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Lehrer aus Bissen: Berufungsverfahren steht an
Lokales 07.10.2019

Lehrer aus Bissen: Berufungsverfahren steht an

Zwei Sitzungen sind angesetzt.

Lehrer aus Bissen: Berufungsverfahren steht an

Zwei Sitzungen sind angesetzt.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 07.10.2019

Lehrer aus Bissen: Berufungsverfahren steht an

In erster Instanz war ein Lehrer aus Bissen wegen Kinderpornografie und Missbrauchs zu acht Jahren Haft, fünf davon auf Bewährung, verurteilt worden. In dieser Woche steht das Berufungsverfahren an.

(str) - Der Fall hatte im April 2016 sehr viel Aufsehen erregt: Ein Grundschullehrer aus Bissen stand im Verdacht, sich unsittlich gegenüber Kindern verhalten zu haben. Ende 2018 kam es dann zu einem Gerichtsprozess und im Februar 2019 fiel das Urteil: Acht Jahre Gefängnis. Fünf davon wurden zur Bewährung ausgesetzt. Zudem wurden dem damals 43-Jährigen auf Lebensdauer jegliche Aktivitäten im Umgang mit Minderjährigen untersagt.

Patrick M. hat gegen diese Entscheidung Berufung eingelegt. Am Dienstagnachmittag und in einer weiteren Sitzung am Freitagmorgen befasst sich nun das Appellationsgericht mit dem Fall.

Zwölf Opfer sagen aus

Die Kriminalkammer hatte den inzwischen suspendierten Lehrer am 21. Februar dieses Jahres für schuldig befunden, zwischen 2003 und 2015 wiederholt etwa zehn Jahre alte Mädchen gefilmt zu haben, als diese nackt waren.

Im Prozess hatte Patrick M. eingeräumt, im Jahr 2007 bei einem Schulausflug in Liefringen den Intimbereich von zwei Mädchen gefilmt zu haben. Sein Ziel sei es aber nicht gewesen, pädopornografisches Videomaterial zu erstellen.

Fünf weitere Mädchen soll Patrick M. im Juli 2009 ebenfalls in Liefringen gefilmt haben, als diese nackt waren – dies unter dem Vorwand, dass er ihren Körper nach einem Waldspaziergang auf Zecken absuchen wollte. Einige der Mädchen soll er zudem an Beinen und Brust berührt haben. Im Prozess bestritt er eine sexuelle Absicht. Das tat er auch im Zusammenhang mit Videoaufnahmen von drei Mädchen und einem Jungen, die er im März 2013 heimlich in einer Toilette des Schwimmbades in Colmar-Berg gemacht hatte.

Zecken waren wiederum der Vorwand, um drei weitere Mädchen im Juli 2015 – erneut in Liefringen – nackt zu filmen. Zwei der Mädchen berührte er dabei der Überzeugung der Richter nach unsittlich.


Gericht, Tribunal, Prozess, Gerichtsprozesse, Prozesse, Palais de Justice, Proces, Foto: Lex Kleren/Luxemburger Wort
Pädophilie-Prozess: Lehrer muss in Haft
Acht Jahre Gefängnis, davon fünf auf Bewährung: So lautete am Donnerstag das Urteil gegen den ehemaligen Lehrer aus Bissen, der sich wegen unsittlichen Verhaltens vor Gericht verantworten musste.

Die Richter hielten zudem in allen Fällen die besondere Schwere der Schuld des Angeklagten fest, da es sich bei ihm um den Lehrer der Mädchen handelte, er demnach die Aufsicht über sie hatte. Und, weil die Opfer zum Tatzeitpunkt jünger als elf Jahre waren.

13 Filme und 556 Fotos

Gegenstand des Verfahrens waren darüber hinaus 13 Filme und 556 Fotos mit pädopornografischem Inhalt, die beim Beschuldigten sichergestellt worden waren.

Zehn Parteien hatte die Kriminalkammer Ausgleichszahlungen in einer Gesamthöhe von rund 17.500 Euro zugestanden.


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Prozess gegen Lehrer vorerst ausgesetzt
Der Prozess gegen den ehemaligen Lehrer aus Bissen, der sich wegen unsittlichen Verhaltens vor Gericht verantworten muss, ist vorerst ausgesetzt. Im Dezember soll ein weiterer Psychiater aussagen.
Der Prozess wird voraussichtlich am 18. Dezember fortgesetzt.