitarren
Lokales 4 Min. 11.07.2014 Aus unserem online-Archiv

Leidenschaftlicher Sammler: Luc Henzig besitzt 600 elektrische Gitarren

Gitarren-Liebhaber Luc Henzig fühlte sich schon im Kindesalter zur Musik hingezogen.

Leidenschaftlicher Sammler: Luc Henzig besitzt 600 elektrische Gitarren

Gitarren-Liebhaber Luc Henzig fühlte sich schon im Kindesalter zur Musik hingezogen.
Foto: Anouk Antony
Lokales 4 Min. 11.07.2014 Aus unserem online-Archiv

Leidenschaftlicher Sammler: Luc Henzig besitzt 600 elektrische Gitarren

Anne Julie HEINTZ
Anne Julie HEINTZ
Vor zehn Jahren fing der leidenschaftliche Musikfan Luc Henzig an, Gitarren zu sammeln – heute nennt er 600 Exemplare sein eigen.

Laut, wild, sexy, lebendig, hart und eine geballte Ladung Emotion: All das ist Rockmusik und all das ist die elektrische Gitarre. Sie ließ Rockmusik zu dem werden, was sie geworden ist und kein anderes Instrument prägt sie so, wie die E-Gitarre. Der leidenschaftliche Musik- und Gitarrenbegeisterte Luc Henzig fing vor zehn Jahren an Gitarren zu sammeln – heute besitzt er 600 Exemplare. Gitarren von Musiklegenden wie Jack Bruce, Rich Robinson, Arlen Roth, Billy Gibbons, Chet Atkins und Joe Bonamassa zählen zu der Sammlung. Eine wahre Schatzgrube.

Die Geschichte der E-Gitarre begann in Amerika. In den frühen 30er-Jahren war Adolph Rickenbacher, ein schweizerisch-US-Amerikanischer Unternehmer, maßgeblich als Konstrukteur an der Herstellung und Erfindung der ersten elektrisch verstärkten Gitarre beteiligt, einer hawaiianischen Gitarre mit dem Namen „Frying pan“.


Rockgeschichte in Bonneweg: Deep Purple auf dem "Unions-Terrain"
Das Deep-Purple-Konzert am 6. Juni 1971 im Bonneweger “Stade Achille Hammerel” war das erste Rockfestival des Landes überhaupt. Vor dem mutmaßlich letzten Gastspiel der Briten in Luxemburg am Samstag sprechen Zeitzeugen 46 Jahre danach über “das erste Mal”.

Elektrische Hawaii-Gitarren waren in den 1940er-Jahren der letzte Schrei, bis  im Jahre 1950 die erste „richtige“ E-Gitarre zur Serienreife, die „Fender Broadcaster“, von Leo Fender hergestellt wurde. Im Jahr 1952 kam die „Gibson Les Paul“ auf den Markt, eine E-Gitarre, erdacht vom Gitarristen und Erfinder Les Paul.

Sich zur Musik hingezogen fühlen

Seine Faszination für Musik und speziell für E-Gitarren, entdeckte Luc Henzig bereits als Teenager. „Ich habe früher Akkordeon gespielt. Auch an die Gitarre habe ich mich herangetraut, selber richtig gespielt habe ich aber nie. Ich hatte nicht die Zeit mich richtig reinzuknien, was aber nicht heißt, dass meine Leidenschaft für das Instrument und die Musik nicht stündlich wuchs. In den Ferien ging ich immer arbeiten, um mir meine Reisen zu Konzerten nach London zu finanzieren. Zudem kaufte ich mir dort leidenschaftlich gerne Schallplatten und knüpfte Kontakte zu Musikern. Ich war damals in Fangemeinschaften von jeweils 30 bis 40 Leuten, die sich zur Musik ebenso hingezogen fühlten wie ich. Wir teilten die gleiche Leidenschaft“, erklärt Luc Henzig.

Im Jahr 2006 war er mit seiner Firma Sponsor des zehnten „Cinénigma Film Festival“ in Luxemburg. Zu diesem Anlass organisierte er die deutsche Krautrockband „Faust“, welche die Stummfilme mit Musik begleiten sollte. Bis vor zwei Jahren moderierte der Musikfan zudem bei Radio 100,7 die Sendung „Rock Kultur“. 

Die Form, das Material, die Verarbeitung und der daraus entstehende Sound begeistern mich.  

Luc Henzig

„Meine Verbindung zur Musik ist sehr tief. Die Gitarre ist für mich das Instrument, das auf emotionaler Basis alle möglichen Gefühle hervorrufen kann. Im Laufe der Jahre habe ich zudem viele Gitarrenhersteller kennengelernt, die heute gute Freunde von mir sind. Ich bewundere diesen Beruf, es ist eine Kunst, eine Gitarre von Hand herzustellen. Die Form, das Material, die Verarbeitung und der daraus entstehende Sound begeistern mich. Die Art und Weise, wie die E-Gitarre dann vom Musiker benutzt und eingesetzt wird, macht meine Faszination für das Ganze komplett“, unterstreicht Luc Henzig.

Gitarrist Richie Blackmore von Deep Purple zertrümmert im Jahr 1977 seine Gitarre während eines Konzerts auf der Bühne. Heute besitzt sie Luc Henzig.
Gitarrist Richie Blackmore von Deep Purple zertrümmert im Jahr 1977 seine Gitarre während eines Konzerts auf der Bühne. Heute besitzt sie Luc Henzig.
Foto: Anouk Antony

Grundstein der Sammlung war im Jahr 1998 eine Gitarre von Rick Derringer. Die Sammlung kam ins Rollen und im Laufe der Jahre kamen immer mehr spezielle, eigenartige, wertvolle und ausgefallenere Exemplare hinzu. „Im Grunde genommen interessieren mich vor allem E-Gitarren, die speziell für einen bestimmten Künstler angefertigt wurden, sogenannte individuelle Sonderanfertigungen. Ihre Einzigartigkeit und den dadurch resultierende einzigartigen Sound finde ich großartig. Jedes Exemplar meiner Sammlung hat einen Wiedererkennungswert, seine eigene Geschichte und Persönlichkeit. Die meisten haben exotische Formen, sind bemalt oder signiert. Je exotischer geformt und verarbeitet, desto interessanter klingt der Sound für mich“, äußert sich Henzig.

Die älteste Gitarre der Sammlung ist 100 Jahre alt

Zu seinem Eigentum gehört auch eine Bassgitarre von Jack Bruce aus seiner Zeit bei Cream, die er im Jahr 1967 verwendete, um eine Platte aufzunehmen. Vom Gitarristen Rich Robinson besitzt er zehn unterschiedliche Gitarren. Hinzu kommen unter anderem eine Speakerbox von Eric Clapton und eine akustische Gitarre, auf der Jimi Hendrix in seiner Londoner Zeit spielte. Die älteste Gitarre der Sammlung ist 100 Jahre alt. Elemente der ganzen Rock-Geschichte, wie Platten, Fotos, Portrait-Bilder des bekannten deutschen Malers Oliver Jordan, Verstärker, usw., sind in dieser Fundgrube vorhanden.


Rockin' 1000: Jupp und die größte Band der Welt
Hauptberuflich ist er IT-Controller bei einer Luxemburger Bank. Am vergangenen Wochenende stand der passionierte Hobbymusiker Hermann-Josef Schmitt aber in Mailand vor 20.000 Menschen auf der Bühne - mit einer 1000-köpfigen Band.

Ein wichtiger Aspekt der Sammlung ist es, jungen Musikern und Künstlern Zugang zu diesen historisch und musikalisch wertvollen elektrischen Gitarren anzubieten. Interessierte Gitarristen können die enorme Bandbreite an Gitarren-Sounds ausprobieren kommen und sie Teil ihrer eigenen Musik und Tonbandaufnahmen werden lassen.

„Meine vier Wände sollen als Begegnungsort von Künstlern genutzt werden. Entdecken, ausprobieren, Erfahrungen sammeln und austauschen – hier soll sich jeder auf seine Art bereichern können. Ich bin in ständigem Kontakt mit Sammlern, Gitarrenherstellern und Musikern aus dem Ausland. Ich helfe ihnen zudem beim Verkauf ihrer E-Gitarren. Ich fliege oft nach Amerika, weil ich dort guten Kontakt zu Musikern und Gitarrenkonstrukteuren habe. Im Laufe der Jahre hat sich ein internationaler Freundeskreis aufgebaut. Arlen Roth, der mit Simon and Garfunkel gespielt hat und mehrmals für die „Grammys“ nominiert war, ist ein guter Bekannter von mir“, erklärt der Sammler.

Ab Januar 2015 stellt Luc Henzig den Großteil seiner Gitarrensammlung im renommierten Groninger Kunstmuseum in den Niederlanden aus.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Als Jimi Hendrix in Luxemburg kein Bier bekam
Vor 50 Jahren, am 18. September 1970, starb Jimi Hendrix. Im März 1967 kam er auf seiner schier endlosen Tournee auch durch Luxemburg - wenn auch "unter dem Radar". Drei Zeitzeugen erinnern sich.
(GERMANY OUT)   Hendrix, Jimi *27.11.1942-18.09.1970+
Gitarrist, Rockmusiker, USA

- waehrend eines Konzertes in Hamburg

- 17.03.1967   (Photo by Peter Timm\ullstein bild via Getty Images)